Sponsored Stories : Facebook kann nicht mehr jeden zum Werben zwingen

Wer will, kann bei Facebook künftig verhindern, dass sein Profil für Werbung in einer "gesponserten Meldung" genutzt wird. Das haben Nutzer in den USA erstritten.
Facebook-Seite zum Buchen von Sponsored Stories © Screenshot ZEIT ONLINE

Wer bei Facebook auf den "Gefällt mir"-Knopf eines Unternehmens klickt, kann leicht zum Werbeträger dieser Firma werden. Gefällt einem beispielsweise die Seite von Starbucks oder "checkt" man mit Hilfe des Lokalisierungsdienstes Places bei einer Filiale ein, können diese Meldungen als sogenannte Sponsored Stories den Freunden angezeigt werden – vorausgesetzt, das Unternehmen zahlt dafür.

Bislang konnte sich dagegen niemand wehren, der Starbucks und andere Firmem mochte. Das ändert sich nun: In Zukunft muss Facebook jedem Nutzer klar machen, dass sein Name für Werbung verwendet werden kann. Und es muss jedem die Möglichkeit gegeben werden, das zu verhindern. Das hat der Konzern in einem gerichtlichen Vergleich zugestanden.

Fünf Nutzer hatten in Kalifornien Klage gegen Facebook eingereicht . Sie argumentierten, ihre Profile und Namen würden für Werbung im Rahmen sogenannter Sponsored Stories verwendet, ohne dass sie jemand um ihr Einverständnis gefragt habe. Auch gebe es keine Möglichkeit, dem zu widersprechen oder dafür bezahlt zu werden. Im Zweifel könnte ihnen sogar ein wirtschaftlicher Schaden entstehen, weil ihre Namen in Verbindung mit Produkten genannt werden.

Bei der Klage geht es um die sogenannten Sponsored Stories. Die sind durchaus umstritten , da für Nutzer nicht sofort erkennbar ist, dass es sich dabei um Werbung handelt. Das ist auch erwünscht. Botschaften von Menschen aus dem eigenen Netzwerk werden sehr viel eher wahrgenommen, als offizielle Werbepostings von Firmen. Facebook verkauft diese "gesponserten Meldungen" daher teurer als konventionelle Anzeigen.

Im Rahmen des Vergleichs hatte Facebook bereits insgesamt zehn Millionen Dollar Spenden an verschiedene Organisationen gezahlt . Doch dabei wurden auch für alle Nutzer relevante Neuerungen bei Facebook vereinbart.

Ab sofort Widerspruch möglich

In den inzwischen veröffentlichten Gerichtsunterlagen steht, Facebooknutzer müssen künftig Einfluss darauf haben, ob ihr Name zu Werbezwecken verwendet wird. Außerdem musste Facebook seine Datenschutzvorschriften aktualisieren. Im Statement of Rights and Responsibilities steht nun, dass jeder Nutzer sich als grundsätzlich einverstanden mit dieser Werbeform erklärt und wie er dieses Einverständnis im Zweifel einschränken kann.

In Punkt 10.1 heißt es: "Du kannst über deine Privatsphäre-Einstellungen einschränken, inwiefern dein Name und dein Profilbild mit kommerziellen, gesponserten oder verwandten Inhalten (wie z. B. einer Marke, die dir gefällt) verbunden werden können, die von uns zur Verfügung gestellt oder aufgewertet werden. Du erteilst uns die Erlaubnis, vorbehaltlich der von dir festgelegten Einschränkungen, deinen Namen und dein Profilbild in Verbindung mit diesen Inhalten zu verwenden."

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Kommentare

7 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Auch wenn damit zu rechnen ist, dass diese Funktion auf den

Facebook-Seiten niemand finden wird (alles, was für Facebook kritisch sein könnte, ist sehr schwer auffindbar): Ich hoffen, dass das möglichst viele Leute tun werden.

Ich hatte zwei Jahre damit zu tun, dass sich jemand mit meiner Mail-Adresse bei Facebook angemeldet hatte. Ich bekam immer wieder Mail, ich solle "meinen" Account aktivieren (also einen, der mich gar nichts anging).

Es gab keine Möglichkeit, auf diese Mails zu antworten oder auf irgendeiner Seite diese Anmeldung als Missbrauch zu melden.

Ich war am Ende zermürbt, habe den Account übernommen und so schnell wie möglich gelöscht. Auch das war nicht einfach, weil das nicht eben einfach funktioniert.

Ich halte Facebook für eine reine Datenkrake und will mit dieser Firma sicher nie etwas zu tun haben. Es gibt einen Funken von Hoffnung, dass dieses Urteil der Firma das Genick bricht. Ich fände das angebracht.

Ich verstehe bis heute nicht die Naivität der Menschen.

Was Facebook und andere "soziale" Dienste wollen, ist doch von Anfang an bekannt. Und dann kommen User und argumentieren, "ich habe doch nichts zu verbergen" oder Ähnliches. Und melden sich mit Realnamen an, weil Fb das so will. Wie naiv muss man sein?!

Naja so naiv ist das nun auch wieder nicht

Ich bin selbst kein fb Nutzer aber man sollte nicht so selbstherrlich über diese urteilen. Nur ganz wenige Menschen haben noch nie bei einem Gewinnspiel mitgemacht, oder sind Mitglieder bei sogenannten Bonusprogrammen. Da MUSS man auch den Realnamen angeben plus die Adresse, Telefonnummer ... Was die Unternehmen danach mit den Daten machen bleibt diesen überlassen. Fb bietet eben noch einen Dienst für die Daten und muss rein damit Geld verdienen. Viele Jugendliche haben mit Sicherheit auch die nötige Sensibilität für den verantwortungsvollen Umgang nicht entwickelt. Das mag man kritisieren, aber wie kann man diese von Kindern erwarten wenn es selbst Erwachsene nicht können?
Übrigens gibt es auch genügend "Tracking Cookies" auf Websiten, die das Nutzerverhalten mitprotokollieren. Allein auf dieser Website 6.
In diesem Sinne

Es geht noch schlimmer, Zitat:

'Darüber, wie Eltern mit Fotos ihrer Kinder im Web umgehen sollten, ist eine heftige Diskussion im Netz entbrannt. Ausgelöst hat dies ein Artikel auf golem.de: Sechs Schüler aus Braunlage im Harz durften nicht an einer Unterrichtsstunde mit einem Geschichtenerzähler teilnehmen, weil ihre Eltern nicht wollten, dass Fotos ihrer Kinder bei Facebook veröffentlicht werden.

Das aber war die Bedingung einer Versicherung, die die Veranstaltung gesponsert hatte.'