Aber selbst wer widerspricht, kann die Erhebung bei Amazon nicht vollständig verhindern. Einzig "die Verwendung und Nutzung Ihrer Markierungen und Notizen können Sie jederzeit durch Änderung der Standardeinstellungen auf Ihrem Gerät bestimmen", heißt es in den Nutzungsbedingungen. Das bedeutet: Amazon hat sich auch für ein Opt-out-Verfahren entschieden, und selbst das wirkt sich nur beschränkt aus.

Bei der Telekom werden die Kunden immerhin per Post informiert, dann noch einmal auf dem Fernsehbildschirm selbst. Um die Datenerhebung zu deaktivieren, muss ein Kunde über seinen Receiver die Einstellungen aufrufen, sein Benutzerkonto und dann den Punkt Datenschutz auswählen und zur Bestätigung des Widerspruchs seine Benutzer-PIN eingeben.

Sender "verlangen" Quoten

Das ist ein wenig mühsam. Warum die Telekom es nicht andersherum macht und bittet, aktiv einzuwilligen, wollte das Unternehmen auf Anfrage nicht beantworten. Ein Sprecher verwies lediglich auf ein Statement vom 6. Juli . Darin heißt es: "Wir wollen uns beispielsweise ansehen, ob unsere Menüführung verbessert werden kann und wie die Kunden das TV-Archiv nutzen." Im Übrigen würden die Fernsehsender Statistiken über die Einschaltquoten "verlangen".

Claus Dieter Ulmer, Datenschutzbeauftragter der Telekom, wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: "Ganz wichtig ist uns, dass durch die Datenerhebung keine Rückschlüsse auf die Kunden möglich sind." Eine Verwendung der Daten für andere Zwecke sei ausgeschlossen. Nutzer haben laut der Mitteilung "die Möglichkeit, nicht an der Auswertung teilzunehmen, wenn sie das nicht wünschen. Die Anleitung dafür ist Teil der Kundeninformation."

Das bisherige Verfahren der Messung von Einschaltquoten war zwar ungenau, zumindest aber war es datenschutzfreundlich.

Die dafür zuständige Gesellschaft für Konsumforschung sucht 5.000 repräsentativ ausgewählte Haushalte, die aktiv darin einwilligen, ihren TV-Konsum überwachen zu lassen. Dazu bekommen sie ein Messgerät, dass jedes Ein- und Ausschalten, jeden Programmwechsel, jede Aufzeichnung erfasst, sowie eine spezielle Fernbedienung, mit der sich jedes Haushaltsmitglied an- und abmelden muss. Jede Nacht übermitteln die Geräte per Telefonleitung die erfassten Daten an die Zentrale in Nürnberg . Die Haushalte bekommen dafür eine Aufwandsentschädigung – also Geld.

Entertain-Kunden hingegen zahlen für ihr Fernsehangebot inklusive Überwachung, und zwar mindestens 36 Euro im Monat.