Seit drei Jahren ist Max Schrems Mitglied bei Facebook. Der Jurastudent aus Wien wollte nun wissen, welche Daten das Unternehmen über ihn in dieser Zeit gesammelt hat. Es hat ihn einige Mühe gekostet, diese Daten zu bekommen – dafür bekam er mehr, als er wollte.

Schrems ist Initiator der Gruppe "Europe versus Facebook" . Der 23-Jährige will das Netzwerk zu mehr Transparenz bewegen, zu mehr Mitbestimmung durch die Nutzer, und zu größerer Datensparsamkeit. Er hat Facebook sogar angezeigt – 22 Mal. Die Anzeigen hat er beim irischen Datenschutzbeauftragten eingereicht. Der ist zuständig, weil europäische Facebook-Mitglieder laut Nutzungsbedingungen eine Vereinbarung mit der Firma Facebook Ireland Limited eingehen.

Um die Forderung nach Transparenz zu untermauern, haben Schrems und seine Mitstreiter ihre Nutzungsdaten von Facebook eingefordert. Laut Artikel 12 der Europäischen Datenschutzrichtlinie haben sie das Recht dazu.

Dem Journalisten und Blogger Richard Gutjahr hat Schrems erklärt, wie genau er die Herausgabe der Daten erreicht hat. Zunächst muss man das entsprechende Antragsformular finden. Es sei so gut versteckt, "dass es quasi nicht gefunden werden kann", schreibt Gutjahr. Er hat deshalb den Link veröffentlicht: https://www.facebook.com/help/contact.php?show_form=data_requests

Die Angaben im Formular müssen korrekt sein und denen im Facebook-Profil entsprechen. Wer falsche Angaben im Profil hat, muss diese zunächst ändern.

Im Feld "Zitiere das Gesetz, wonach Du Daten beanspruchst" sollen sich die Antragsteller auf Artikel 12 der Europäischen Datenschutzrichtlinie berufen. Gutjahr und Schrems empfehlen, "Section 4 DPA + Art. 12 Directive 95/46/EG" einzutragen. "DPA" ist ein britisches Gesetz namens "Data Protection Act" von 1988.