Geheimberichte : Mail-Überwachung durch Geheimdienste deutlich gestiegen

Die Zahlen sind geheim, doch zwei Berichte wurden öffentlich: Die deutschen Geheimdienste haben die Überwachung der Internetkommunikation massiv ausgeweitet.

Die deutschen Geheimdienste haben 2010 exakt 37.292.862 E-Mails und Datenverbindungen kontrolliert. Die Fahnder durchforsteten die Mails nach etwa 2.000 Schlagwörtern zum Thema Terrorismus, etwa 13.000 Stichworte zum Bereich der Proliferation und 300 Schlagwörter zur illegalen Schleusung, zitierte die Bild -Zeitung aus zwei neuen Berichten des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages für die Geheimdienste (PKG).

Damit habe sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr mehr als verfünffacht. 2009 waren 6,8 Millionen Internet- und sonstige Kommunikationen überprüft worden. Zahlen für 2011 nannte die Zeitung keine.

Trotz der Überwachung habe es nur in 213 Fällen tatsächlich verwertbare Hinweise für die Geheimdienste gegeben.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), Bundesnachrichtendienst ( BND ) und Militärischer Abschirmdienst (MAD) dürfen den Datenverkehr durchsuchen, um Terroristen, Waffenschieber oder Schleuser-Banden aufzuspüren. Schutz vor der Überwachung bietet Verschlüsselungssoftware.

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Kommentare

37 Kommentare Seite 1 von 8 Kommentieren

und wenn ein Suchbegriff auftaucht, darf gelesen werden ?

Interessant ist die Aufteilung der Suchbegriffe :

2000 Schlagwörtern im Bereich Terrorismus, 13.000 Suchwörtern wegen Proliferation und rund 300 Begriffen im Zusammenhang mit illegaler Schleusung

Da fragt man sich doch, welche Bedeutung Proliferation in diesem Zusammenhang hat und ich frage mich,
was in diesem Zusammenhang n i c h t kontrolliert wird.

laut Wiki beträgt der Wortschatz von 15-Jährigen rund 12.000 Wörter (darüber gibt es Untersuchungen, ansonsten gibt es Schätzungen über den Wortschatz , der von der Ausbildung und Beruf des Betreffenden abhängt.

Bei 15 000 Suchworten fragt man sich, nach welchen Begriffen n i c h t gesucht wird

......

#Bombe ist so ein Begriff.

Wenn also der 0-8/15-Bürger den einfachen Satz "Das hat bei uns eingeschlagen wie eine Bombe" oder "Das wird wie eine Bombe einschlagen" in einer Mail geschrieben hat und dabei womöglich nur eine nette Überraschung auf der Hochzeitsparty eines Freundes meinte - tja, Pech gehabt. Allein das Wort "Bombe" hat ausgereicht, um auf die Überwachungslisten der verschiedenen Geheimdienste zu landen und um ausspioniert und überwacht zu werden.

Vielleicht versteht jetzt auch der Letzte, dass der Satz: "Ich habe ja nichts zu verbergen" einfach nicht funktioniert. Jeder, wirklich jeder ist von der Überwachung betroffen. Wacht endlich auf!

Und mal ehrlich: Wer glaubt denn, dass echte Terroristen den Begriff #Bombe tatsächlich benutzen?