Cloud-Speicherdienste bieten oft nur unzureichende Sicherheitsvorkehrungen. Zu diesem Ergebnis kommt das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie, das die Dienste Dropbox , Cloudme, Crashplan, Mozy, Teamdrive, Ubuntu One und Wuala getestet hat.

Das Fazit der Fraunhofer-Studie: "Keiner der getesteten Anbieter konnte die Sicherheitsanforderungen vollständig erfüllen, teilweise fehlte eine ordentliche Verschlüsselung." Die Tester bemängeln technische Probleme ebenso wie Schwächen in der Benutzerführung, die sogar dazu führen können, dass vertrauliche Daten über Suchmaschinen gefunden werden können.

So kommt Institutsleiter Michael Waidner zu dem Schluss: "Für manche private Nutzung mag der eine oder andere Dienst ausreichen, bei sensiblen Unternehmensdaten sollte man aber lieber genau überlegen, ob die Sicherheitsvorkehrungen ausreichen."

Die Fraunhofer-Forscher nahmen in ihrer Studie zwischen Sommer 2011 und Januar 2012 die Dienste Dropbox, Cloudme, Crashplan, Mozy, Teamdrive, Ubuntu One und Wuala unter die Lupe und schauten sich vor allem die Verschlüsselung der Daten sowie die Absicherung der Kommunikation an. Bei allen Anbietern stellten sie Sicherheitsmängel fest, "selbst die grundsätzlichen Sicherheitsanforderungen konnte kein Dienst vollständig erfüllen".

Cloudme, Dropbox und Wuala patzen nach Ansicht der Fraunhofer-Forscher bereits bei der Registrierung, da sie die verwendete E-Mail-Adresse neuer Kunden nicht verifizieren. So könne ein Angreifer einen Account im Namen eines anderen eröffnen, illegales Material hochladen und dies dann der Polizei melden.

Einige der Anbieter verwenden bei der Absicherung der Datenübertragung in die Cloud keines der sicheren Standard-Protokolle. Crashplan, Teamdrive und Wuala verwenden demnach nicht SSL/TLS, sondern eigene, nicht veröffentlichte Protokolle, was die Forscher für einen sehr fehleranfälligen Ansatz halten. Cloudme verzichte komplett auf jede Verschlüsselung bei der Dateiübertragung.

Cloudme, Dropbox und Ubuntu One verzichten zudem auf eine Client-seitige Verschlüsselung, so dass die Anbieter die Daten im Klartext erhalten. Die Nutzer müssen also darauf vertrauen, dass vertrauliche Daten auch vertraulich bleiben. Mozy verzichte auf die Verschlüsselung von Dateinamen und das konvergente Verschlüsselungsschema von Wuala sei anfällig für Angriffe auf Serverseite, so die Forscher.