Telefonica-PläneDatenschützer warnt vor Handel mit Standort-Daten

Der spanische Mobilfunkkonzern Telefonica erwägt, Handy-Bewegungsdaten an Werber zu verkaufen. Datenschützer fürchten, dass Rückschlüsse auf Kunden möglich werden. von afp und dapd

Der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Peter Schaar

Der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Peter Schaar  |  © Steffi Loos/dapd

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar , warnt vor einer Verletzung der Privatsphäre durch Mobilfunkbetreiber. Die O2-Muttergesellschaft Telefonica hatte angekündigt, Bewegungsdaten der Handy-Kunden auszuwerten . Schaar sprach in der Berliner Zeitung von einem gefährlichen Trend.

Durch die starke Verbreitung von Smartphones und anderen Geräten mit mobiler Internetanbindung wird es immer einfacher, die Bewegungen zu analysieren. Wohnort oder Arbeitsplatz des Gerätebesitzers könnten so bereits nach kurzer Zeit preisgegeben werden, warnt Schaar. "Die Bildung von Bewegungsprofilen dürfte in der Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen", sagte er.

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Diese Daten zu verkaufen, wäre nach derzeitigem Recht nicht zulässig, sagte Schaar dem Hessischen Rundfunk. Mit einer Einschränkung: Der Nutzer müsse ausdrücklich zustimmen, dass der Anbieter seine Daten verwenden darf. Es sei kaum vorstellbar, dass Unternehmen solche Einwilligungen von einer größeren Zahl von Kunden erhalten. Er schließe nahezu aus, "dass man da einen Weg findet, der legal ist, um diese Pläne zu realisieren", sagte Schaar.

Auch der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert warnte davor, "hochsensible Standortdaten in die Welt zu streuen". Vermarktung und Werbung seien fragwürdige Zwecke, für die diese Daten nicht genutzt werden sollten.

Lebensgewohnheiten ausspähen

Der hochverschuldete spanische Telekommunikationskonzern Telefonica will den Verkauf der Bewegungsdaten von Handynutzern an die Werbeindustrie prüfen. Man wolle "die potenziellen Möglichkeiten identifizieren, aus 'Big Data' finanziellen Nutzen zu ziehen", begründete das Unternehmen diesen Plan. Ob dies auch bei O2-Kunden in Deutschland geschehen solle, sei noch unklar.

Durch die neue Technik lässt sich genau erfassen, welche Kunden wie lange welche Geschäfte besuchen und vor welchem Schaufenster sie verharren. Diese Informationen werden dann mit Angaben über Alter und Geschlecht des Kunden gekoppelt, um Handelsketten höchst genaue und aktuelle Marketingdaten verkaufen zu können.

Telefonica versichert allerdings, die Daten würden auf jeden Fall anonymisiert. Ähnlich wie das Unternehmen es plant, geben bereits Microsoft, Google , Apple und Facebook Daten an Werbekunden weiter.

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Leserkommentare
    • MrWho
    • 31. Oktober 2012 10:41 Uhr
    1. Unsinn

    "Durch die neue Technik lässt sich genau erfassen, welche Kunden wie lange welche Geschäfte besuchen und vor welchem Schaufenster sie verharren. Diese Informationen werden dann mit Angaben über Alter und Geschlecht des Kunden gekoppelt, um Handelsketten höchst genaue und aktuelle Marketingdaten verkaufen zu können."

    Bitte PoC vorlegen. Oder es unterlassen, diesen Unsinn zu verbreiten. Mobilfunkstandortdaten (Funkzellenortung) sind nicht genau genug, um zu sagen, vor welchem Schaufenster ich stehe. Die Straße evtl. Bei Innenräumen wird es ganz kompliziert.

    Wer GPS dauerhaft einschaltet, ist selbst schuld. Da haben dann aber auch andere Anbieter was davon (z.B. solche von Apps mit Prozessen im Hintergrund), ist also mitnichten exklusiv für Telekommunikationsunternehmen.

    http://ratgeber.t-online....

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    • Coiote
    • 31. Oktober 2012 11:27 Uhr

    "Mobilfunkstandortdaten (Funkzellenortung) sind nicht genau genug, um zu sagen, vor welchem Schaufenster ich stehe."

    Wenn jemand diese Bewegungsprofile kauft, dann doch nur, wenn die Standortbestimmung so genau ist, dass es einen Nutzen für Werbezwecke gibt. Also nur dann, wenn man eben doch hinreichend gut bestimmen kann, vor welchem Schaufenster der Betroffene gerade steht. Andernfalls macht ein Kauf von Bewegungsprofilen keinen Sinn.

  1. O2 will Geld verdienen. Das ist legitim. An mir (Kunde von Vodafon, aber das soll hier keine Rolle spielen) verdient der Mobilfunkprovider aber bereits Geld. Monat für Monat werden Gebühren von meinem Konto abgebucht.

    Nun frage ich mich: wie viel mehr Geld kann O2 verdienen, wenn sie mich und meine Daten an die Werbung verkaufen? Das Geld muss für den Werbenden ja wieder rein kommen. Sagen wir mal ich lasse mich zu 10€ zusätzliche Ausgaben pro Monat verleiten (da ich ohnehin schon 100% meiner Einnahmen ausgebe ist es nur eine Verschiebung, aber auch das soll hier unberücksichtigt bleiben). Von diesen 10€ bekommt O2 zwischen 3€ (30% Werbeanteil eines Mini Cooper) und 30Ct (3% Werbeanteil eines Müslirigels) bekommen.

    Wäre ich bei O2 würde ich ihnen 1€ pro Monat zusätzlich bieten dafür, dass sie meine Daten nicht verkaufen. Manche mögen das Schutzgeld nennen, O2 sollte es als "Datenschutztarif" bewerben. Und da ich häufiger einen Müslirigel als einen Mini Cooper kaufe wird das noch ein gutes Geschäft für das Unternehmen!

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    • 15thMD
    • 31. Oktober 2012 11:24 Uhr

    Vodafone arbeitet eben mit TomTom zusammen, d.h. Ihre bEwegungsdaten werden zur Stauwarnung verwendet. Das finde ich persönlich sogar sinnvoll und würde das voll unterstützen, wenn es dabei bleibt. Das sind Echtzeitdaten und die können nach einem Tag gelöscht werden.

    Was O2 hingegen macht bringt niemandem was. Das Stadtbild wird sich nicht verschönern, ich werde auch keine schöneren Sachen kaufen können. Es ist einfach nur der erste Schritt zu einer weiteren Überwachung. Und dafür will ich keinen Cent bezahlen, um dem zu entgehen. Ich will, dass diese Praxis mit Ausnahmen von Stauwarnung o.ä. komplett verboten wird und Telefondaten nach spätestens einer WOche (Praxis von Vodafone), oder spätestens eine Woche nach Rechnungsversand gelöscht werden. Es muss zwischen Flatrate (sofort löschen, bzw. bis zum Monatsende die Einheitenzahl speichern, um Missbrauch vorzubeugen), Pre-Paid (nach einem Tag löschen) und z.B. Freiminuten (eine Woche nach Rechnungsversand) unterschieden werden dürfen, aber das wars auch.

    • 15thMD
    • 31. Oktober 2012 11:24 Uhr

    Vodafone arbeitet eben mit TomTom zusammen, d.h. Ihre bEwegungsdaten werden zur Stauwarnung verwendet. Das finde ich persönlich sogar sinnvoll und würde das voll unterstützen, wenn es dabei bleibt. Das sind Echtzeitdaten und die können nach einem Tag gelöscht werden.

    Was O2 hingegen macht bringt niemandem was. Das Stadtbild wird sich nicht verschönern, ich werde auch keine schöneren Sachen kaufen können. Es ist einfach nur der erste Schritt zu einer weiteren Überwachung. Und dafür will ich keinen Cent bezahlen, um dem zu entgehen. Ich will, dass diese Praxis mit Ausnahmen von Stauwarnung o.ä. komplett verboten wird und Telefondaten nach spätestens einer WOche (Praxis von Vodafone), oder spätestens eine Woche nach Rechnungsversand gelöscht werden. Es muss zwischen Flatrate (sofort löschen, bzw. bis zum Monatsende die Einheitenzahl speichern, um Missbrauch vorzubeugen), Pre-Paid (nach einem Tag löschen) und z.B. Freiminuten (eine Woche nach Rechnungsversand) unterschieden werden dürfen, aber das wars auch.

    • Coiote
    • 31. Oktober 2012 11:27 Uhr

    "Mobilfunkstandortdaten (Funkzellenortung) sind nicht genau genug, um zu sagen, vor welchem Schaufenster ich stehe."

    Wenn jemand diese Bewegungsprofile kauft, dann doch nur, wenn die Standortbestimmung so genau ist, dass es einen Nutzen für Werbezwecke gibt. Also nur dann, wenn man eben doch hinreichend gut bestimmen kann, vor welchem Schaufenster der Betroffene gerade steht. Andernfalls macht ein Kauf von Bewegungsprofilen keinen Sinn.

    Antwort auf "Unsinn"
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    • MrWho
    • 31. Oktober 2012 11:54 Uhr

    Oder andersherum, man muss uns nicht einen Use-Case auftischen, der letztendlich nicht der Use-Case sein wird, weil die Daten das eben nicht hergeben. Dass auch das Wissen, wo _in etwa_ ich mich wann aufgehalten habe, missbraucht werden kann, keine Frage. Aber nicht in der Form.

    Ich wollte darauf hinaus, dass die Mobilfunkunternehmen in Hinsicht Standortbestimmung keinen Vorteil gegenüber anderen Datensammlern haben, da die Kontrolle über auf dem Mobile eingeschaltete GPS/WLAN Ortung immer noch ich habe und sie außerdem potentiell allen Anwendungen auf einem Mobile zur Verfügung stehen. Die O2-exklusive Funkzellen-Ortung taugt da nicht zur Empörung.

    • 15thMD
    • 31. Oktober 2012 16:27 Uhr

    Für den Käufer gibt es folgende für mich ersichtliche Möglichkeiten:

    Welcher Teil der EInkaufsstraße ist besonders gut besucht?
    Wie schnell gehen die Menschen dort entlang?
    In welchem Teil des Einkaufszentrums will ich mein Geschäft eröffnen?
    IN welche Richtung laufen die meisten Menschen (also rechts oder links)?

    Dies kombiniert mit ALter und Geschlecht ist sehr hilfreich.
    Und wenn die Ortung nur auf max. 20-25m genau ist, dann reicht das für die oberen Punkte gut aus.

    Man muss dabei bedenken, dass das Handy mir allen Sendemasten in Verbindung steht, mit denen eine Verbindung möglich wäre. Diese Schnittmenge ermöglicht eine ausreichend genaue Standortbestimmung.

    • MrWho
    • 31. Oktober 2012 11:54 Uhr
    5. Eben.

    Oder andersherum, man muss uns nicht einen Use-Case auftischen, der letztendlich nicht der Use-Case sein wird, weil die Daten das eben nicht hergeben. Dass auch das Wissen, wo _in etwa_ ich mich wann aufgehalten habe, missbraucht werden kann, keine Frage. Aber nicht in der Form.

    Ich wollte darauf hinaus, dass die Mobilfunkunternehmen in Hinsicht Standortbestimmung keinen Vorteil gegenüber anderen Datensammlern haben, da die Kontrolle über auf dem Mobile eingeschaltete GPS/WLAN Ortung immer noch ich habe und sie außerdem potentiell allen Anwendungen auf einem Mobile zur Verfügung stehen. Die O2-exklusive Funkzellen-Ortung taugt da nicht zur Empörung.

    Antwort auf "Nicht so voreilig"
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    • GDH
    • 31. Oktober 2012 12:44 Uhr

    "da die Kontrolle über auf dem Mobile eingeschaltete GPS/WLAN Ortung immer noch ich habe und sie außerdem potentiell allen Anwendungen auf einem Mobile zur Verfügung stehen. Die O2-exklusive Funkzellen-Ortung taugt da nicht zur Empörung."

    Bei der Auswertung von Funkzellen-Ortung nützt es nichts, WLAN oder GPS abzuschalten (viele Telefone haben sowas auch garnicht).
    Dass ein Mobilfunkanbieter den Kunden bei der Benutzung von Mobilfunk (wobei nunmal Funkzellendaten anfallen) keine Wahl lässt, ob ihre Standortdaten verwendet werden, ist durchaus Anlass zu Sorge (sowie die Tatsache, dass auch heute schon völlig ohne Rechtsgrundlage mehr Nutzungsdaten gespeichert werden, als zur Abrechnung erforderlich sind).

  2. ... zu verscherbeln, sehr wohl zur Empörung. Ob jemand vor einem Schaufenster ortbar ist, ist eine Nebensächlichkeit, die erhobenen Ortsdaten sind für eine viel weiterreichende Ausforschung der Menschen geeignet, und mit der Anonymität ist es auch nicht weit her, wenn genügend Daten zur Verfügung stehen und sie mit anderem Wissen kombiniert werden.

    http://www.zeit.de/digita...

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    • MrWho
    • 31. Oktober 2012 12:40 Uhr

    Die Daten dürfen nur anonymisiert weitergegeben werden, und genau das hat Telefonica auch vor. Zitat Original-Artikel:

    "Wer befindet sich wo, wann, wie lange, wohin geht er anschließend: Aus diesen Informationen will das Unternehmen Geld machen, indem es sie anonymisiert an Handelsunternehmen und Werbung verkauft."

    Diese interaktive Karte von Malte Spitz taugt auch nur etwas, nachdem sie mit anderen Daten angereichert wurde. Wichtiges Detail. Sogar kritisch. Ohne gemeinsame Schlüssel geht da gar nichts. Und anonymisierte Daten bieten diese Zuordnung per Definition nicht.

    Ohne genaue Zuordnung und Ortung können diese Daten z.B. der GfK helfen zu erfassen, wo eher mehr Menschen eher lieber einkaufen gehen (z.B. nicht in der Mall nebenan, sondern der Innenstadt). Ist auch was wert, aber längst nicht das, was sich manche hier so vorstellen.

    Und nur um mal bei dem Beispiel des Einkaufs zu bleiben, bei Kombination dieser anonymisierten Daten mit anderen Daten sind eher diese das Problem. Z.B. Ihre PayBack oder EC-Karte, die dem Händler bereits alles mitteilen, was er wissen will. Und manchmal belästigt er Sie dann auch noch mit einem Zusatzverkauf. Anonym oder nicht.

    • MrWho
    • 31. Oktober 2012 12:40 Uhr

    Die Daten dürfen nur anonymisiert weitergegeben werden, und genau das hat Telefonica auch vor. Zitat Original-Artikel:

    "Wer befindet sich wo, wann, wie lange, wohin geht er anschließend: Aus diesen Informationen will das Unternehmen Geld machen, indem es sie anonymisiert an Handelsunternehmen und Werbung verkauft."

    Diese interaktive Karte von Malte Spitz taugt auch nur etwas, nachdem sie mit anderen Daten angereichert wurde. Wichtiges Detail. Sogar kritisch. Ohne gemeinsame Schlüssel geht da gar nichts. Und anonymisierte Daten bieten diese Zuordnung per Definition nicht.

    Ohne genaue Zuordnung und Ortung können diese Daten z.B. der GfK helfen zu erfassen, wo eher mehr Menschen eher lieber einkaufen gehen (z.B. nicht in der Mall nebenan, sondern der Innenstadt). Ist auch was wert, aber längst nicht das, was sich manche hier so vorstellen.

    Und nur um mal bei dem Beispiel des Einkaufs zu bleiben, bei Kombination dieser anonymisierten Daten mit anderen Daten sind eher diese das Problem. Z.B. Ihre PayBack oder EC-Karte, die dem Händler bereits alles mitteilen, was er wissen will. Und manchmal belästigt er Sie dann auch noch mit einem Zusatzverkauf. Anonym oder nicht.

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    • Coiote
    • 31. Oktober 2012 13:02 Uhr

    "Die Daten dürfen nur anonymisiert weitergegeben werden, und genau das hat Telefonica auch vor."

    Aus einer Standortbestimmung kann man in den meisten Fällen recht genau den Wohnort und Arbeitsplatz der jeweiligen Person bestimmen (einfach die beiden Standorte, die in den Bewegungsprofilen am häufigsten vorkommen). Durch Abgleich mit Wohnungsdaten (irgendwelche Adressdatenbanken, wie sie ja z. B. das Einwohnermeldeamt hat) kann man den Namen der Person dann auf wenige Möglichkeiten einschränken, und letztendlich wohl auch genau ermitteln (durch Abgleich mit anderen Datenbanken). Das geht auch automatisiert.

    • GDH
    • 31. Oktober 2012 12:44 Uhr

    "da die Kontrolle über auf dem Mobile eingeschaltete GPS/WLAN Ortung immer noch ich habe und sie außerdem potentiell allen Anwendungen auf einem Mobile zur Verfügung stehen. Die O2-exklusive Funkzellen-Ortung taugt da nicht zur Empörung."

    Bei der Auswertung von Funkzellen-Ortung nützt es nichts, WLAN oder GPS abzuschalten (viele Telefone haben sowas auch garnicht).
    Dass ein Mobilfunkanbieter den Kunden bei der Benutzung von Mobilfunk (wobei nunmal Funkzellendaten anfallen) keine Wahl lässt, ob ihre Standortdaten verwendet werden, ist durchaus Anlass zu Sorge (sowie die Tatsache, dass auch heute schon völlig ohne Rechtsgrundlage mehr Nutzungsdaten gespeichert werden, als zur Abrechnung erforderlich sind).

    Antwort auf "Eben."
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    • MrWho
    • 31. Oktober 2012 16:13 Uhr

    Nochmal: der Mobilfunkbetreiber DARF gar nicht persönliche Daten weitergeben (Strafverfolgung ausgenommen). Also weder Bewegungsdaten einer Person noch das Konto, von dem er bei ihr abbucht.

    Was er darf, ist so aufbereitete Daten weitergeben, die keinen Rückschluss mehr auf die einzelne Person zulassen. Auch wenn er einzelne Geldströme nicht weitergibt, wird er trotzdem seinen Gewinn oder evtl. Anzahl Nutzer ausweisen. Oder eben, wo diese sich häufiger aufhalten. Im Falle der GfK kann es nützlich sein zu wissen, wo Menschen sich zur Ladenöffnungszeit lieber herumtreiben.

    Wer sich daran stört, muss sich auch an Webzugriffsstatistiken (höchstens seitengenau, obwohl intern natürlich Logfiles mit genaueren Verbindungsdaten vorliegen) stören. Solche Zahlen werden nämlich ebenso für die Werbewirtschaft herangezogen.

    Oder, dass Zeit Online "Meistgelesene" und "Meistkommentierte" Artikel ausweist. Auch ZO weiß dabei mehr (z.B. meine Email-Adresse), als es weitergeben darf oder weitergibt. Aber wenn es nach dem Empörungsgeschrei geht, dürften Dritte eigentlich gar nicht wissen, was andere (selbst als anonyme Masse) so tun?

    Dass die Aufgabe des Herrn Schaar das ewige Warnen vor Missbrauch ist, gut. Berufs-Empörter halt. Aber jenseits dessen darf man das Ganze dann auch mal versachlichen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dapd, nf
  • Schlagworte Peter Schaar | Google | Microsoft | Apple | Alter | Bildung
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