Die Startseite der Suchmaschine DuckDuckGo Screenshot ZEIT ONLINE

Der 1. März 2012 war für Gabriel Weinberg, den Gründer der Suchmaschine DuckDuckGo, ein guter Tag. Denn am 1. März traten die neuen Nutzungsbedingungen und die neue Datenschutzerklärung von Google in Kraft. Kurz darauf konnte DuckDuckGo erstmals 30 Millionen Suchanfragen in einem Monat vermelden. Beides könnte durchaus miteinander zusammenhängen.

Googles neue Bestimmungen sind vielen Nutzern, aber auch Politikern und Datenschützern suspekt. Die französische Datenschutzkommission (CNIL) etwa, die sich im Auftrag ihrer europäischen Kollegen um den Fall kümmert, sieht in den Bestimmungen einen Verstoß gegen die europäische Datenschutzrichtlinie: "Unsere vorläufige Untersuchung zeigt, dass es extrem schwierig herauszufinden ist, welche Daten zwischen welchen Diensten für welche Zwecke ausgetauscht werden", heißt es in einer Erklärung. Selbst Datenschutzexperten hätten damit ihre Probleme.

Kein Wunder, die Datenschutzbestimmungen wimmeln von weichen und ungenauen Wendungen. Allein 15-mal kommt das Wort "möglicherweise" darin vor.

Google selbst betont, nicht mehr Informationen zu sammeln als schon vor Einführung der neuen Bestimmungen. Die Daten aus den verschiedenen Google-Diensten werden jetzt einfach nur miteinander verknüpft. Das wird sich auf Suchergebnisse und Werbeeinblendungen auswirken, die Google noch individueller zuschneiden möchte.

Am 24. Januar hatte Google die Umstellung angekündigt. Am selben Tag erreichte DuckDuckGo nach eigenen Angaben einen neuen Höchstwert: 730.000 direkte Zugriffe auf die Seite und damit deutlich mehr als je zuvor in der vierjährigen Geschichte der Suchmaschine mit dem seltsamen Namen. Mittlerweile sind die Zugriffszahlen doppelt so hoch.


Es gibt zwei gute Gründe, DuckDuckGo (oft auch mit DDG abgekürzt) zu benutzen. Erstens achtet DDG die Privatsphäre seiner Nutzer. Zweitens sind die Suchergebnisse gut. DuckDuckGo ist dafür in den letzten Monaten häufig von Journalisten und Bloggern gelobt worden.

An Letzterem sind schon so ambitionierte Projekte wie Cuil gescheitert. Cuil, gegründet von ehemaligen Google-Mitarbeitern und ausgestattet mit einem Budget in Höhe von 33 Millionen Dollar, nahm für sich in Anspruch, den größten Suchindex überhaupt zu haben. Genutzt hat das niemandem, die Suchergebnisse hatten oft überhaupt nichts mit der Frage zu tun. Nach gut zwei Jahren war das Startkapital aufgebraucht, Cuil stellte seinen Dienst ein. Zuletzt hat Google noch einige Patente von Cuil aufgekauft und die Cuil-Mitbegründerin Anna Lynn Patterson wieder eingestellt.

DDG sucht sich seine Ergebnisse vor allem aus Wikipedia, Wolfram Alpha, Yahoo! Search Boss und über seinen eigenen Crawler, den DuckDuckBot zusammen. Ganz oben auf der Ergebnisseite steht die Zero-Click Box, in der eine Suchanfrage in einem Satz beantwortet wird, ohne dass der Nutzer erst auf einen Link klicken muss. Von Google bekannte Suchoperatoren wie etwa site:zeit.de für Suchergebnisse nur auf den Seiten von ZEIT ONLINE oder filetype für bestimmte Dateitypen funktionieren auch bei DDG.