Nutzerdaten : Die Transparenz-Tools von Google, Facebook und Twitter
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Bei Twitter hilft nur eine E-Mail

Twitter hat keinen Service und kein Formular, mit dem ein Nutzer die Herausgabe seiner Daten verlangen kann. Möglich ist es aber trotzdem. Die Organisation Privacy International hat in einem Blogeintrag erklärt, welche Schritte dafür nötig sind. Zunächst muss ein Nutzer eine E-Mail an privacy@twitter.com senden, ein Mustertext steht im Blogeintrag und muss nur individuell angepasst werden.

Auf eine automatisch erstellte Antwort von Twitter muss der Nutzer reagieren, indem er den Text aus der ersten E-Mail noch einmal in seine Antwort kopiert. Twitter bittet dann anschließend um eine Bestätigung per Fax, dass es die persönlichen Daten übermitteln darf. Dem Fax muss eine eingescannte Ausweiskopie beiliegen. Wenn Twitter das Fax erhalten hat, muss der Antragsteller ein letztes Mal eine E-Mail bestätigen. Dann versendet Twitter die Nutzerdaten an diese E-Mail-Adresse.

Das Ganze dauert etwa vier Wochen. Enthalten sind Profildaten, Log-Daten wie die mit dem Profil verknüpften IP-Adressen, alle Informationen, die Twitter über das Smartphone des Nutzers gesammelt hat sowie alle Daten, die Twitter an Dritte – auch an Polizeibehörden – weitergegeben hat.

Fazit: Googles Services sind bequem, dafür ergeben sie auch zusammen nur ein diffuses Bild dessen, was der Konzern über eine einzelne Person alles weiß, weil zum Beispiel Log-Daten komplett fehlen. Facebooks Download-Tool ist praktisch, speist den Nutzer aber nur mit einem kleinen Teil dessen ab, was Facebook an Daten speichert. Die Daten, die Twitter herausrückt, sind umfassend, dafür ist der Weg, an sie heranzukommen, abschreckend kompliziert. Ein Online-Formular wäre die bessere Lösung.

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