Facebook-Gründer Mark Zuckerberg © Chris Ratcliffe/dpa

Sieben Punkte umfasst die Beschwerdeliste der Federal Trade Commission FTC , die darlegt, in welchen Fällen Facebook die Privatsphäre seiner Nutzer verletzt haben soll. Darunter sind schwerwiegende Vorwürfe. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gab nun eine Erklärung ab , in der er zugibt, "eine Reihe von Fehlern" begangen zu haben und in der er weitgehende Änderungen verspricht. Änderungen, die Auswirkungen auf die Grundausrichtung des Netzwerks und sogar den angeblich bevorstehenden Börsengang haben könnten.

Die FTC beklagt unter anderem, dass Facebook seinen Nutzern gegenüber behauptet habe, Apps von Drittanbietern würden nur Daten bekommen, die sie für die App brauchen. Tatsächlich aber konnten die Anbieter fast alle Daten der Nutzer einsehen. Ein Programm, von dem Facebook behauptete, dass es Apps überprüfe, bevor sie auf Facebook angeboten würden, habe nie existiert.

Facebook habe zudem erklärt, Nutzerdaten nicht an Werbetreibende zu verkaufen – und habe es dann doch getan. Facebook erklärte am Mittwoch dazu, dass es sich damals um einen Einzelfall und einen technischen Fehler gehandelt habe. Facebook verkaufe niemals Daten an Drttte.

Interessanterweise befindet die FTC auch, dass Facebook sich nicht an die Maßgaben des Safe-Harbor-Abkommens der USA mit der EU halte, das die Übermittlung personenbezogener Daten in die USA unter bestimmten Bedingungen erlaubt.

Beschwerde legt die FTC immer dann ein, wenn sie Grund zu der Annahme hat, dass ein Gesetzesverstoß vorliegt. Eine Einigung mit der FTC ist jedoch kein Eingeständnis, Gesetze gebrochen zu haben. Facebook umgeht damit aber eine mögliche Klage.

Einige der angemahnten Schwachstellen hat Facebook nach Angaben von Zuckerberg längst beseitigt oder klargestellt. Doch Facebook verpflichtet sich nun zusätzlich zu weiteren Maßnahmen, die den Schutz der Privatsphäre seiner Nutzer verbessern sollen. So muss Facebook laut dem Abkommen jedes Mitglied künftig ausdrücklich um Erlaubnis fragen, wenn es Daten in einem Maße verbreiten will, die über dessen Privatsphäre-Einstellungen hinausgehen. Das bedeutet, das das Netzwerk eine Opt-In-Option installieren muss, wenn es den Umgang mit Nutzerdaten ändert. Das betrifft Änderungen, die das Teilen von Informationen der Mitglieder untereinander betreffen, aber auch die Weitergabe von Daten an Dritte.

Facebooks "Strategie, lieber um Vergebung zu bitten als um Erlaubnis, muss damit enden", schreibt Josh Constine bei Techcrunch . Denn Facebook war einige Zeit nach seiner Gründung dazu übergegangen, Änderungen erst einmal für alle einzuführen und standardmäßig zu aktivieren. Wer etwas nicht wollte, musste es nachträglich in seinen Privatsphäre-Einstellungen abschalten. Die Wende zum Opt-In würde den Charakter des Netzwerks verändern – so, wie es sich Datenschützer schon lange wünschen.