Suchmaschine : DuckDuckGo demonstriert Datenschutz in der Cloud

Nutzer von DuckDuckGo können ihre Sucheinstellungen an jedem Rechner aufrufen. Es braucht dazu weder Account noch Identifizierung. Bei der Konkurrenz geht das nicht.
Die neue Box für individuelle Einstellungen der Suchmaschine DuckDuckGo Screenshot ZEIT ONLINE

Die Betreiber der Suchmaschine DuckDuckGo nehmen den Datenschutz mit in die Cloud. Seit vergangenem Wochenende testen sie einen Weg, wie Nutzer ihre zahlreichen persönlichen Einstellungen der Suche bequem an jedem beliebigen Computer übernehmen können, ohne dass sie dabei von einem Dienst identifiziert werden.

Russel Holt, der Entwickler von DuckDuckGo, hat dazu eine neue Seite für die persönlichen Einstellungen angelegt. Sie existiert vorerst parallel zur alten Settings-Seite und ist nur über den Link duckduckgo.com/xettings.html erreichbar.

Auf ihr können Nutzer in einer übersichtlichen und umfangreichen Box einstellen, wie die Resultate ihrer Sucheingaben angezeigt und welche Privatsphäreneinstellungen gespeichert werden sollen. Anschließend muss eine beliebige Passphrase aus mindestens vier Wörtern gewählt werden, die als Zugangscode funktioniert. Aus dieser Wortkette generiert die "Anonymous Cloud Save" genannte Funktion einen Schlüssel. Das Passwort "verlässt" den Browser somit nicht. In der Cloud gespeichert wird nur der Schlüssel und die damit verbundene Datei, in der die individuellen Einstellungen festgehalten sind. Sie landen auf den Servern von Amazons Cloud-Speicher S3

Patrick Beuth

Patrick Beuth ist Redakteur im Ressort Digital bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Die Sucheinstellungen eines Nutzers sind damit an zwei Stellen hinterlegt: im Cookie von DuckDuckGo auf der heimischen Festplatte sowie in der Cloud. Wer nun von einem beliebigen anderen Rechner aus die Seite duckduckgo.com/xettings.html erneut aufruft und dort die Passphrase eingibt, kann sofort wieder seine gewohnten Einstellungen für DuckDuckGo nutzen.

Die generierten Schlüssel können praktisch nicht in die Passphrase rückübersetzt werden. Und selbst wenn das gelänge, wäre es kein Problem. Denn es gibt bei DuckDuckGo keine Accounts und keine Benutzernamen. Die Suchmaschine speichert prinzipiell keinerlei Informationen über ihre Nutzer. Die in der Cloud gespeicherten Einstellungen enthalten also keinerlei personenbezogene Daten .

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Kommentare

19 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Alles ist besser als Google, Facebook und andere Datenkraken

Und mit duckduckgo.com und ixquick.com stehen brauchbare Alternativen zur Verfügung.

Nach meinem subjektivem Empfinden ist Google inzwischen auch ziemlich zugemüllt von Linkseiten, Adressverzeichnissen usw.

Ich habe Google inzwischen ganz vom Browser geworfen.... und lebe immer noch.

diese linkseiten und adressverzeichnisse

Existieren im gleichen netz und der algorhithmus kann nnoch nicht besser sein als der von google. Zweitens kommt das auf die suchanfragen an.

Nichtsdestotrotz wird duckduckgo auch irgendwann sammeln. Schon um preventiv die schwarzen schafe von den weissen trennen zu koennen. Tun sie dies nicht werden die ersten 300 resultate bald nur noch link bzw spamverzeichnisse sein.