Seite eines Facebook-Nutzers © Chris Jackson/Getty Images

Datenschützer sehen in den aktuellen Facebook-Neuerungen zum besseren Schutz der Privatsphäre Licht und Schatten. "In vielen Teilen sind es nur kosmetische Änderungen“, sagte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar.

Besondere Sorgen mache ihm, dass Nutzer künftig nicht nur mehr von ihren Facebook-Freunden, sondern auch von allen anderen Mitgliedern in Fotos mit Namen markiert werden können. "Gerade mit Blick auf die automatische Gesichtserkennung bei Facebook ist das eine Verschärfung der Situation“, kritisierte Caspar.

Positiv aus Datenschutzsicht sei zwar, dass Facebook-Beiträge künftig nachträglich unsichtbar gemacht werden könnten. Aber: "In den Punkten, um die es wirklich geht – zum Beispiel, wie lösche ich bereits abgespeicherte biometrische Merkmale meines Gesichts –, da bleibt alles beim Alten.“

Seine Behörde werde die aktuelle Umsetzung der automatischen Gesichtserkennung, bei der einmal markierte Personen in Fotos automatisch mit Namens-Tags versehen werden, nicht akzeptieren und notfalls zu rechtlichen Schritten greifen. Die Erklärungsfrist für Facebook wurde bis zum 16. September verlängert.

Facebook hatte am Dienstag Änderungen vorgestellt, die Nutzern den Schutz der Privatsphäre erleichtern sollen. Die Neuerungen sollen in den kommenden Tagen umgesetzt werden, kündigte Facebook an. Da das Netzwerk inzwischen rund 750 Millionen Mitglieder zählt, werden solche Umstellungen meist schrittweise ausgeführt.

Erschienen im Tagesspiegel.