Datenschutz Facebook wird mehr wie Google+

Wie Facebook zugibt, sind Privatsphäre-Einstellungen "nicht leicht zu finden". Künftig zeigen alle Elemente, wer sie sehen kann. Dafür will man mehr Ortsdaten sammeln.

Wer sich die Änderungen durchliest, die Facebook demnächst an den Einstellungsmöglichkeiten seines Dienstes installieren will, der bekommt schnell den Eindruck, dass die Steuerung nicht unbedingt leichter wird. Doch liegt das vor allem an der Erklärung. Es gibt an anderer Stelle einen zweiten Beschreibungstext, der klarer sagt, wie künftig jeder Nutzer kontrollieren kann, was er wem zeigen will. Im Kern geht es darum, dass nun für jeden Beitrag, jedes Bild und jede Ortsangabe angegeben werden kann, wer sie sehen soll.

Wer das Konkurrenznetzwerk Google+ nutzt, dem wird das bekannt vorkommen. Dort funktioniert Privatsphäre genau so: Für jedes Element kann einzeln definiert werden, wie viele Menschen (beziehungsweise dort Circles), es sehen werden.

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Nun also auch Facebook. Das blaue Netzwerk erwähnt die Ähnlichkeit zum weißen Konkurrenten nicht und nennt als Begründung der Änderungen im offiziellen Blogbeitrag dazu, die Nutzer hätten sie sich gewünscht.

Bislang gab es bei Facebook eine zentrale Seite, auf der sich alle Einstellungen zur Privatsphäre befanden. In mehreren Ebenen und Untermenüs konnte festgelegt werden, welche Informationen öffentlich und welche nur einem begrenzten Kreis an Personen zugänglich sein sollten. Wirklich übersichtlich war diese Seite nicht, da es teilweise langes Suchen erforderte, um eine bestimmte Veränderung vornehmen zu können.

Privatsphäre

Die 2004 gestartete Seite Facebook will nach Aussage ihre Gründers Mark Zuckerberg die Welt offener und vernetzter machen. Das gelingt ihr offensichtlich viel zu gut, gab es doch bereits häufig Proteste, Facebook nötige seine Nutzer zu mehr Offenheit, als diese sich wünschten. So sammelt die Seite E-Mail-Adressen und Telefonnummern auch von Nichtmitgliedern, wenn Mitglieder ihr Adressbuch bei Facebook speichern. Sie nutzt diese Informationen, um Nichtmitglieder zu kontaktieren. Facebook betont, dass dabei keine "Schattenprofile" von Nichtmitgliedern erstellt werden, die irische Datenschutzbehörde will das noch genau überprüfen. Der Konzern hat auf den Widerstand seiner Nutzer reagiert und zumindest die möglichen Einstellungen, welche Profilinformationen für wen sichtbar sein sollen, überarbeitet. Auch "Gruppen" wurden eingeführt. Nutzer können ihre Kontakte in solchen organisieren, damit nicht jede Information an alle geht.

Vernetzung

Aufgrund der Struktur der Seite ist es jedoch möglich, Schlüsse über jemanden zu ziehen, die er so nicht beabsichtigt hatte. Allein die als Freunde bezeichneten Mitglieder können durch ihre Interessen beispielsweise nahe legen, dass jemand homosexuell ist, auch wenn er selbst das nicht in seinem Profil angibt. Der hohe Vernetzungsgrad und die vielen verfügbaren Informationen machen es möglich, statistische Wahrscheinlichkeiten zu berechnen und so neue Schlüsse zu ziehen. Kritiker sagen, das Netzwerk könne beispielsweise für Dissidenten lebensgefährlich sein, da es Gruppenstrukturen durchschaubar mache.

Profil

Wer Facebook nutzen, aber so wenig wie möglich über sich verraten will, sollte beispielsweise keinen Gruppen beitreten und keine persönlichen Interessen wie Musik angeben. Was genau das eigene Profil nach außen sichtbar macht, lässt sich unter anderem bei dieser Seite abfragen. Sie nutzt die offizielle API von Facebook, die Schnittstelle also, durch die externe Firmen Informationen über Mitglieder beziehen dürfen. Wer sich darüber hinaus davor schützen will, dass ihm mit einem gestohlenen Passwort sein halbes Leben abhanden kommt, kann inzwischen beim Login in seinen Account temporäre Passwörter nutzen.

Das fällt künftig weg, die Einstellung geschieht direkt an dem betroffenen Element, also dem Bild oder dem Posting, mithilfe eines neuen Aufklapp-Menüs. Teilweise gab es das schon. Wer bislang eine Nachricht postete, konnte festlegen, wer die sehen sollte. Neben dem "Teilen"-Knopf befand sich dazu einer mit einem Schloss-Symbol. Der wird künftig etwas anders aussehen, aber das gleiche machen. Das Prinzip aber wird erweitert und auf andere Bereiche ausgedehnt. Außerdem soll man auch noch nachträglich verändern können, wer einen Eintrag in dem sozialen Netzwerk sehen kann, das ging bislang nicht.

Zugleich erweitert Facebook die Möglichkeiten, in hochgeladenen Bildern Personen mit einem Namen zu versehen – das sogenannte tagging. Das ist umstritten, weil nicht jeder will, dass andere seinen Namen auf einem Bild markieren. Bisher konnten Nutzer nur ihre Facebook-Freunde in den Fotos auf diese Weise outen. Künftig kann jeder jeden in einem Bild mit einem Namen versehen – allerdings müssen die so markierten Nutzer diese Namens-Tags erst freigeben. Der Freigabe-Prozess wurde dazu ebenfalls überarbeitet.

Facebook war in der Vergangenheit immer wieder wegen seiner komplexen Nutzungsbestimmungen und Datenschutzeinstellungen, der unerlaubten Weitergabe persönlicher Daten und dem freizügigen Umgang mit Nutzerdaten in die Kritik von Datenschützern, Nutzern und Politikern geraten. Das Unternehmen hatte deshalb bereits mehrfach die Einstellungen zur Privatsphäre überarbeitet.

Leser-Kommentare
  1. Ich ziehe WKW dem Facebook - Portal vor weil mir Facebook
    - Zu unübersichtlich ist
    - Schlecht gegliedert und mit Werbung zugepflastert ist
    - Die Mitglieder aushorcht
    - als Virenverbreiter fungiert

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    Wie wärs mit nem Werbelocker??

    Wie wärs mit nem Werbelocker??

  2. Wie wärs mit nem Werbelocker??

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    • c2j2
    • 24.08.2011 um 12:07 Uhr

    Was ist das? Freudscher Verschreiber, oder die Masche der Zukunft, den Umsatz über Werbung zu erhöhen?

    ;)

    • c2j2
    • 24.08.2011 um 12:07 Uhr

    Was ist das? Freudscher Verschreiber, oder die Masche der Zukunft, den Umsatz über Werbung zu erhöhen?

    ;)

    • eeee
    • 24.08.2011 um 11:50 Uhr

    ist doch eh alles geklaut, eigene Ideen hat's dort nie gegeben.

    Eine Leser-Empfehlung
    • c2j2
    • 24.08.2011 um 12:07 Uhr

    Was ist das? Freudscher Verschreiber, oder die Masche der Zukunft, den Umsatz über Werbung zu erhöhen?

    ;)

    Antwort auf "Werbelocker"
  3. 5. Frage

    "Künftig kann jeder jeden in einem Bild mit einem Namen versehen – allerdings müssen die so markierten Nutzer diese Namens-Tags erst freigeben. Der Freigabe-Prozess wurde dazu ebenfalls überarbeitet."

    Ich verstehe das nicht ganz. Heißt das, dass auch Personen die nicht meine Freunde sind, mich auf einem Bild markieren können? Bisher konnte man doch nur Freunde und "Personen des öffentlichen Lebens" auf Fotos markieren.

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    Redaktion

    Ja, genau das heißt es wohl, zumindest habe ich es so verstanden.

    lg
    k

    Redaktion

    Ja, genau das heißt es wohl, zumindest habe ich es so verstanden.

    lg
    k

  4. Redaktion
    6. Taggen

    Ja, genau das heißt es wohl, zumindest habe ich es so verstanden.

    lg
    k

    Antwort auf "Frage"
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    für die Anwort.
    Das wäre ja frech.
    Um dem prinzipiell aus dem Weg zu gehen, müsste man dann einstellen, das man nur noch von Freunden in Facebook gesucht bzw. gefunden werden kann.

    für die Anwort.
    Das wäre ja frech.
    Um dem prinzipiell aus dem Weg zu gehen, müsste man dann einstellen, das man nur noch von Freunden in Facebook gesucht bzw. gefunden werden kann.

  5. 7. Danke

    für die Anwort.
    Das wäre ja frech.
    Um dem prinzipiell aus dem Weg zu gehen, müsste man dann einstellen, das man nur noch von Freunden in Facebook gesucht bzw. gefunden werden kann.

    Antwort auf "Taggen"
  6. 8. Dreist

    Ich find das was Facebook da macht ganz schön dreist. Man sollte sich wohl direkt wieder abmelden.

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