Tracking Cookies : Twitter verfolgt Surfer durchs Netz
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Twitter akzeptiert Do-Not-Track-Initiative

Genauso arbeitet Facebook. Auch der Facebook-Knopf, auf dem so harmlos "empfehlen" oder "ich mag das" steht, verpasst jedem Surfer – ob Facebooknutzer oder nicht – einen Cookie. Viele Unternehmen verwenden heutzutage solche Tracking-Cookies . Regelmäßig wird diese Praxis kritisiert, da für Nutzer nicht transparent ist, wer dabei was an Informationen sammelt.

In den neuen Datenschutzbestimmungen von Twitter steht zumindest, welche Informationen durch die Cookies eingesammelt werden: "...Ihre IP-Adresse, der Browsertyp, das Betriebssystem, die zuvor aufgerufene Webseite, besuchte Seiten, der Standort, Ihr Mobilfunkanbieter, Ihr mobiles Gerät, Applikations-IDs, Suchbegriffe sowie Cookie-Informationen".

Das ist ziemlich viel. Zwar werden diese Daten spätestens nach 18 Monaten wieder gelöscht und Twitter versichert, sie auch an niemanden weiterzugeben. Trotzdem sind es solche Sammlungen, die bei Datenschützern regelmäßig für Kopfschütteln sorgen. Twitter versucht, diese Bedenken mit einer weiteren Ankündigung zu zerstreuen.

Datenschutz ist nicht Standardeinstellung

Denn gleichzeitig erklärte das Unternehmen , dass der Dienst künftig die sogenannte Do-Not-Track-Initiative respektiert. Die Mozilla-Stiftung, die auch den Browser Firefox entwickelt, hat die einst angestoßen. Verschiedene Browser bieten inzwischen die Möglichkeit, anderen Websites zu sagen, dass der Nutzer nicht getrackt werden möchte. Dazu muss beim Firefox in den Einstellungen unter Datenschutz der Punkt "Websites mitteilen, dass ich nicht verfolgt werden möchte" angehakt sein. Auch Internet Explorer und Chrome lassen das zu, letzterer über ein Programm, was zusätzlich installiert werden muss.

Das funktioniert allerdings nur, wenn der Gegenüber, also die besuchte Website, das auch akzeptiert. Dass nun Twitter dabei mitmacht, ist zumindest ein Signal. Allerdings ist es zwar schön und gut und mehr, als Facebook bereit ist zu tun. Genug ist es nicht. Denn eigentlich dürfen solche Überwachungsverfahren nur genutzt werden, wenn der Surfer ihnen explizit zugestimmt hat und nicht, wenn er sie zwar abschalten kann, sie aber erst einmal für alle gelten. Aus diesem Grund haben beispielsweise Heise online und ZEIT ONLINE eine Zustimmungspflicht vor die social media plugins genannten Knöpfe geschaltet.

Den neuen Twitter-Spionage-Funktionen hingegen muss man nicht zustimmen. Sie gelten erst einmal für alle. Datenschutz ist damit nicht die Standardeinstellung.

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Kommentare

12 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Erster Schritt.

Das sit ja schonmal ein erster Schritt in die richtige Richtung, den Twitter da vollzieht.

Trotzdem ist es immernoch die BEste Alternative Ghostery/einen AdBlock zu installieren, da ist man alles los, was man auf den Webseiten nicht haben will, inklusive GefälltMir-Button und Werbung. Wer natürlich einzelne Websites unterstützden will, der solle s da einfach deaktivieren.

Das wahre Interesse von Twitter

Twitter und auch andere Portalbetreiber können keinen User verfolgen, so als würde dieser durch eine unsichtbare Kamera beobachtet und vor allem identifiziert werden. In erster Linie kann nur der Computer im Internet, anhand seiner IP-Adresse, identifiziert werden und nicht der Mensch davor.

Über die Art und den Umfang des übertragenen Nutzerprofils entscheidet immer noch der User selbst, über das, was er im Internet abruft und ob er für sich entschieden hat, sich über "Cookies" zu informieren. Wer das Thema "Datensicherheit" als nebensächlich betrachtet, dem wird die Verfolgung seiner Internetspur nur wenig interessieren. Man kann niemanden das Interesse an diesem Gebiet aufzwingen. Es muss vom User selbst kommen.

Das Twitter nun mehr über seine Nutzer erfahren, und selbst über einen solchen Datenpool wie Facebook verfügen möchte, ist nach dem heutigen Börsengang von Facebook nichts Unerwartetes. Twitter wittert Morgenluft und die Portalbetreiber glauben vielleicht an eine ähnliche Geldschwemme, wie bei Facebook. Durchaus möglich, dass sie recht behalten können, zeigt es doch, dass es sich für die Ersten in der Branche stets ausgezahlt hat, an die Börse zu gehen. Beste Beispiele sind hier Microsoft, Apple, Facebook und Google. Jedes dieser Unternehmen war und ist in seinem Bereich ein Vorreiter und seine Eigentümer mehr als reich gemacht.

Wir leben im Zeitalter der Information. Und die Börse macht deutlich, dass dies das Eigenkapital der Zukunft sein wird.

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