Facebook will seine Datenverwendungsrichtlinien (früher hießen die noch "Datenschutzbestimmungen") erneut überarbeiten. © Raul Arboleda/AFP/GettyImages

Es ist schon die dritte Runde: Facebook hat seinen Nutzern erneut Vorschläge für eine Aktualisierung der Nutzungsbedingungen vorgelegt. Dieses Mal geht es ausschließlich um die Datenverwendungsrichtlinien, die früher noch Datenschutzrichtlinien hießen . Doch auch diese neuen Vorschläge stoßen bei vielen deutschsprachigen Facebook-Nutzern auf Widerstand.

Das hat gleich mehrere Gründe, auch wenn sich Facebooks Datenschutzbeauftragte Erin Egan rühmt , in den künftigen Datenverwendungsrichtlinien endlich auch die Vorschläge des irischen Datenschutzbeauftragten berücksichtigt zu haben. Die vorgeschlagenen neuen Richtlinien erklären genauer als bisher, was Facebook im Einzelnen mit Daten tut oder nicht tut – sie offenbaren dabei aber auch die Schwächen im Datenschutzverständnis des Unternehmens.

So erläutert Facebook erstmals die Funktionsweise seiner Cookies. Allerdings gibt das Unternehmen nicht an, wie viele Cookies es auf den Rechnern seiner Nutzer setzt und wie lange die Cookies dort gespeichert werden, wenn der Nutzer nichts dagegen unternimmt. Auch wird nicht erläutert, welche Cookie-Arten verwendet werden und welches Cookie was genau tut. Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hatte in einer eigenen Untersuchung festgestellt, dass das so genannte Datr-Cookie zwei Jahre auf dem Rechner bleibt, auch wenn der Nutzer kein Facebook-Mitglied ist. Immerhin: Informationen über Datr-Cookies kann sich ein Nutzer mittlerweile selbst im Download-Tool herunterladen .

Aus den nun vorgeschlagenen Richtlinien geht außerdem hervor, dass die aus Sicht vieler Nutzer wichtigste Regelung, das Löschen, nicht in allen Fällen sofort funktioniert: Nutzer können zwar inzwischen Einträge in ihrer Chronik nicht nur unterdrücken, sondern dauerhaft löschen. Generell können aber nicht alle Daten, die ein Nutzer generiert hat, gelöscht werden: Nachdem ein Nutzer sein Konto gelöscht hat, dauert es etwa einen Monat, bis die Löschung vollzogen ist. Dennoch können manche Daten noch bis zu 90 Tage etwa in Sicherungskopien vorhanden sein. Gar nicht gelöscht werden die in einer Gruppe veröffentlichten Nachrichten, ebenso wenig solche Nachrichten, die an Kontakte versandt wurden.

Kritisch ist auch das Verhältnis zu externen Anwendungen: So kann man diese Anwendungen zwar jederzeit entfernen. Doch diese können weiterhin Zugriff auf die Nutzerdaten haben. Der Nutzer soll daher nach Vorstellung von Facebook selbst aktiv werden und "die Anwendung kontaktieren und sie bitten, die Informationen zu löschen". Facebook selbst sieht sich nicht in der Pflicht dafür zu sorgen, dass die Anwendungen sich an die Datenverwendungsregeln auch tatsächlich halten.

Außerdem will Facebook Nutzungsdaten länger als bisher speichern. In den vorgeschlagenen Nutzungsbedingungen heißt es: "Wir werden Daten so lange einbehalten, wie dies erforderlich ist, um den Nutzern und anderen Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen." Dazu sollen auch Daten gehören, die Facebook für Werbezwecke sammelt.

Die Wiener Studentengruppe "Europe versus Facebook" sieht in den vorgeschlagenen Richtlinien den Versuch "illegale Praktiken nun einfach 'weißzuwaschen'", sagt deren Sprecher Max Schrems. Die Initiative hat daher auf der neuen Website our-policy.org eine Reihe von eigenen Verbesserungsvorschlägen zusammengestellt. Viele deutschsprachige Nutzer haben die von Facebook vorgelegten Änderungen bereits mit einem Verweis auf diese Website kommentiert.