Datenschutz : Netzwerk Path greift Nutzer-Adressbuch ab

Ein Nutzer des noch neuen sozialen Netzwerks Path fand heraus, dass sein iPhone-Adressbuch vollständig hochgeladen wurde. Der Chef des Unternehmens bittet um Verzeihung.

Die mobile Online-Plattform Path hat nur wenige Wochen nach ihrem Start mit einem Verstoß gegen den Datenschutz zu kämpfen. Der Software-Entwickler Arun Thampi stellte fest , dass die Path-App ohne Vorwarnung das gesamte Adressbuch seines Smartphones auf die Server des Startups hochlud. Das Unternehmen bestätigte dies.

Path-Mitgründer und CEO Dave Morin bat in einem Blogeintrag um Verzeihung: "Wir haben einen Fehler gemacht." Alle Daten aus Adressbüchern seien gelöscht worden.

Die hochgeladenen Daten habe Path gebraucht, damit Nutzer ihre Bekannten leichter in dem Netzwerk wiederfinden könnten. Ab der nächsten Version der App werde dafür die Zustimmung der Nutzer eingeholt.

Path ist eine mobile Anwendung für Smartphones , die als soziales Netzwerk funktioniert. Nutzer können dort – ähnlich wie bei Facebook oder Twitter – Bilder und Videos oder ihre Aktivitäten austauschen.

Das Startup-Unternehmen wurde schon als nächster Star unter den Sozialen Netzwerken gehandelt. Die jetzt bekannt gewordene Datensammelwut könnte die Beliebtheit allerdings erheblich bremsen. Bislang wurde Path etwa 1,5 Millionen Mal heruntergeladen, anderen Quellen zufolge soll das Netzwerk bereits etwa zwei Millionen Nutzer haben .

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

13 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Erst klammheimlich Daten sammeln

Immer wieder das gleiche. Erst klammheimlich Daten sammeln - nach dem Motto, was man hat das hat man - dann um Vergebung/Entschuldigung bitten. Das ist ja auch einfacher - und bewußt so programmiert - als vorher um Erlaubnis zu fragen. Und laßt mich Raten: der Server steht in Übersee. Hallo EU Kommission/ Parlament: Ein weiterer Fall von Datenmissbrauch. Schreitet ein.

Die Leute, die sich freiwillig bei Facebook und Co. ....

... umtun, interessiert das nicht im Geringsten, bestenfalls am Rande, dann geht es unverändert weiter. Das ist auch der Hauptgrund, warum Datenschutz von der Politik in Sonntagsreden hochgehalten wird, aber de facto so gut wie nichts passiert, und die Unternehmen sich immer mehr herausnehmen: Datenschutz ist nicht populär.

Der Politiker, der das ernsthaft anfasst, bekommt Beifall von einigen Forenschreibern hier, aber den geballten Zorn der facebook-Gemeinde zu spüren, wenn es zu Einschränkungen in Komfort und Nutzbarkeit der Dienste kommen sollte.

Immer nur im Sinne der Kunden

Zitat:" Path-Mitgründer Dave Morin sagte, die hochgeladenen Daten würden gebraucht, damit Nutzer ihre Bekannten bei Path leichter wiederfinden könnten". Zitatende.

Selbstverständlich, nicht aus eigenen Motiven, so ist das immer, alles nur im Sinne der Kunden. So wie es auch der Apothekerlobby immer nur um das Wohl der Kunden geht, und den Ärzten, usw. usw..