DatenschutzNetzwerk Path greift Nutzer-Adressbuch ab

Ein Nutzer des noch neuen sozialen Netzwerks Path fand heraus, dass sein iPhone-Adressbuch vollständig hochgeladen wurde. Der Chef des Unternehmens bittet um Verzeihung. von dpa

Die mobile Online-Plattform Path hat nur wenige Wochen nach ihrem Start mit einem Verstoß gegen den Datenschutz zu kämpfen. Der Software-Entwickler Arun Thampi stellte fest , dass die Path-App ohne Vorwarnung das gesamte Adressbuch seines Smartphones auf die Server des Startups hochlud. Das Unternehmen bestätigte dies.

Path-Mitgründer und CEO Dave Morin bat in einem Blogeintrag um Verzeihung: "Wir haben einen Fehler gemacht." Alle Daten aus Adressbüchern seien gelöscht worden.

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Die hochgeladenen Daten habe Path gebraucht, damit Nutzer ihre Bekannten leichter in dem Netzwerk wiederfinden könnten. Ab der nächsten Version der App werde dafür die Zustimmung der Nutzer eingeholt.

Path ist eine mobile Anwendung für Smartphones , die als soziales Netzwerk funktioniert. Nutzer können dort – ähnlich wie bei Facebook oder Twitter – Bilder und Videos oder ihre Aktivitäten austauschen.

Das Startup-Unternehmen wurde schon als nächster Star unter den Sozialen Netzwerken gehandelt. Die jetzt bekannt gewordene Datensammelwut könnte die Beliebtheit allerdings erheblich bremsen. Bislang wurde Path etwa 1,5 Millionen Mal heruntergeladen, anderen Quellen zufolge soll das Netzwerk bereits etwa zwei Millionen Nutzer haben .

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Leserkommentare
  1. neben der Entschuldigung auch gleich noch begründen, dass und wofür dies nötig sein soll, solange glaubt man ihnen besser kein Wort und lasst die "Sozialen Netzwerke" links liegen.

    • taho
    • 08. Februar 2012 20:20 Uhr

    Immer wieder das gleiche. Erst klammheimlich Daten sammeln - nach dem Motto, was man hat das hat man - dann um Vergebung/Entschuldigung bitten. Das ist ja auch einfacher - und bewußt so programmiert - als vorher um Erlaubnis zu fragen. Und laßt mich Raten: der Server steht in Übersee. Hallo EU Kommission/ Parlament: Ein weiterer Fall von Datenmissbrauch. Schreitet ein.

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    ... umtun, interessiert das nicht im Geringsten, bestenfalls am Rande, dann geht es unverändert weiter. Das ist auch der Hauptgrund, warum Datenschutz von der Politik in Sonntagsreden hochgehalten wird, aber de facto so gut wie nichts passiert, und die Unternehmen sich immer mehr herausnehmen: Datenschutz ist nicht populär.

    Der Politiker, der das ernsthaft anfasst, bekommt Beifall von einigen Forenschreibern hier, aber den geballten Zorn der facebook-Gemeinde zu spüren, wenn es zu Einschränkungen in Komfort und Nutzbarkeit der Dienste kommen sollte.

  2. Zitat:" Path-Mitgründer Dave Morin sagte, die hochgeladenen Daten würden gebraucht, damit Nutzer ihre Bekannten bei Path leichter wiederfinden könnten". Zitatende.

    Selbstverständlich, nicht aus eigenen Motiven, so ist das immer, alles nur im Sinne der Kunden. So wie es auch der Apothekerlobby immer nur um das Wohl der Kunden geht, und den Ärzten, usw. usw..

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    • redslug
    • 09. Februar 2012 13:10 Uhr

    In dem meisten Fällen sind die Nutzer der sozialen Netzwerke allerdings nicht die Kunden, sondern das Produkt. Ist allerdings den wenigsten Nutzern bewusst.

  3. ... umtun, interessiert das nicht im Geringsten, bestenfalls am Rande, dann geht es unverändert weiter. Das ist auch der Hauptgrund, warum Datenschutz von der Politik in Sonntagsreden hochgehalten wird, aber de facto so gut wie nichts passiert, und die Unternehmen sich immer mehr herausnehmen: Datenschutz ist nicht populär.

    Der Politiker, der das ernsthaft anfasst, bekommt Beifall von einigen Forenschreibern hier, aber den geballten Zorn der facebook-Gemeinde zu spüren, wenn es zu Einschränkungen in Komfort und Nutzbarkeit der Dienste kommen sollte.

  4. nutze ich andere Kanäle zur Kommunikation.

  5. völlig überraschend! Wer hätte mit so etwas rechnen können?
    Mit erstaunten Grüßen...

  6. Path hat inzwischen sämtliche Adressbuch Daten gelöscht und sich noch einmal entschuldigt. Da Path ein anderes Geschäftsmodel hat wie z.B. Facebook, nämlich ein Soziales Netzwerk was auf die Daten seiner Benutzer aufpasst und diese nicht weiterverkauft, gehe ich persönlich von einem einfachen Fehler aus.
    Persönlich werde ich dem App eine zweite Chance geben, da es mir sehr gut gefällt!

    Quelle: http://blog.path.com/post...
    @ Redaktion: Es wäre nur fair, wenn das Löschen der Adressbuchdaten noch im Artikel erwähnt wird!

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    ... und einziger Kommentar auf zeit.de ist? Und der Abgriff des Adressbuchs ist kein "Fehler", sondern wohl eher absichtlich programmiert worden, oder meinten Sie, dass der Fehler darin besteht, dass die Sache ans Licht gekommen ist?

    • Panic
    • 08. Februar 2012 23:47 Uhr

    witzig. Denn es ist ein "DOUBLENAIV". Ich nenn es mal so. Zum einen, weil der Verfasser glaubt, dass es keine Absicht war, und zum anderen, weil er der App noch eine Chance gibt.
    Faszinierend.

    Gruss

    Die Löschung wird erwähnt

    Ein "Freundesnetzwerk" der auf meine Daten aufpasst und sie deshalb zunächst mal haben will, der hat mir gerade noch gefehlt.
    Der Durchschnittsuser kriegt seine Freunde und Bekannten eigentlich auch ohne Datenkraken noch organisiert. Nur wer glaubt, dass er 250 friends hat, braucht die Netzwerke und dafür muss er die auch füttern.

  7. ... und einziger Kommentar auf zeit.de ist? Und der Abgriff des Adressbuchs ist kein "Fehler", sondern wohl eher absichtlich programmiert worden, oder meinten Sie, dass der Fehler darin besteht, dass die Sache ans Licht gekommen ist?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Datenschutz | App | Facebook | Smartphone | Twitter | Video
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