Google-StraßenatlasErneute Datenpanne bei Google Street View

Google hat nicht alle Daten gelöscht, die Street-View-Fahrzeuge gesammelt haben. Es ist nicht das erste Mal, dass das Unternehmen Datenschutz-Richtlinien verletzt.

Ein Google-Fahrzeug in Washington, D.C.

Ein Google-Fahrzeug in Washington, D.C.

Google muss erneut eine Datenpanne einräumen. Der Internetanbieter hat entgegen seinen Zusicherungen nicht alle Daten gelöscht, die von seinen Street-View-Fahrzeugen in mehreren Ländern unerlaubt gesammelt worden waren. Das US-Unternehmen hatte im Mai 2010 zugegeben, dass die Kamerafahrzeuge in 30 Ländern versehentlich auch Daten von ungesicherten WLAN-Netzen gespeichert haben. Google versprach damals, diese Daten alle zu löschen.

Die jetzt noch vorhandene kleine Menge Daten sei gefunden worden, als die Street-View-Aufzeichnungen aus Großbritannien per Hand durchsucht worden seien. "Google entschuldigt sich für diesen Fehler", teilte das Unternehmen in einem Schreiben an die britische Datenschutzbehörde ICO mit. Auch die zuständigen Einrichtungen anderer Länder würden darüber informiert.

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Daten hätten nie gesammelt werden dürfen

In einer Stellungnahme der ICO dazu hieß es, schon die Sammlung der Daten hätte nie geschehen dürfen. Das Nichteinhalten des Versprechens, diese Daten umgehend zu löschen, gebe Anlass zu großer Sorge. Deutschland ist von der Panne nicht betroffen: Hierzulande laufen noch Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Datenschützern und eine Vernichtung der Daten stand bisher nicht auf der Tagesordnung. Betroffene Länder sind neben Großbritannien Irland, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Norwegen, Schweden, Finnland, die Schweiz, Österreich und Australien.

Die Kameraautos, die Aufnahmen für Street View machten, hatten von 2008 bis 2010 auch unverschlüsselte Informationen aus WLAN-Netzen auf ihrem Weg abgefangen.Google sprach zunächst von einem Versehen, bei dem nur Datensplitter gespeichert worden seien. Bei einer ausführlichen Prüfung wurden aber teilweise auch E-Mails und andere Inhalte gefunden. Laut Ermittlungen der amerikanischen Telekom-Behörde FCC wurde die Software dafür von einem Google-Mitarbeiter geschrieben. Er habe daraus auch keinen Hehl gemacht, doch ein Projekt-Papier zu den WLAN-Aufzeichnungen sei nicht ordentlich überprüft worden. Google betont, diese Daten seien nie kommerziell ausgewertet worden.

 
Leserkommentare
  1. Ernsthaft - warum sollte man sich darüber große Sorgen machen? Was um alles in der Welt kann Google böses mit diesen Daten anstellen, vor allem, weil sie in goßen und ganzen eh bekannt sind? Jede Standortbestimmung arbeitet heute damit ...

    An Googles Stelle würde ich Google Streetview in Deutschland abschalten - so wie Bing es ja auch schon gemacht. Außerdem Youtube, Google News, Google Maps, Google+ und was sonst noch die German Angst befeuert. Und wenn endlich das böse Google besiegt ist, können wir alle mit links-grün-korrekten Aluminiumhut vorm Rechner sitzen und es gibt nichts mehr, über was wir uns große Sorgen machen müssen, oder?

    4 Leserempfehlungen
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    Mein Gott, sind Sie naiv oder arbeiten Sie für Google?

    In den USA ist Google, für genau diese unerlaubten Aufzeichnungen von WLAN-Daten, bereits angeklagt und verurteilt worden!
    Und die Entdeckung der Tatsache, dass diese Datenkraake verbotene Daten trotz behördlicher Anordnung, immer noch nicht nicht gelöscht hat, führt sogar in den USA zu einem Aufschrei der Empörung.

    Erklären Sie mir mal, wofür Google die Daten, inklusive MAC-Adressen von privaten WLANs braucht?

    Die werden wohl kaum für Standortbestimmungen gebraucht (dafür gibt es bereits GPS, Ortung über das Mobilfunknetz und die Daten von Streetview).
    Die einzige technische Verwendungmöglichkeit ist der Versuch, bereits Daten zu sammeln, um später einmal in private WLAN Netze einzudringen, um weitere Daten zu sammeln! Es gibt definitiv keine andere Verwendungsmöglichkeit für die MAC-Adressen!

    also von "German Angst" kann doch keine Rede sein, wenn es darum geht, dass persönliche Emails von einem Marketing-Firma aufgesaugt und sonstige Datenschutzgesezte gerade mit den Fussen getreten wurden.

    Dieser Fall ist wieder ein Beweis von etwas anders: dass im Allgemein werden für Firmen/Banken/Wirtschaftsbossen nicht ein, sondern beide Augen von dem Gesetzgeber notfalls zugedruckt. Aber ohweihje wenn Sie oder ich bei Rot die (Google)Strasse überqueren!

    • Saibod
    • 28.07.2012 um 12:20 Uhr

    Also für mich persönlich geht es dabei nicht darum, das Google mein WLAN erfasst hat und womöglich ein paar von meinen Mails gelesen hat. Das ist in der Tat relativ egal.

    Was aber schon sehr bedenklich ist, ist der Vertrauensverlust in Google. Nachdem sich das "Versehen" doch als Absicht herausgestellt hat, ist Google nun der Lüge überführt. Genauso mit den nun doch nicht vollständig gelöschten Daten, um die es im Artikel geht. Wenn das kein Vorsatz war, sondern einfach nur Inkompetenz, dann ist das nicht gerade besser.

    1. Ihr Post ist ironisch gemeint
    2. Sie meinen es ehrlich, dann können Sie ja Ihre Adresse, WLAN-SSID, Verschlüsselungsart und Mac-Adresse hier veröffentlichen. Sollte dann ja kein Problem sein.

    Mein Gott, sind Sie naiv oder arbeiten Sie für Google?

    In den USA ist Google, für genau diese unerlaubten Aufzeichnungen von WLAN-Daten, bereits angeklagt und verurteilt worden!
    Und die Entdeckung der Tatsache, dass diese Datenkraake verbotene Daten trotz behördlicher Anordnung, immer noch nicht nicht gelöscht hat, führt sogar in den USA zu einem Aufschrei der Empörung.

    Erklären Sie mir mal, wofür Google die Daten, inklusive MAC-Adressen von privaten WLANs braucht?

    Die werden wohl kaum für Standortbestimmungen gebraucht (dafür gibt es bereits GPS, Ortung über das Mobilfunknetz und die Daten von Streetview).
    Die einzige technische Verwendungmöglichkeit ist der Versuch, bereits Daten zu sammeln, um später einmal in private WLAN Netze einzudringen, um weitere Daten zu sammeln! Es gibt definitiv keine andere Verwendungsmöglichkeit für die MAC-Adressen!

    also von "German Angst" kann doch keine Rede sein, wenn es darum geht, dass persönliche Emails von einem Marketing-Firma aufgesaugt und sonstige Datenschutzgesezte gerade mit den Fussen getreten wurden.

    Dieser Fall ist wieder ein Beweis von etwas anders: dass im Allgemein werden für Firmen/Banken/Wirtschaftsbossen nicht ein, sondern beide Augen von dem Gesetzgeber notfalls zugedruckt. Aber ohweihje wenn Sie oder ich bei Rot die (Google)Strasse überqueren!

    • Saibod
    • 28.07.2012 um 12:20 Uhr

    Also für mich persönlich geht es dabei nicht darum, das Google mein WLAN erfasst hat und womöglich ein paar von meinen Mails gelesen hat. Das ist in der Tat relativ egal.

    Was aber schon sehr bedenklich ist, ist der Vertrauensverlust in Google. Nachdem sich das "Versehen" doch als Absicht herausgestellt hat, ist Google nun der Lüge überführt. Genauso mit den nun doch nicht vollständig gelöschten Daten, um die es im Artikel geht. Wenn das kein Vorsatz war, sondern einfach nur Inkompetenz, dann ist das nicht gerade besser.

    1. Ihr Post ist ironisch gemeint
    2. Sie meinen es ehrlich, dann können Sie ja Ihre Adresse, WLAN-SSID, Verschlüsselungsart und Mac-Adresse hier veröffentlichen. Sollte dann ja kein Problem sein.

  2. Mein Gott, sind Sie naiv oder arbeiten Sie für Google?

    In den USA ist Google, für genau diese unerlaubten Aufzeichnungen von WLAN-Daten, bereits angeklagt und verurteilt worden!
    Und die Entdeckung der Tatsache, dass diese Datenkraake verbotene Daten trotz behördlicher Anordnung, immer noch nicht nicht gelöscht hat, führt sogar in den USA zu einem Aufschrei der Empörung.

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    viel Laerm um nichts.Der Aufschrei in den USA, wie Sie sagen, muss sehr leise gewesen sein. In Deutschland wird ja viel unwichtiges fuer wichtig genommen. Man denke nur an die albernen Verpixelungswuensche der Deutschen in Streetview. Nun kam WLAN an die Reihe. Hat man schon eine Liste, ueber was man noch meckern koennte? Und ich arbeite nicht fuer GOOGLE.

    viel Laerm um nichts.Der Aufschrei in den USA, wie Sie sagen, muss sehr leise gewesen sein. In Deutschland wird ja viel unwichtiges fuer wichtig genommen. Man denke nur an die albernen Verpixelungswuensche der Deutschen in Streetview. Nun kam WLAN an die Reihe. Hat man schon eine Liste, ueber was man noch meckern koennte? Und ich arbeite nicht fuer GOOGLE.

  3. Erklären Sie mir mal, wofür Google die Daten, inklusive MAC-Adressen von privaten WLANs braucht?

    Die werden wohl kaum für Standortbestimmungen gebraucht (dafür gibt es bereits GPS, Ortung über das Mobilfunknetz und die Daten von Streetview).
    Die einzige technische Verwendungmöglichkeit ist der Versuch, bereits Daten zu sammeln, um später einmal in private WLAN Netze einzudringen, um weitere Daten zu sammeln! Es gibt definitiv keine andere Verwendungsmöglichkeit für die MAC-Adressen!

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    ...aber einfach mal spekulieren.

    Selbstverständlich werden WLAN Daten zur Standortbestimmung genutzt und sind dabei wesentlich genauer als Funkzellen des Mobilfunknetzes. In Innenräumen ist GPS nicht vorhanden. Funktioniert z.B. in Flughäfen ganz gut. Steht in jedem Android Telefon auch in den Einstellungen.

    ...aber einfach mal spekulieren.

    Selbstverständlich werden WLAN Daten zur Standortbestimmung genutzt und sind dabei wesentlich genauer als Funkzellen des Mobilfunknetzes. In Innenräumen ist GPS nicht vorhanden. Funktioniert z.B. in Flughäfen ganz gut. Steht in jedem Android Telefon auch in den Einstellungen.

  4. also von "German Angst" kann doch keine Rede sein, wenn es darum geht, dass persönliche Emails von einem Marketing-Firma aufgesaugt und sonstige Datenschutzgesezte gerade mit den Fussen getreten wurden.

    Dieser Fall ist wieder ein Beweis von etwas anders: dass im Allgemein werden für Firmen/Banken/Wirtschaftsbossen nicht ein, sondern beide Augen von dem Gesetzgeber notfalls zugedruckt. Aber ohweihje wenn Sie oder ich bei Rot die (Google)Strasse überqueren!

  5. ...aber einfach mal spekulieren.

    Selbstverständlich werden WLAN Daten zur Standortbestimmung genutzt und sind dabei wesentlich genauer als Funkzellen des Mobilfunknetzes. In Innenräumen ist GPS nicht vorhanden. Funktioniert z.B. in Flughäfen ganz gut. Steht in jedem Android Telefon auch in den Einstellungen.

    Antwort auf "Außerdem"
  6. ...ist das Haus in dem ich wohne unverpixelt bei Google Streetview dargestellt, obwohl wir damals gemeinsam mit den Vermietern den Antrag zur Unkenntlichmachung gestellt hatten.

    (Ist ein wenig "Offtopic" stellt aber meiner Ansicht nach die gleiche Problematik dar.)

    2 Leserempfehlungen
    • Saibod
    • 28.07.2012 um 12:20 Uhr

    Also für mich persönlich geht es dabei nicht darum, das Google mein WLAN erfasst hat und womöglich ein paar von meinen Mails gelesen hat. Das ist in der Tat relativ egal.

    Was aber schon sehr bedenklich ist, ist der Vertrauensverlust in Google. Nachdem sich das "Versehen" doch als Absicht herausgestellt hat, ist Google nun der Lüge überführt. Genauso mit den nun doch nicht vollständig gelöschten Daten, um die es im Artikel geht. Wenn das kein Vorsatz war, sondern einfach nur Inkompetenz, dann ist das nicht gerade besser.

    Eine Leserempfehlung
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    Ich denke sie machen sich keine Vorstellung davon, was der Begriff 'Löschen' bei den heutigen komplexen IT-Systemen bedeutet - sie können ja noch nicht mal auf ihre Heim-PC so einfach irgendetwas 'löschen', sondern da werden lediglich Indexe überschrieben.

    Bei diesem Bericht würde mich interessieren, was Google da an Daten gefunden hat - ich wette drauf, das sind 'gelöschte' Daten von irgendwelchen Backup-Bändern, die bei einer Kontrolle wieder aufgetaucht sind.

    Daten wirklich endgültig zu 'löschen' ist mit derartigem großen Aufwand verbunden, dass das es bei größeren Systemen eigene Spezialisten dafür gibt - ich würde daher sowohl mit dem Begriff 'Inkompetenz' als auch mit dem Begriff 'Lüge' sehr vorsichtig sein.

    Immerhin scheint ja Google ein solches Team auf die irrtümlich erfassten Daten angesetzt zu haben und die haben noch Restbestände gefunden und ebenfalls gelöscht - ich bin mir sicher, hätte Google dieses Team nicht auf das Problem angesetzt, wären das niemals an's Tageslicht gekommen.

    Fassen wir zusammen: Google hat sich verantwortlich verhalten, weil sie ein Expertenteam daran angesetzt hat. Google hat offen über das Problem kommuniziert. Als Dank dafür ist Google mal wieder böse.

    Ich denke, beim Google Bashing geht's in Deutschland um's Prinzip ... so what. German Angst halt ...

    Ich denke sie machen sich keine Vorstellung davon, was der Begriff 'Löschen' bei den heutigen komplexen IT-Systemen bedeutet - sie können ja noch nicht mal auf ihre Heim-PC so einfach irgendetwas 'löschen', sondern da werden lediglich Indexe überschrieben.

    Bei diesem Bericht würde mich interessieren, was Google da an Daten gefunden hat - ich wette drauf, das sind 'gelöschte' Daten von irgendwelchen Backup-Bändern, die bei einer Kontrolle wieder aufgetaucht sind.

    Daten wirklich endgültig zu 'löschen' ist mit derartigem großen Aufwand verbunden, dass das es bei größeren Systemen eigene Spezialisten dafür gibt - ich würde daher sowohl mit dem Begriff 'Inkompetenz' als auch mit dem Begriff 'Lüge' sehr vorsichtig sein.

    Immerhin scheint ja Google ein solches Team auf die irrtümlich erfassten Daten angesetzt zu haben und die haben noch Restbestände gefunden und ebenfalls gelöscht - ich bin mir sicher, hätte Google dieses Team nicht auf das Problem angesetzt, wären das niemals an's Tageslicht gekommen.

    Fassen wir zusammen: Google hat sich verantwortlich verhalten, weil sie ein Expertenteam daran angesetzt hat. Google hat offen über das Problem kommuniziert. Als Dank dafür ist Google mal wieder böse.

    Ich denke, beim Google Bashing geht's in Deutschland um's Prinzip ... so what. German Angst halt ...

  7. viel Laerm um nichts.Der Aufschrei in den USA, wie Sie sagen, muss sehr leise gewesen sein. In Deutschland wird ja viel unwichtiges fuer wichtig genommen. Man denke nur an die albernen Verpixelungswuensche der Deutschen in Streetview. Nun kam WLAN an die Reihe. Hat man schon eine Liste, ueber was man noch meckern koennte? Und ich arbeite nicht fuer GOOGLE.

    Antwort auf "German Angst?"

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