Nutzer-Daten Warum Facebook längst nicht alle Daten rausrückt
Für Facebook-Nutzer gibt es zwei Wege, an ihre Daten zu gelangen. Beide führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Und keiner zu vollständigen Angaben, sagen Kritiker.
Mit seinem Antrag, Facebook möge ihm all seine Daten aushändigen, hat Max Schrems aus Wien dafür gesorgt, dass der Konzern sein Angebot umbauen musste. Allerdings nicht so, wie Schrems es sich gewünscht hatte.
Der Jurastudent hatte hartnäckig verlangt, alle über ihn bei Facebook gespeicherten Informationen ausgehändigt zu bekommen. Laut Artikel 12 der Europäischen Datenschutzrichtlinie, auf die sich auch Facebook beruft, ist das sein gutes Recht. Schließlich bekam er eine CD-ROM zugeschickt, auf der sich eine PDF-Datei mit rund 1.200 Seiten befand.
Weil Schrems davon überzeugt war, dass einerseits nicht alle seine Daten herausgegeben wurden, andererseits aber Informationen in der PDF-Datei enthalten waren, die er selbst längst gelöscht hatte, startete er einen Aufruf: Möglichst viele Facebook-Nutzer sollten auf dem von ihm aufgezeigten Weg ihre Daten anfordern. Und so Facebook signalisieren, dass ihnen der Umgang mit ihren Daten wichtig ist.
Wenig später erklärte Facebook, der Aufruf habe zu einer so großen Zahl von Anfragen geführt, dass man den Forderungen nicht innerhalb von 40 Tagen nachkommen könne. 40 Tage sind der Zeitraum, den der irische Datenschutzbeauftragte vorgibt. Der ist zuständig, weil Facebooks europäischer Sitz in Dublin ist.
Nun hat das Netzwerk auch innerhalb seines Angebots reagiert. Der alte Link auf das Antragsformular zur Herausgabe der Daten führt jetzt nur noch auf die allgemeine Hilfe-Seite. Schrems und seine Initiative Europe versus Facebook schimpften, Facebook habe das Formular gelöscht.
Das Unternehmen dementiert energisch: "Der aktuelle Vorwurf ist unbegründet. Facebook ist nicht nur vollständig konform mit europäischen Datenschutzrichtlinien, wir sind auch der Auffassung, dass jedem Facebook-Nutzer seine Daten gehören und Nutzer einen einfachen Zugang dazu haben sollten. Aus diesem Grund stellen wir Nutzern eine einfache Möglichkeit zur Verfügung, alles herunterzuladen, was sie jemals auf Facebook veröffentlicht haben." Zu finden ist der Download-Bereich unter den Kontoeinstellungen. "Lade eine Kopie deiner Facebook-Daten herunter", heißt es dort ganz unten.
- Privatsphäre
Die 2004 gestartete Seite Facebook will nach Aussage ihre Gründers Mark Zuckerberg die Welt offener und vernetzter machen. Das gelingt ihr offensichtlich viel zu gut, gab es doch bereits häufig Proteste, Facebook nötige seine Nutzer zu mehr Offenheit, als diese sich wünschten. So sammelt die Seite E-Mail-Adressen und Telefonnummern auch von Nichtmitgliedern, wenn Mitglieder ihr Adressbuch bei Facebook speichern. Sie nutzt diese Informationen, um Nichtmitglieder zu kontaktieren. Facebook betont, dass dabei keine "Schattenprofile" von Nichtmitgliedern erstellt werden, die irische Datenschutzbehörde will das noch genau überprüfen. Der Konzern hat auf den Widerstand seiner Nutzer reagiert und zumindest die möglichen Einstellungen, welche Profilinformationen für wen sichtbar sein sollen, überarbeitet. Auch "Gruppen" wurden eingeführt. Nutzer können ihre Kontakte in solchen organisieren, damit nicht jede Information an alle geht.
- Vernetzung
Aufgrund der Struktur der Seite ist es jedoch möglich, Schlüsse über jemanden zu ziehen, die er so nicht beabsichtigt hatte. Allein die als Freunde bezeichneten Mitglieder können durch ihre Interessen beispielsweise nahe legen, dass jemand homosexuell ist, auch wenn er selbst das nicht in seinem Profil angibt. Der hohe Vernetzungsgrad und die vielen verfügbaren Informationen machen es möglich, statistische Wahrscheinlichkeiten zu berechnen und so neue Schlüsse zu ziehen. Kritiker sagen, das Netzwerk könne beispielsweise für Dissidenten lebensgefährlich sein, da es Gruppenstrukturen durchschaubar mache.
- Profil
Wer Facebook nutzen, aber so wenig wie möglich über sich verraten will, sollte beispielsweise keinen Gruppen beitreten und keine persönlichen Interessen wie Musik angeben. Was genau das eigene Profil nach außen sichtbar macht, lässt sich unter anderem bei dieser Seite abfragen. Sie nutzt die offizielle API von Facebook, die Schnittstelle also, durch die externe Firmen Informationen über Mitglieder beziehen dürfen. Wer sich darüber hinaus davor schützen will, dass ihm mit einem gestohlenen Passwort sein halbes Leben abhanden kommt, kann inzwischen beim Login in seinen Account temporäre Passwörter nutzen.
Im Hilfebereich beschreibt Facebook unter der Überschrift "Wie kann ich auf die Daten meines Kontos zugreifen?": "Wir haben ein praktisches Werkzeug erstellt, mit dem Facebook-Nutzer gemäß der EU-Richtlinie 95/46/EC selber auf ihre persönlichen Daten zugreifen können, über die wir verfügen. Du kannst jederzeit umgehend und kostenlos auf deine Daten zugreifen. In diesem Download findest du alle Daten, die unserer Ansicht nach zur Einhaltung des Datenschutzgesetzes notwendig sind."
Das ist der Schlüsselsatz: Denn per Download gibt es längst nicht alle Daten. Übermittelt werden nur jene, von denen Facebook denkt, dass sie herausgegeben werden müssen, um die europäische Datenschutzrichtlinie zu erfüllen.
- Datum 09.11.2011 - 17:29 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Jahrhunderte lang bestand der Freiheitkampf von Menschen darin, dass sie gegenüber dem Staat Rechte erstritten.
Nun scheint es, dass wir gegenüber von Konzernen, die nicht minder mächtig sind, wieder unsere Rechte erkämpfen müssen und der ganze Spaß von vorn anfängt.
Bürger, ihr habt nichts zu verlieren außer eurer Datenspur im Internet... vereinigt euch! ;)
Es würde mich schon interessieren, wozu ich jemals den Gefällt-mir-Knopf gedrückt habe.
Wer führt schon selbst Buch darüber?
Das Wissen wäre Voraussetzung dafür, ein "gefällt mir" auch mal wieder zu entziehen.
Doch machen wir uns nichts vor: Wenn der irische Datenschutzbeauftragte zu lästig wird, wird Facebook eben in ein willfährigeres Land umziehen -- der Köder von ein paar Arbeitsplätzen dürfte ausreichen, um "angemessene" gesetzliche Rahmenbedingungen bereitet zu bekommen.
Facebook wäre nicht allzu schlau, aus Irland / der EU abzuhauen. Immerhin dürfte Europa der größte Markt für Konsum- und Luxusprodukte sein und ob man den Verlieren will? Außerdem lässt sich Irland ganz gut nutzen siehe www.bloomberg.com/video/6....
Wenn Du nichts bezahlst, dann bist Du NICHT der Kunde, dann bist Du das Produkt! ... und du wirst verkauft, und verkauft , und verkauft ... Das ist wie bei den Schweinen auf dem Bauernhof, die finden's auch zeitweise gut bei freier Kost und Unterkunft.
P.S.
ich habe accounts bei facebook, Twitter, Google, LinkedIn etc.
Eigentlich sollte jedem klar sein, dass ein Unternehmen wie Facebook in erster Linie wirtschaftliche Interessen verfolgt. Und dazu sind die Daten der Nutzer von eminenter Bedeutung. Das beste Druckmittel sind immer noch der Rückzug von dieser Plattform und die Verweigerung der persönlichen Daten für nicht ausreichend transparente Ziele.
Aber offensichtlich gibt es zu wenige, die aufgeklärt genug sind, um sich Boykottaufrufen anzuschließen.
Jetzt wo Sie es sagen, fällt es mir wie Schuppen aus den Haaren: Anscheinend verfolgt Facebook tatsächlich wirtschaftliche Interessen!
Diese Erkenntnis hat mich so empört, dass ich sogleich eine Liste mit Unternehmen zusammengestellt habe, auf die dieser Verdacht ebenfalls zutreffen könnte. Sie glauben gar nicht, was da alles zu Tage trat! Ich bereite nun einen umfassenden Boykottaufruf gegen alle diese Unternehmen vor! Wir müssen uns zusammentun und diesen wirtschaftlichen Interessen endlich entschlossen begegnen!
und den Artikel liest, weiß Facebook auch jede Menge über User die eben nicht dort angemeldet sind. Ihr Aufruf Facebook nicht zu nutzen nützt also wenig.
Jetzt wo Sie es sagen, fällt es mir wie Schuppen aus den Haaren: Anscheinend verfolgt Facebook tatsächlich wirtschaftliche Interessen!
Diese Erkenntnis hat mich so empört, dass ich sogleich eine Liste mit Unternehmen zusammengestellt habe, auf die dieser Verdacht ebenfalls zutreffen könnte. Sie glauben gar nicht, was da alles zu Tage trat! Ich bereite nun einen umfassenden Boykottaufruf gegen alle diese Unternehmen vor! Wir müssen uns zusammentun und diesen wirtschaftlichen Interessen endlich entschlossen begegnen!
und den Artikel liest, weiß Facebook auch jede Menge über User die eben nicht dort angemeldet sind. Ihr Aufruf Facebook nicht zu nutzen nützt also wenig.
Jetzt wo Sie es sagen, fällt es mir wie Schuppen aus den Haaren: Anscheinend verfolgt Facebook tatsächlich wirtschaftliche Interessen!
Diese Erkenntnis hat mich so empört, dass ich sogleich eine Liste mit Unternehmen zusammengestellt habe, auf die dieser Verdacht ebenfalls zutreffen könnte. Sie glauben gar nicht, was da alles zu Tage trat! Ich bereite nun einen umfassenden Boykottaufruf gegen alle diese Unternehmen vor! Wir müssen uns zusammentun und diesen wirtschaftlichen Interessen endlich entschlossen begegnen!
...werde fast schon wie ein "Aussätziger" behandelt ;-)
Jüngere und charakterschwache Menschen können sich dem aufgebauten "sozialen Druck" allerdings schwerlich entziehen.
Ich selbst habe einen Twitter- und Youtubeaccount - allerdings mit gefakten Daten und "ausländischen" Emailadressen.
P.S. Ich muß aber gestehen, daß ich gerade Diaspora (Alphaphase) teste....
...wenn kommerziell veranlagte Konzerne einen
gesellschaftlichen Standard stellen.
Ich selbst habe keinen facebook-account und werde trotzdem täglich mit dieser Plattform konfrontiert. Der Großteil meiner Freunde benutzt es. Wenn man sie mit den unbequemen Wahrheiten konfrontiert, sind sie sogar teilweise einsichtig. Ändern tut das aber gar nichts, sie sind wohl süchtig. Ich habe auch kein Problem damit, dass sie es nutzen.
Ein Problem wird facebook dann, wenn ich als 'nicht-user' bemerke, dass sich für mich dadurch Nachteile ergeben.
Die fangen an, weil ich nicht an der arg bequemen Kommunikation innerhalb meines Freundeskreises und darüber hinaus teilnehmen kann; weiterhin, dass ich an jedem zweiten Gewinnspiel nicht mehr teilnehmen kann und mir diverse, nur über facebook kommunizierte Informationen vorenthalten bleiben; bis hin zu abgelehnten Jobangeboten, da andere Bewerber, mit gleicher Qualifikation, über facebook, zumindest teilweise, überprüfbar waren. Ich bekomme wahrscheinlich nur die Absage und weiß nichtmal warum dies geschah! Das Ganze ließe sich mit weiteren Beispielen fortsetzen...
Nee nee, ich habe keine Lust dem definitiven gesellschaftlichen Druck zu erliegen und dieses Wissen mit meinen Daten zu bezahlen. Facebook darf kein gesellschaftlicher Standard werden, solange sie nicht versprechen, die Daten alle 2 Wochen zu löschen und sich als Dienstleister an die Menschheit definiert.
Kommerzielle Monopole sind für die Brause; siehe Microsoft und Apple.
y.
...wenn kommerziell veranlagte Konzerne einen
gesellschaftlichen Standard stellen.
Ich selbst habe keinen facebook-account und werde trotzdem täglich mit dieser Plattform konfrontiert. Der Großteil meiner Freunde benutzt es. Wenn man sie mit den unbequemen Wahrheiten konfrontiert, sind sie sogar teilweise einsichtig. Ändern tut das aber gar nichts, sie sind wohl süchtig. Ich habe auch kein Problem damit, dass sie es nutzen.
Ein Problem wird facebook dann, wenn ich als 'nicht-user' bemerke, dass sich für mich dadurch Nachteile ergeben.
Die fangen an, weil ich nicht an der arg bequemen Kommunikation innerhalb meines Freundeskreises und darüber hinaus teilnehmen kann; weiterhin, dass ich an jedem zweiten Gewinnspiel nicht mehr teilnehmen kann und mir diverse, nur über facebook kommunizierte Informationen vorenthalten bleiben; bis hin zu abgelehnten Jobangeboten, da andere Bewerber, mit gleicher Qualifikation, über facebook, zumindest teilweise, überprüfbar waren. Ich bekomme wahrscheinlich nur die Absage und weiß nichtmal warum dies geschah! Das Ganze ließe sich mit weiteren Beispielen fortsetzen...
Nee nee, ich habe keine Lust dem definitiven gesellschaftlichen Druck zu erliegen und dieses Wissen mit meinen Daten zu bezahlen. Facebook darf kein gesellschaftlicher Standard werden, solange sie nicht versprechen, die Daten alle 2 Wochen zu löschen und sich als Dienstleister an die Menschheit definiert.
Kommerzielle Monopole sind für die Brause; siehe Microsoft und Apple.
y.
Ich nutze Facebook und Android-->Google
seit einigen Jahren without-any-problems und kann diese typisch,deutsche mediale Panikmache nicht nachvollziehen
Vielmehr sehe ich die Vorteile /Nutzen ,die mir FB oder auch solch tolle klasse Innovationen wie G-streetview bringen.
Wieso hat der Deutsche eigentlich immer die totale Panik vor allem was neu ist,im Vergleich zu anderen Ländern,wo man social-networking und neuen Technologien viel offener begegnet,als in Schland?
Weil der Deutsche glücklicherweise mindestens ein bisschen aus der eigenen Vergangenheit lernt.
Andererseits, wenn sie irgendwann keine Arbeit bekommen, Facebook könnte daran Schuld sein, oder wenn es beim nächsten Visa unangenehme Fragen gibt, etc.
Weil der Deutsche glücklicherweise mindestens ein bisschen aus der eigenen Vergangenheit lernt.
Andererseits, wenn sie irgendwann keine Arbeit bekommen, Facebook könnte daran Schuld sein, oder wenn es beim nächsten Visa unangenehme Fragen gibt, etc.
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