Browser-ErweiterungAbkürzung zum besseren Schutz der Privatsphäre

Die Browser-Erweiterung PrivacyFix legt offen, welche Detail-Einstellungen ein Nutzer noch vornehmen kann, um die Datensammlung von Facebook und Google+ zu begrenzen. von 

PrivacyFix

Screenshot der PrivacyFix-Einstellungen für Facebook  |  © Screenshot ZEIT ONLINE

Den Überblick über die zahlreichen Privatsphäre- und Datenschutz-Einstellungen in sozialen Netzwerken zu behalten, ist aufwendig. PrivacyFix ist ein neues Add-on für die Browser Firefox und Chrome, das dabei hilft. Es verrät Mitgliedern von Facebook und Google +, welche Ihrer Einstellungen verbesserungswürdig sind und führt sie auf dem schnellsten Weg dorthin. Manche Ergebnisse dürften selbst datenschutzbewusste Nutzer noch überraschen.

So verrät PrivacyFix unter anderem, wie Facebook-Nutzer per Tracking durchs Netz verfolgt werden. Dazu zeigt PrivacyFix an, wie viele der von ihnen besuchten Websites ein Social-Plugin wie den Gefällt-mir-Button eingebettet haben, das sie erkennt und ihren Seitenaufruf registriert.

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Wer einen Wert von 80 Prozent oder mehr angezeigt bekommt, bewegt sich durchaus im üblichen Bereich eines normalen Internetnutzers. Denn sehr viele Website-Betreiber verwenden den Gefällt-mir-Button oder andere Facebook-Widgets. Charmant an PrivacyFix ist: Es reicht, im Feld "Facebook ausmachen" auf "Facebook-Widgets" zu gehen und "Ok" zu klicken – dann hat das Tracking ein Ende.

Was viele Facebook-Mitglieder wahrscheinlich nicht wissen: Sobald sie die Microsoft-Suchmaschine Bing oder die Seiten von TripAdvisor, Zynga und einigen anderen Unternehmen aufrufen, bekommen diese ihre (allerdings ohnehin öffentlichen) Facebook-Profilinformationen mitgeteilt. Das soll den Unternehmen helfen, maßgeschneiderte Dienste anzubieten und heißt bei Facebook "Umgehende Personalisierung auf Partnerseiten" . Es ist standardmäßig aktiviert.

PrivacyFix weist darauf hin und führt den Nutzer mit einem Klick direkt auf die Facebook-Seite, auf der die Funktion deaktiviert werden kann. Ohne die Abkürzung über das Add-on ist der Weg dahin lang: Um die Funktion abzuschalten, muss sich ein Nutzer bei Facebook auf die Privatsphäre-Einstellungen klicken, dann auf "Werbeanzeigen, Anwendungen und Webseiten" gehen, dann auf Umgehende Personalisierung, dann ein Informationsfenster wegklicken, dann den Haken im entsprechenden Kästchen entfernen und das schließlich noch einmal bestätigen. Das Add-on beschränkt den Vorgang auf die beiden letzten Schritte.

Patrick Beuth
Patrick Beuth

Patrick Beuth ist Redakteur im Ressort Digital bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Neben den Facebook-Einstellungen untersucht PrivacyFix auch, wie sich die Datenschutzeinstellungen bei Google+ verschärfen lassen. Zudem können Nutzer hier das Tracking von Google über andere Websites hinweg blockieren. (Wie und warum auch ZEIT ONLINE Trackingdienste nutzt und wie Sie dies abschalten können, wird übrigens hier erklärt .)

Ähnliche Funktionen bieten auch andere Add-ons wie etwa Ghostery und Do Not Track Plus . PrivacyFix hat zwei Vorteile: Es ist erstens sehr übersichtlich. Und zweitens warnt es, wenn Facebook, Google (und künftig noch weitere Onlinedienste) ihre Datenschutzbestimmungen ändern. Die Entwickler sammeln dabei selbst keine Daten. Alles, was PrivacyFix tut, passiert im Browser des Nutzers, heißt es in den FAQ.

Einziger Nachteil: Nicht nur in den FAQ, sondern in allen Bereichen von privacyfix.com finden sich einige schräge Formulierungen wie zum Beispiel: "Wenn Sie PrivacyFix benutzen, werden keine Daten von uns empfangen oder aufbewahrt, außer es ist Ihr freier Wille, diese an uns weiterzuleiten. Periode." Die Seite wurde offenbar von einer Software vom Englischen ins Deutsche übersetzt. Nützlich ist sie trotzdem.

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Leserkommentare
  1. wesentlich einfacher, einfach keine Profile dort anlegen und in der Zwischenzeit mal einen Spaziergang, ohne Handy.

    4 Leserempfehlungen
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    • Mieheg
    • 12. Oktober 2012 17:59 Uhr

    ...man liest sich Artikel über Dinge durch die einen nicht interessieren um dies dann anderen unter diesem Artikel mitzuteilen. Merken Sie selbst, oder?

    • TddK
    • 12. Oktober 2012 17:53 Uhr

    Ghostery ist da um Lichtjahre besser und effektiver!

    Abgesehen davon, wenn ein Add-on für Firefox nicht auf der Firefox Add-on Seite angeboten wird und PrivacyFix wird nicht angeboten würde ich die Finger davon lassen!

    Abgesehen davon:
    Diese Erweiterung hat Zugriff auf:
    Ihre Daten auf allen Websites
    Einstellungen, mit denen festgelegt wird, ob Websites Funktionen wie Cookies, JavaScript und Plug-ins verwenden können
    Ihr Browserverlauf
    Liste Ihrer installierten Apps, Erweiterungen und Designs
    Ihre Tabs und Browseraktivitäten

    5 Leserempfehlungen
    • Mieheg
    • 12. Oktober 2012 17:59 Uhr

    ...man liest sich Artikel über Dinge durch die einen nicht interessieren um dies dann anderen unter diesem Artikel mitzuteilen. Merken Sie selbst, oder?

    9 Leserempfehlungen
    Antwort auf "es geht noch"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... bei besagten Anbietern habe und das auch nicht beabsichtige. Spannend finde ich z.B., aus welchen Gründen sich erwachsene, mündige Menschen diesen Bespitzelungsmaßnahmen aussetzen, obwohl sie einfach mit den Füßen abstimmen und sich entziehen könnten.

    Sich Browserplugins installieren, um vielleicht etwas mehr Privatsphäre zu haben, aber was nützt das schon, wenn ich diesen Unternehmen gestatte, meine gesamte über ihr Netzwerk geführte Kommunikation und mein Verhalten auszuwerten?

    Zuckerberg und die anderen freuen sich vermutlich ein Loch in den Bauch, dass es ihnen gelungen ist, diesen Stoff anzurühren.

  2. Sieht aus wie eine auf die schnelle zusammengeschusterte Kombination von Ghostery und RquestPolicy, welches übrigens auf der offiziellen ff add-ons Seite zu finden ist.
    Und ohne bisherige Bewertung anderer User nicht wirklich vertrauenswürdig.

    2 Leserempfehlungen
  3. Also ich nutze Facebook schon lange im privaten Browsermodus und schließe nach dem Ausloggen das entsprechende Browser-Fenster, bevor ich andere Seiten besuche. Da können die mich wohl kaum tracken.

    Dies kann ich nur jedem Empfehlen. Eine Browser-Erweiterung hingegen ist doch nur ein Wechsel vom Regen in die Traufe, da man nie wissen kann, was das Ding "nach Hause funkt", was also die Anbieter der Erweiterung übder das Nutzerverhalten erfahren (und über die Inhalte von dessen Facebook-Konto etc.)

    • keibe
    • 12. Oktober 2012 20:36 Uhr

    Meine Empfehlung ebenfalls: Ghostery.

    It works.

  4. 8. T(H)OR

    ghostery(und mitbewerber), offene wlan, gebrauchtene(anonyme) hardware, "aldi"prepaids, fakeaccounts + am morgen ein joint und der tag ist dein freund.

    und meidet die radwege > http://commonman.de/wp/?p...

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Google | Bing | Browser | Facebook | Firefox | Einstellung
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