In IKEA-Filialen folgen Mitarbeiter ausgewählten Kunden und beobachten, wohin diese laufen und was sie sich anschauen. In Supermärkten testen Psychologen, welche Regalhöhen, Gangbreiten und Laufwege sinnvoll sind, um so viel wie möglich zu verkaufen. Manche Geschäfte setzen Kameras ein, um Kunden beim Einkaufen auszuspähen . Und auf Internetseiten wird mithilfe von sogenannten Cookies verfolgt, was die Menschen anschauen. In den USA werden zu dieser Art Kundenbeobachtung nun Handydaten ausgewertet.

Zwei Einkaufszentren haben gerade damit begonnen, die Bewegungen ihrer Kunden anhand von Handy-Standortdaten zu erfassen. In den Malls Promenade Temecula im Süden Kaliforniens und Short Pump Town Center in Richmond im Bundesstaat Virginia sind seit dem vergangenen Freitag Scanner installiert, die die Gerätekennung von Mobiltelefonen registrieren und speichern.

Beide Malls gehören zu Forest City , einem amerikanischen Immobilienunternehmen. Das erklärte in einer Mitteilung , der Einsatz der Scanner sei ein Test, um Kundenbewegungen zu beobachten und "das Einkaufserlebnis zu verbessern". Vom 25. November bis zum Neujahrstag würden in den beiden Malls die Daten gesammelt.

Die Technologie, die das Unternehmen einsetzt, nennt sich Footpath und stammt von einer britischen Firma namens Path Intelligence. Zwar versichert Forest City, dass Datenschutz und Anonymität bei dem Verfahren gewahrt blieben. Zweifel sind aber angebracht.

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Weder Forest City noch Path Intelligence sagen in ihren Mitteilungen dazu, welche Daten der Kundenhandys sie nun genau speichern. Es heißt lediglich: "Die Geräte registrieren Signale der Mobiltelefone der Kunden und versenden diese Daten, damit sie ausgewertet werden können. Die Technik sammelt keine persönlichen Informationen oder Telefonnummern."

Die Scanner registrieren wahrscheinlich die Identifizierungsnummer der SIM-Karte, die sogenannte IMSI . Dafür spricht, dass Path Intelligence die Nationalität der Kunden kennt und diese Information ebenfalls als Auswertungsmerkmal anbietet. Denn die IMSI soll Mobilfunkkunden eindeutig identifizierbar machen – weltweit. Sie enthält dazu unter anderem eine Länderkennung, der Code 262 steht beispielsweise für Deutschland. Jede Nummer wird auch nur einmal vergeben und lässt sich zu einem Mobilfunkvertrag zurückverfolgen.