Schnell mal die Statusmitteilungen von Freunden auf Facebook lesen, oder die Twitter-Timeline überfliegen – was weltweit längst Alltag ist, bekommt eine ganz andere Note, wenn eine staatliche Behörde das Gleiche systematisch macht.

Eine Unterabteilung der amerikanischen Heimatschutzbehörde, das National Operations Center (NOC), will weltweit Meldungen auf Social-Media-Websites wie Twitter und Facebook, in Blogs und Foren auf bestimmte Begriffe hin durchsuchen. Das berichtet die amerikanische Bürgerrechtsbewegung Electronic Frontier Foundation (EFF) unter Berufung auf die mexikanische Zeitung El Milenio .

Grundsätzlich ist es die Aufgabe des NOC , aus einer Reihe von Quellen Informationen zu sammeln und auszuwerten, um damit zu jedem Zeitpunkt die Gefahrenlage für die USA einschätzen zu können, heißt es auf der Website der Abteilung. Mit dem Monitoring werden soziale Medien einfach zu zusätzlichen Quellen der Behörde.

In ihren Augen sind solche Quellen alle "Mitglieder der Bevölkerung, Ersthelfer, Presse, Freiwillige und andere", die Informationen in Foren, Blogs oder anderen öffentlichen Webseiten bereitstellen, heißt es in dem Bericht.

Im Rahmen der geplanten Initiative sollen Analysten des NOC eine ganze Reihe von Seiten auf bestimmte Begriffe hin durchsuchen, die gefundenen anonymisierten Informationen sammeln, speichern, auswerten und weitergeben: Zu den Themen gehören Drogenkrieg, Anthrax und Tsunami, aber auch ganz harmlose wie Energie, Landwirtschaft und Social Media.

Anhand der Begriffe wird deutlich, dass die Initiative versucht, die Informationsquellen für verschiedene Bereiche der Krisenintervention zu nutzen, etwa bei Terrorismus, Netzsicherheit, Nuklearkatastrophen, Epidemien und Grenzkonflikten.

Systematisches Monitoring von öffentlich zugänglichen Nutzer-generierten Daten gab es bereits 2009 beim Erdbeben in Haiti. Um zu verfolgen, wie sich die US-Krisenintervention etwa bei Naturkatastrophen entwickelt und um Daten aus offiziellen Quellen anzureichern, wurde ein solches Programm damals von der Behörde eingesetzt . In der Folge halfen die Echtzeitinformationen aus sozialen Netzwerken , bei der Bergung und bei den Wiederaufbauarbeiten .