Fast zwei Jahre lang haben deutsche Datenschutzbehörden mit Google verhandelt, um den Konzern zu Änderungen an seinem Analysewerkzeug Google Analytics zu bewegen. Mit der Software können Betreiber von Websites unter anderem verfolgen, von welchen IP-Adressen aus ihre Seiten angesteuert werden, welcher Browser dabei benutzt wird und wie lange sich ein Besucher auf der Seite aufhält. Die bisherige Version des Werkzeugs war mit dem deutschen Datenschutzrecht jedoch nicht vereinbar. Die wichtigsten Kritikpunkte hat Google nun ausgeräumt.

Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar gab bekannt, dass ein "beanstandungsfreier Betrieb von Google Analytics gewährleistet" sei, wenn Webseitenbetreiber die von Google angebotenen Änderungen umsetzen.

Dazu gehört, dass die Betreiber Google beauftragen, die von Google Analytics erfassten IP-Adressen zu verkürzen, bevor sie gespeichert werden. Damit ist es nicht mehr möglich, den jeweiligen Nutzer zu identifizieren. Bislang hatte Google die gesammelten IP-Adressen erst nach neun Monaten anonymisiert, in dem ein Teil davon gelöscht wurde.

Wer Analytics einsetzen will, muss außerdem alle Nutzer seiner Seite in einer Datenschutzerklärung darüber informieren und ihnen die Möglichkeit geben, dem zu widersprechen. Ein solcher Widespruch darf nicht dazu führen, dass die Seite nicht mehr angesehen werden kann. Daher bekommt jeder, der widerspricht, nun einen Link auf ein Browser-Zusatzprogramm präsentiert, ein sogenanntes Add-on. Wird es installiert, blockiert es Google Analytics.

Solche Add-ons gibt es schon lange, Programme wie NoScript filtern alle Scripte heraus, die auf einer Seite Daten sammeln wollen. Nun jedoch gibt es eine verbindliche Lösung und das entsprechende Add-on steht erstmals auch für Safari sowie Opera und damit für alle gängigen Browser zur Verfügung. Auch wenn in der aktuellen Version des Firefox-Browsers noch der Hinweis erscheint, dass das Add-on nicht unterstützt wird.

Die Datenschützer haben außerdem gefordert, dass auch Altlasten beseitigt werden müssen: Bereits gesammelte Daten sind nach Ansicht von Caspers Behörde unrechtmäßig erworben und müssen gelöscht werden. Das allerdings sei nur möglich, wenn Webseitenbetreiber ihre Google-Analytics-Profile schließen und neue eröffnen.

Gänzlich aus dem Schneider ist Google aber immer noch nicht. Caspar erklärte, künftig müsse die Möglichkeit zum Widerspruch, Opt-Out genannt, auch auf Smartphones bereitgestellt werden und somit auf den Mobilversionen von Websites.

ZEIT ONLINE hatte Google Analytics in einem Teil des Angebots eingesetzt, den ZEIT REISEN, nutzt den Dienst mittlerweile aber nicht mehr.