Suchmaschine Anonymisierte Google-Suche über Scroogle ist blockiert

Scroogle schaltet sich zwischen Nutzer und Googles Suchmaschine, um Cookies und Werbung herauszufiltern. Nun blockiert Google den Dienst, sagen die Betreiber.

Ergebnis einer Suche auf scroogle.org am Mittwoch: "Forbidden – so sorry."

Ergebnis einer Suche auf scroogle.org am Mittwoch: "Forbidden – so sorry."

Google blockiert Scroogle. Das zumindest sagen die Betreiber von Scroogle, einem Proxy-Service für anonymes Suchen mit der Google-Suchmaschine.

Wer etwas in die Suchmaske auf scroogle.org eingibt, bekommt die Ergebnisse einer Google-Suche, allerdings ohne Werbung und nicht personalisiert. Scroogle fragt die Suchbegriffe mit einer eigenen IP-Adresse bei Google ab, speichert selbst keine IP-Adressen seiner Nutzer und verhindert, dass Google beim Suchenden einen Cookie platziert, mit dem der Nutzer von Google wiedererkannt werden kann. Scroogle ist also ein Filter, der die Privatsphäre von Menschen schützt, die gerne die Suchmaschine von Google nutzen wollen. Seit neun Jahren gibt es den Dienst, er finanziert sich über Spenden.

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Derzeit führt eine Suche bei Scroogle auf eine Seite mit der Überschrift "Forbidden – so sorry… Google is temporarily blocking this Scroogle server." Darunter stehen einige Zahlen, die zeigen sollen, dass hier ein Goliath auf einen harmlosen David einschlägt: Google verarbeite eine Milliarde Suchanfragen am Tag, Scroogle nur 350.000. Google betreibe 900.000 Server, Scroogle nur sechs. Google habe 45 Milliarden US-Dollar auf der Bank, Scroogle überlebe mit Spenden von durchschnittlich 43 Dollar am Tag. Und fast alle Scroogle-Nutzer seien menschliche Wesen – dennoch behandle Google den Dienst wie einen Bot für automatisierte Massenabfragen, dessen Einsatz nach Googles Nutzungsbedingungen verboten wäre.

Die Scroogle-Blockade muss nicht unbedingt Absicht sein, sondern könnte auch rein technische Gründe haben. Im Mai 2010 gab es eine ähnliche Situation, auch damals bekamen die Scroogle-Nutzer keine Suchergebnisse. Der Grund: Google hatte die Seite http://www.google.com/ie abgeschaltet. Die war für Nutzer des Internet Explorer 6 gedacht, aber Google hatte entschieden, den als unsicher geltenden Browser nicht länger zu unterstützen. Scroogle aber hatte seine Suchergebnisse über genau diese Seite eingeholt.

Die Nutzungsbedingungen von Google untersagen streng genommen, dass Dienste wie Scroogle die Google-Suchergebnisse in einem eigenen Fenster und bereinigt von Cookies und Werbung anzeigen. In der noch bis zum 1. März 2102 gültigen deutschen Fassung heißt es: "Sie sind nicht berechtigt, die Dienste in missbräuchlicher Art und Weise zu nutzen, in die Dienste einzugreifen oder auf die Dienste in anderer Weise als über die von Google bereitgestellten Benutzeroberflächen und/oder Schnittstellen zuzugreifen. Sie müssen sich an die Vorgaben halten, die in den robots.txt-Dateien der Dienste hinterlegt sind. Es ist Ihnen untersagt, auf die Dienste in automatisierter Weise zuzugreifen, beispielsweise mit Robots oder Skripts. Wenn Sie gegen diese Nutzungsbedingungen, zusätzliche Bedingungen oder andere Regelungen verstoßen, die für die Nutzung des jeweiligen Dienstes gelten, kann Google Ihrer individuellen Nutzung der Dienste Grenzen setzen oder diese zeitweilig oder auf Dauer unterbinden.

In der neuen Fassung heißt es nur noch: "Sie sind beispielsweise nicht berechtigt, in die Dienste einzugreifen oder in anderer Weise als über die von Google bereitgestellte Benutzeroberfläche und gemäß unseren Vorgaben auf die Dienste zuzugreifen."

Ob Google derzeit absichtlich versucht, Scroogle zu blockieren, ist noch unklar. Ein Google-Sprecher hat auf Anfrage eine offizielle Äußerung in Aussicht gestellt. Die Scroogle-Betreiber haben bislang nicht auf Anfragen reagiert.

Sollte es sich um eine gezielte Blockade handeln, würde auch das bei manchen auf Verständnis stoßen. Der Suchmaschinenoptimierer Oliver Whitham schrieb bei Twitter: "Scroogle ist verärgert, weil Google es blockiert. Wenn jemand meine gesamte Arbeit klauen und jeden Tag an 350.000 Menschen verteilen würde, wäre ich aber auch verdammt sauer."

Ein bisschen Absicht kann man Google aber unterstellen: Die Scroogle-Seite selbst taucht nicht mehr in Googles Suchindex auf. Wer nach Scroogle oder scroogle.org sucht, bekommt nur den Wikipedia-Eintrag, Artikel über Scroogle und Add-ons für den Browser, mit denen sich Scroogle-Suchen durchführen lassen. Die aber stammen nicht von den Scroogle-Betreibern selbst, sondern von anderen Entwicklern.

Eine Alternative zu Scroogle ist DuckDuckGo – die Suchmaschine speichert ebenfalls keine IP-Adressen und andere Informationen ihrer Nutzer und setzt Cookies nach eigenen Angaben nur, wenn es nicht anders möglich ist. Auch Werbeeinblendungen lassen sich in den Einstellungen deaktivieren. Und auch die Metasuchmaschine Ixquick verzichtet auf jede Form von Nutzerdatenspeicherung.

 
Leser-Kommentare
  1. Ja, schade. Ich nutze derzeit anstelle von scroogle https://ixquick.com/deu/
    Positiv: öffnet auf jeden Treffen ein neues Fenster.

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    Redaktion

    ... ganz am Schluss. ;-)

    Redaktion

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  2. Redaktion

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    Antwort auf "Alternativlos? Nein."
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    Sorry for SPAM. :-)
    http://www.youtube.com/wa...

    Sorry for SPAM. :-)
    http://www.youtube.com/wa...

  3. Sorry for SPAM. :-)
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    Antwort auf "Steht ja auch im Text"
    • oh.stv
    • 15.02.2012 um 13:05 Uhr

    Da es hier gerade so schön reinpasst.

    https://startpage.com/ ist die amerikanische Version von ixquick. Und im Gegensatz zur
    europäische Variante, verwendet sie auch die Google suche.

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    • xpeten
    • 15.02.2012 um 13:19 Uhr

    Zudem gehört das rücksichtslose Einschlagen eines Goliaths auf einen harmlosen David wohl zum Geschäftsmodell dieser unappetitlichen Internet-Monopolisten.

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    • Ranjit
    • 15.02.2012 um 13:54 Uhr

    Wir ignorieren jetzt einfach mal, dass noch gar nicht klar ist, ob Google hier absichtlich sperrt.

    Jedoch selbst wenn, dann stellt sich die Frage ob Scroogle irgendein Recht darauf hat, die Dienste parasitär zu nutzen. Hier wird ja direkt Serverleistung von Google genutzt ohne Gegenleistung oder Erlaubnis. Wie würden sie reagieren, wenn sich einige Nachbarn bei ihrem Strom bedienen mit dem Hinweis, dass sie weniger Gehalt bekommen und auch keinen Fernseher betreiben?

    • Ranjit
    • 15.02.2012 um 13:54 Uhr

    Wir ignorieren jetzt einfach mal, dass noch gar nicht klar ist, ob Google hier absichtlich sperrt.

    Jedoch selbst wenn, dann stellt sich die Frage ob Scroogle irgendein Recht darauf hat, die Dienste parasitär zu nutzen. Hier wird ja direkt Serverleistung von Google genutzt ohne Gegenleistung oder Erlaubnis. Wie würden sie reagieren, wenn sich einige Nachbarn bei ihrem Strom bedienen mit dem Hinweis, dass sie weniger Gehalt bekommen und auch keinen Fernseher betreiben?

  5. ..unless you really, really want to.

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  6. Seit einiger Zeit hab ich Google ganz bei mir rausgeschmissen und nutze nur noch Bing. Außerdem ist natürlich Ghostery angeschaltet, das alle, die meine Klickereien verfolgen wollen, blockiert. So wie hier gerade, auf der ZEIT-Seite:
    "5 Tracker gefunden auf dieser Seite, 5 blockiert."
    .

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