Klarnamen "Pseudonymität ist ein digitales Menschenrecht"
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"Verwässert Eure Daten!"

ZEIT ONLINE: Gegenfrage, kann die Ennomane nicht einfach woanders netzwerken als in einem solchen sehr auf kommerzielle Dienste ausgerichteten Netzwerk?

Park: Ich persönlich will gar nicht unbedingt als Ennomane unterwegs sein. Mir geht es aber ums Prinzip, und das Prinzip finde ich wichtig: Pseudonymität halte ich für ein digitales Menschenrecht, das übrigens auch in Paragraf 13 Telemediengesetz (TMG) festgeschrieben ist.

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ZEIT ONLINE: Können Sie ja, nur woanders ...

Park: Eben nicht. G+ und vor allem Facebook sind "öffentlicher Raum" geworden. Natürlich kann man ausweichen und seine privaten anonymen Geschichten woanders bloggen. Aber ohne diese Dienste ist es viel schwerer, Öffentlichkeit herzustellen. Öffentlichkeit herstellen ist aber genau das, was publizierende Menschen tun wollen, was Revolutionäre tun müssen, und wozu zum Beispiel Homosexuelle in homophoben Gesellschaften gezwungen sind.

Ein Mensch muss Hoheit über seine Identitäten haben dürfen und Hoheit darüber, welche öffentlich als zusammenhängend dargestellt werden und welche separat, quasi geheim bleiben sollen.

ZEIT ONLINE: An wen richtet sich diese Forderung eigentlich, an Google und Facebook oder auch an den Staat?

Park: Facebook und G+ sollen die Nutzung unter Pseudonym ermöglichen, ohne von einem Pseudonym-Nutzer zusätzlich die Angabe des Klarnamens zu verlangen. Und ich würde mich freuen, wenn sich Datenschützer wie Thilo Weichert dieser Sache annehmen könnten. Ich denke außerdem über eine Kampagne für das alternative Netzwerk Diaspora nach. Und ich rufe dazu auf: Verwendet Pseudonyme! Oder wenn ihr unter Klarnamen unterwegs seid und euer Profil nicht wirklich geschäftlich braucht: verwässert es mit Nonsens!

ZEIT ONLINE: Und was sollen die Datenschützer tun?

Park: Ich hoffe, sie können aufgrund von Paragraf 13 TMG ein Bußgeld erzwingen. Vielleicht ließe sich auch eine Musterklage führen.

 
Leser-Kommentare
  1. Kürzlich war ich mit meiner Frau, Jutta Hartmann--Metzger, in China und habe nach der Rückkehr einen mehrteiligen Reisebericht verfasst:

    [...]

    Zahlreiche chinesische Leser melden sich nur mit einem Phantasienamen:

    [...]

    Vor kurzem teilte mir ein junger Chinese mit, dass er meine "links" nicht mehr öffnen könnte. Offensichtlich hat sich die chinesische Zensur eingeschaltet!

    Herzliche Grüsse

    Klaus Metzger
    HILDESHEIM

    Bitte verzichten Sie auf Werbung. Danke, die Redaktion/fk.

  2. Leider findet man in der Zeit und anderen Medien nur - durchaus kritische - Berichte über Facebook, Google+ und Co. Von den Alternativen wie Diaspora und anderen habe ich hier noch nie lesen dürfen. Die "Branchenriesen" werden damit als vollkommen alternativlos dargestellt. Leider, und da werden Sie mir recht geben müssen, machen Sie mit dieser Art der Berichterstattung vor allem eines: Werbung.

    Beste Grüße

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    • qbrick
    • 02.10.2011 um 18:29 Uhr

    Google ist der Feind der Zeitungsverleger, die sich mittlerweile im Internet tummeln und dort ihre aufgrund unpassabler Qualität nicht kommerziell verwertbaren Textchen veröffentlichen. Die Zeitungsverleger fordern eine Art Leistungsschutzgeld dafür, daß Suchmaschienenbetreiber ihnen die Leser auf ihre Seiten spülen.
    Nun raten Sie mal, auf welcher Seite Google steht.
    Genau hier, auf der Seite der Gegner dieser GEZ für Verleger: http://leistungsschutzrec...

    Nun kann man sich einen Reim darauf machen, was es mit der teilweise hysterischen Berichterstattung um Google auf sich hat.
    Ist "unsere" Presse frei? Ein Witz!

    Redaktion

    Lieber Ootmann,

    anbei ein paar Texte, die auf Zeit Online zur Alternative Diaspora erschienen sind:

    http://www.zeit.de/digita...
    http://www.zeit.de/digita...
    http://www.zeit.de/digita...
    http://www.zeit.de/digita...

    Beste Grüße
    Kai Biermann

    Lieber Kai,

    danke für die Liste. Mir als Zeit-Gelegenheitsleser müssen diese Artikel leider entgangen sein. Ich muss mich hiermit entschuldigen.

    Viele Grüße
    Ootmann

    • qbrick
    • 02.10.2011 um 18:29 Uhr

    Google ist der Feind der Zeitungsverleger, die sich mittlerweile im Internet tummeln und dort ihre aufgrund unpassabler Qualität nicht kommerziell verwertbaren Textchen veröffentlichen. Die Zeitungsverleger fordern eine Art Leistungsschutzgeld dafür, daß Suchmaschienenbetreiber ihnen die Leser auf ihre Seiten spülen.
    Nun raten Sie mal, auf welcher Seite Google steht.
    Genau hier, auf der Seite der Gegner dieser GEZ für Verleger: http://leistungsschutzrec...

    Nun kann man sich einen Reim darauf machen, was es mit der teilweise hysterischen Berichterstattung um Google auf sich hat.
    Ist "unsere" Presse frei? Ein Witz!

    Redaktion

    Lieber Ootmann,

    anbei ein paar Texte, die auf Zeit Online zur Alternative Diaspora erschienen sind:

    http://www.zeit.de/digita...
    http://www.zeit.de/digita...
    http://www.zeit.de/digita...
    http://www.zeit.de/digita...

    Beste Grüße
    Kai Biermann

    Lieber Kai,

    danke für die Liste. Mir als Zeit-Gelegenheitsleser müssen diese Artikel leider entgangen sein. Ich muss mich hiermit entschuldigen.

    Viele Grüße
    Ootmann

  3. Ich verstehe die ganze Aufregung um den Klarnamenzwang bei Google+ nicht. Wenn ich etwas gegen die Regeln des Netzwerkes habe, dann melde ich mich nicht an. Ende.
    Erstens gibt es genügend Alternativen, zweitens ist es sicherlich nicht lebenswichtig bei Google angemeldet zu sein.
    genausowenig wie bei Facebook und Co aber das ist ja ein anderes Thema.
    Und wenn ich unbedingt unter einem Pseudonym bloggen möchte dann mach ich meinen Blog dort auf wo ich das so machen kann wie es mir gefällt.

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    Eben nicht. G+ und vor allem Facebook sind "öffentlicher Raum" geworden. Natürlich kann man ausweichen und seine privaten anonymen Geschichten woanders bloggen. Aber ohne diese Dienste ist es viel schwerer, Öffentlichkeit herzustellen. Öffentlichkeit herstellen ist aber genau das, was publizierende Menschen tun wollen, was Revolutionäre tun müssen, und wozu zum Beispiel Homosexuelle in homophoben Gesellschaften gezwungen sind.

    Eben nicht. G+ und vor allem Facebook sind "öffentlicher Raum" geworden. Natürlich kann man ausweichen und seine privaten anonymen Geschichten woanders bloggen. Aber ohne diese Dienste ist es viel schwerer, Öffentlichkeit herzustellen. Öffentlichkeit herstellen ist aber genau das, was publizierende Menschen tun wollen, was Revolutionäre tun müssen, und wozu zum Beispiel Homosexuelle in homophoben Gesellschaften gezwungen sind.

    • qbrick
    • 02.10.2011 um 18:29 Uhr

    Google ist der Feind der Zeitungsverleger, die sich mittlerweile im Internet tummeln und dort ihre aufgrund unpassabler Qualität nicht kommerziell verwertbaren Textchen veröffentlichen. Die Zeitungsverleger fordern eine Art Leistungsschutzgeld dafür, daß Suchmaschienenbetreiber ihnen die Leser auf ihre Seiten spülen.
    Nun raten Sie mal, auf welcher Seite Google steht.
    Genau hier, auf der Seite der Gegner dieser GEZ für Verleger: http://leistungsschutzrec...

    Nun kann man sich einen Reim darauf machen, was es mit der teilweise hysterischen Berichterstattung um Google auf sich hat.
    Ist "unsere" Presse frei? Ein Witz!

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Mal wieder Werbung..."
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    Ach, ich dachte immer das wäre Apple?

    Ach, ich dachte immer das wäre Apple?

  4. Wer UNBEDINGT diesen "sozialen Netzwerkkram" braucht, denkt sich einfach einen "Klarnamen" aus!

    Wo ist da das Problem?

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    dass auch der geneigte Zeit-Online-Leser immer wieder dazu neigt, Artikel zu kommentieren, ohne sie vollständig gelesen zu haben.

    dass auch der geneigte Zeit-Online-Leser immer wieder dazu neigt, Artikel zu kommentieren, ohne sie vollständig gelesen zu haben.

  5. "Befürworter etlicher Positionen der Piratenpartei." stimmt zwar, aber "Mitglied" wäre treffender. ;) Die Redaktion wird das korrigieren, das kann aber eine Weile dauern.

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    Redaktion

    So lange hat's gar nicht gedauert. Naja, fast eine Stunde. Jetzt jedenfalls korrekt, hoffe ich.

    Grüße, Markus Horeld, der Sonntagsdienst

    Redaktion

    So lange hat's gar nicht gedauert. Naja, fast eine Stunde. Jetzt jedenfalls korrekt, hoffe ich.

    Grüße, Markus Horeld, der Sonntagsdienst

    • THEU
    • 02.10.2011 um 19:36 Uhr

    Ich bin auch gegen diesen Klarnamenzwang!

    Aber

    Ich kann verstehen warum es soweit kommen konnte.

    Man sieht es auf jeder Seite auf jedem Blog, wo sich User zu fast allen themen äußern können (so wie hier)

    Leider gibt es eine Unzahl von Usern die sich weder an die Netiquette halten noch Respektvoll miteinander umgehen!.

    Das schafft kein vernünftiges Diskussionsklima weil alle aufgrund von anonymität die Sau rauslassen.

    Jede Diskussion muss überwacht werden und das ist ein Aufwand der mehr als nur nervig für Seitenbetreiber ist.

    Solang wir uns nicht selber regulieren sehe ich keine Argument gegen diesen Klarnamenzwang.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es geht nicht um ein vernünftiges Diskussionsklima, das durch Klarnamenzwang entsteht, es geht um den zuordenbaren und gläsernen Nutzer. Das Diskussionsklima kann ich auch mit meinem Klarnamen vergiften, ohne, dass ich dafür Repressionen befürchten muss - das hängt einfach vom Sprachtalent und Aggressionslevel ab. Auch Arschlöcher können sich gewählt ausdrücken.

    Genau mit diesem "Diskussionskultur-Argument" möchte man agieren, weil diesem dann doch mehr Menschen auf den Leim gehen.

    Das "Problem" (auch, wenn ich mich wiederhole): Den Betreibern geht es nicht darum, das ist vorgeschoben, um Zuspruch zu erhalten. Es geht um vollständige Daten, um wertvollere Nutzerprofile. Thats it.

    • maja m
    • 02.10.2011 um 22:42 Uhr

    also wenn man ein paar jahre im netz unterwegs ist, weiss man mit trollen umzugehen : nicht füttern. (wenn man in der berliner u-bahn doof angemacht wird, steht man ja auch nicht auf und hebt ermahnend den zeigefinger...)
    aber was einfach nicht geht (was ich nach zwanzig jahren internetz immer wieder merke) ist zensur : ob facebook, google oder diskussionsforen - zensiert werden fühlt sich an wie china. da geht es halt nicht um netiquette, sondern eben um marktmodelle. keine pseudonyme, keine fremdwörter, kein humor, keine antikommunistischen ansichten...
    da behaupte noch jemand, willkür sei auch eine art von freiheit...

    • GDH
    • 05.10.2011 um 16:27 Uhr

    "Jede Diskussion muss überwacht werden und das ist ein Aufwand der mehr als nur nervig für Seitenbetreiber ist."

    Dagegen würde es helfen, endlich eine vernünftige Haftungsfreistellung für Seitenbetreiber zu schaffen, wenn Dritte sich dort äußern.

    Mit ein paar dummen Sprüchen, von mir aus auch Rumgepöbel, kann ich leben (zumal das Meiste davon wohl auch mit Klarnamen geschrieben würde). Wenn sich Redaktionen sicher sein könnten, dass es reicht, alle paar (Werk-)Tage den Beschwerden von Lesern nachzugehen, könnten sie mit dem Thema viel entspannter umgehen.

    Es geht nicht um ein vernünftiges Diskussionsklima, das durch Klarnamenzwang entsteht, es geht um den zuordenbaren und gläsernen Nutzer. Das Diskussionsklima kann ich auch mit meinem Klarnamen vergiften, ohne, dass ich dafür Repressionen befürchten muss - das hängt einfach vom Sprachtalent und Aggressionslevel ab. Auch Arschlöcher können sich gewählt ausdrücken.

    Genau mit diesem "Diskussionskultur-Argument" möchte man agieren, weil diesem dann doch mehr Menschen auf den Leim gehen.

    Das "Problem" (auch, wenn ich mich wiederhole): Den Betreibern geht es nicht darum, das ist vorgeschoben, um Zuspruch zu erhalten. Es geht um vollständige Daten, um wertvollere Nutzerprofile. Thats it.

    • maja m
    • 02.10.2011 um 22:42 Uhr

    also wenn man ein paar jahre im netz unterwegs ist, weiss man mit trollen umzugehen : nicht füttern. (wenn man in der berliner u-bahn doof angemacht wird, steht man ja auch nicht auf und hebt ermahnend den zeigefinger...)
    aber was einfach nicht geht (was ich nach zwanzig jahren internetz immer wieder merke) ist zensur : ob facebook, google oder diskussionsforen - zensiert werden fühlt sich an wie china. da geht es halt nicht um netiquette, sondern eben um marktmodelle. keine pseudonyme, keine fremdwörter, kein humor, keine antikommunistischen ansichten...
    da behaupte noch jemand, willkür sei auch eine art von freiheit...

    • GDH
    • 05.10.2011 um 16:27 Uhr

    "Jede Diskussion muss überwacht werden und das ist ein Aufwand der mehr als nur nervig für Seitenbetreiber ist."

    Dagegen würde es helfen, endlich eine vernünftige Haftungsfreistellung für Seitenbetreiber zu schaffen, wenn Dritte sich dort äußern.

    Mit ein paar dummen Sprüchen, von mir aus auch Rumgepöbel, kann ich leben (zumal das Meiste davon wohl auch mit Klarnamen geschrieben würde). Wenn sich Redaktionen sicher sein könnten, dass es reicht, alle paar (Werk-)Tage den Beschwerden von Lesern nachzugehen, könnten sie mit dem Thema viel entspannter umgehen.

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