Patientendaten Die Gesundheitskarte kommt, auch wenn sie nichts kann
Die ersten elektronischen Chipkarten werden verschickt. 600 Millionen kostet das Projekt. Die eGK kann nicht mehr als die alte Karte, aber das soll nicht so bleiben.
Eigentlich sollte sie schon vor fünf Jahren in den Portemonnaies der Deutschen stecken. Doch die elektronische Gesundheitskarte (eGK) kommt erst jetzt. Derzeit werden die ersten Exemplare verschickt. Damit soll vieles einfacher werden. "Die elektronische Gesundheitskarte wird durch die schnellere Verfügbarkeit von Notfall- und sonstigen Behandlungsdaten zu einer wesentlichen Verbesserung der medizinischen Behandlung führen", sagt Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Bis diese Vision Wirklichkeit wird, dürfte aber noch mehr Zeit vergehen. Bislang kann die eGK nämlich nur unwesentlich mehr als die alte Krankenversichertenkarte.
Das Projekt zieht sich nun schon seit Jahren in die Länge. Querelen unter den Akteuren und technisch-organisatorische Probleme hatten die Einführung immer wieder verzögert.
Mindestens 600 Millionen Euro kostete das Projekt bislang. Glaubt man Experten, soll sogar noch viel mehr Geld in die Entwicklung der Karte geflossen sein. Zwar müssen Versicherte nicht direkt für die Karte zahlen. Letztlich tragen sie und die Arbeitgeber aber die Kosten über ihre Beiträge. Der Großteil der Ausgaben – mindestens 300 Millionen Euro – entfällt auf die Betreibergesellschaft Gematik. Die Karten selbst, die für 70 Millionen Kassenpatienten ausgestellt werden müssen, schlagen mit 139 Millionen Euro zu Buche. Die Ausstattung der Praxen und Kliniken mit Lesegeräten verschlingt 156 Millionen Euro. Hinzu kommen Kosten für Entwicklung und Datenpflege.
Die Aufgaben
Mit der eGK soll in Zukunft alles einfacher werden. "Sie ist intelligent und lernfähig", sagt Doris Pfeiffer, Chefin des GKV-Spitzenverbandes. Doch zunächst sind die Neuerungen bescheiden. Die eGK dient wie das jetzige Modell vor allem als Versicherungsnachweis.
Allerdings hat die neue Karte ein Passbild des Karteninhabers, um Missbrauch zu verhindern. Auf einem Mikrochip werden Name, Alter oder Anschrift gespeichert. Außerdem sollen dort auf Patientenwunsch wichtige Informationen über Vorerkrankungen und Allergien für den Notarzt abgespeichert werden können.
Zudem könnte auf der Karte eine Erklärung zur Organspende vermerkt werden. Eine entsprechende Regelung gibt es noch nicht, doch zeichnet sich im Bundestag eine breite Mehrheit dafür ab. Jeder Bürger soll demnach mindestens einmal gefragt werden, ob er Spender sein will – beispielsweise bei der Ausgabe der eGK. Die Entscheidung könnte dann wie gehabt in einem Spenderausweis oder eben auf der Karte dokumentiert werden.
Das Ziel
Eines Tages soll man mit der Karte über eine Onlineverbindung auf einen Server zugreifen können, auf dem medizinische Unterlagen zur Patientenakte hinterlegt sind. Geschützt wird der Zugriff mit einer Geheimnummer (PIN). Diese Lösung würde vieles vereinfachen. Befunde, Röntgenbilder und andere Daten könnten übermittelt und abgerufen werden. Das ist wichtig, wenn bei der Behandlung einer Krankheit mehrere Ärzte beteiligt sind. Experten sprechen von einer elektronischen Fallakte: Kliniken und Praxen sollen sich die Daten gegenseitig zur Verfügung stellen und so die Kommunikation verbessern.
Jedoch sind die technischen Voraussetzungen dafür noch nicht gegeben. Die Patientenakten in den Praxen werden wie bisher weitergeführt. Zudem sollen dann auch die Stammdaten der Versicherten problemlos geändert werden können – etwa die Adresse, wenn der Karteninhaber umzieht. Bislang musste man dafür in vielen Fällen extra in eine Filiale seiner Krankenkasse gehen.
Angedacht sind unter anderem auch elektronische Rezepte für Medikamente und medizinische Anwendungen. Bislang fehlen dafür praxistaugliche und sichere Lösungen.
- Datum 24.10.2011 - 12:31 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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sodaß der Missbrauch mit den Karten gestoppt werden kann, wenn sie einfach weiter gegeben wird.
600 Millionen Euro für eine Technik, die eventuell irgendetwas mal können wird, was E-Mail schon seit knapp 15 Jahren kann.
Es mag zwar seltsam klingen, aber ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als 600 Millionen Euro noch eine ganze Menge Geld waren. Von dem Geld könnte man etwa auch 1200 Studien zu neuen Heilungsmethoden diverser Krankheiten finanzieren können. Aber Chipkarte ist halt cooler.
Missbrauch der Karte von anderen Personen als der Person die Versichtert ist wird es weiterhin geben.
Die neue Karte ist ja keine Pflicht. Sondern freiwillig.
Wer aber öfter seine Karte "verborgt" behält einfach seine alte Karte ohne Passbild.
Eine neue Karte gibts ja nur gegen Passbild. Und wer keins an seine Kasse schickt behält/bekommt eben die alte Karte die ja weiterhin gültig ist.
600 Millionen Euro für eine Technik, die eventuell irgendetwas mal können wird, was E-Mail schon seit knapp 15 Jahren kann.
Es mag zwar seltsam klingen, aber ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als 600 Millionen Euro noch eine ganze Menge Geld waren. Von dem Geld könnte man etwa auch 1200 Studien zu neuen Heilungsmethoden diverser Krankheiten finanzieren können. Aber Chipkarte ist halt cooler.
Missbrauch der Karte von anderen Personen als der Person die Versichtert ist wird es weiterhin geben.
Die neue Karte ist ja keine Pflicht. Sondern freiwillig.
Wer aber öfter seine Karte "verborgt" behält einfach seine alte Karte ohne Passbild.
Eine neue Karte gibts ja nur gegen Passbild. Und wer keins an seine Kasse schickt behält/bekommt eben die alte Karte die ja weiterhin gültig ist.
mit Hilfe der neuen Karte auch neue Lesegeräte in den Praxen zu installieren. Damit werden dann zum einen die Ärzte gezwungen, Verwaltungsarbeiten zu übernehmen, die bisher die Kassen getätigt haben (z.B. wird bei jedem Patienten online abgefragt, ob er auch versichert ist), zum anderen besteht für die Kassen die Möglichkeit, zu jeder Zeit auf den Computer des Arztes zuzugreifen und bestimmte Daten auszulesen!
Hacken der Arztcomputer im Namen der Politik, Arztgeheimnis ade - eine extrem heikle Angelegenheit!
... ein Traum für jeden Hacker, Behörden, Verwaltungen....
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Die ach so gelobte "Sicherheitsfunktion" dürfte da nicht lange vorhalten.
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Die EINZIGE sichere Art Daten aufzubewahren ist: Keine Daten zu erheben.
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Ärztliche Schweigepflicht ade!
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Ich hoffe wohl zu unrecht, das mit Einführung dieser "Patientenkarte" ein neuer Straftatbestand für fahrlässige Datenspeicherung und den Verlust von Daten ins StGB eingeführt wird!
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Was von sicherer "Datenspeichrung" der öffentlichen Hand, Behörden oder Großbetrieben zu halten ist haben ja die letzten paar Monate deutlich gezeigt. Vergl. dazu auch Nato, Zoll, BKA, Sony, RSA, .......
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Kopfschüttelnde Gruesse
Sikasuu
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Ps. Selbst die "verschlüsselte" Speicherung von Daten ist nur Placebo. Es dürfte wohl eien Generalschlüssel des Betreibers geben und ohne Gereral, genügend Zeit und Rechenpower vorausgesetzt, dürfte so ziemlich JEDE Verschlüsselungsmethode knackbar sein.
Vergl. mal hier:
http://de.wikipedia.org/w...
Das war ironisch gemeint einfach "keine Daten erheben"? Soll ihr Arzt sich ihrer Befunde im Kopf merken und nach der Konsultation wieder vergessen? Missbrauch ist immer möglich, jemand kann auch in der Praxis einbrechen und die Karteikarten klauen.
Ich hoffe das dieses System nun endlich eingeführt wird und nicht von den typisch deutschen Bedenkenträgern zu Tode geredet wird. Um Aerzte von unnötigen Doppeluntersuchungen abzuhalten schleppe ich bisher meine eigene Krankenakte mit mir rum. Alles auf einer Karte zu haben wäre nicht nur praktisch sondern würde eine Menge Geld und Zeit einsparen.
Das war ironisch gemeint einfach "keine Daten erheben"? Soll ihr Arzt sich ihrer Befunde im Kopf merken und nach der Konsultation wieder vergessen? Missbrauch ist immer möglich, jemand kann auch in der Praxis einbrechen und die Karteikarten klauen.
Ich hoffe das dieses System nun endlich eingeführt wird und nicht von den typisch deutschen Bedenkenträgern zu Tode geredet wird. Um Aerzte von unnötigen Doppeluntersuchungen abzuhalten schleppe ich bisher meine eigene Krankenakte mit mir rum. Alles auf einer Karte zu haben wäre nicht nur praktisch sondern würde eine Menge Geld und Zeit einsparen.
kann man sich immer besser besorgen.
Abgesehen davon: Dann braucht der Arzt überhaupt nicht mehr mit dem Patienten sprechen, was er jetzt schon sehr ungern tut.
http://www.spiegel.de/spi...
Meine Erfahrung: Egal wo ich bisher in Arztpraxen Fragebögen ausgefüllt habe - die Infos wurden JEDES MAL falsch übertragen. Elektronische Akten sind sicher nicht übersichtlicher, Irrtümer vorprogrammiert.
Wir haben ja schon gesehen wie "gut" der ePerso Ende letzten Jahres gestartet war. Natürlich ist so eine Patientenkarte eine gute Idee und würde vieles erleichtern, allerdings birgt es auch wieder ein enormes Gefährdungspotentail was den Datenschutz angeht. Und wie sehr sich Bund und Länder zur Zeit um den Datenschutz ihrer Bürger sorgen sehen wir wir ja am Staatstrojaner.
Prost!
Nachdem wir für vieles zahlen müssen, was großartig angekündigt wird und dann eh nix kann, ist das auch schon egal! Das kostet wenigstens nur (bis jetzt!) 600 Millionen. Das kann uns doch angesichts der Milliarden- und Billionensummen nicht mehr schocken.
Das wirkliche Problem ist, dass sich der Arzt, bevor er sich mit dem Patienten unterhält, in einen zentralen Rechner einloggen muss, was Zeit kostet - wenn es denn funktioniert. Abgesehen davon, dass der Arzt (bei der jetzigen Versorgungssituation) noch weniger Zeit für den Patienten haben kann, sind die Datenströme, die dann fließen, sicherlich für manchen interessant.
Und à propos Missbrauch: Bei den Beträgen, die der Arzt (vor allem die Fachärzte) für die Behandlung eines Patienten pro Quartal bekommt, sind die gesparten Beträge angesichts der bisher veranschlagten Kostensumme wahrscheinlich Peanuts!
Es ist auch hier so, wie es meistens ist. Der Nutzen dieses Mega-Projekts für den Patienten ist überschaubar bis nicht vorhanden, profitieren tun die beteiligten Firmen und die Gesundheitsindustrie.
Tatsächlich ist diese Karte erforderlich, um den Nutzen, den die Gesundheitsindustrie durch die Kassenpatienten hat, zu optimieren. Die privaten Krankenkassen beteiligen sich nicht an der eGK, Stimme eines Arztes: "Die Privaten sind außen vor, die Kassenpatienten bezahlen mit ihren Daten".
Google Health, Microsoft was weiss ich und andere hängen in den Startblöcken, um sich die persönlichen Daten der Menschen zur Auswertung einzuverleiben. Selbstverständlich nur "zum Wohle des Patienten".
Ein IT-Fachmann: "Das ist der Anfang davon, dass jeder alles über uns weiss". Ich persönlich will nicht, dass meine Krankenakten die Praxis meines Arztes verlassen und werde jede rechtliche Möglichkeit nutzen, um gegen die eGK vorzugehen.
Zu dem Thema kann ich ein Radiobeitrag des Chaos Computer Club aus dem Jahr 2006 empfehlen: http://chaosradio.ccc.de/...
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