Geschäftsbedingungen : Facebook-Nutzer sollen nicht mehr mitreden dürfen
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Facebook erschwert Kampagnen

Techcrunch spekuliert, es gebe möglicherweise noch einen anderen Grund für die Abschaffung: den Wiener Studenten Max Schrems . Der kämpft schon eine Weile gegen die Datennutzungspraxis des Konzerns und das durchaus mit Erfolg. So hatte er beispielsweise seine Daten von Facebook erbeten . Nachdem er eine schockierend große Menge bekam, startete er eine Kampagne und rief andere auf, ihre bei Facebook gespeicherten Daten ebenfalls anzufordern. Bei Facebook hatte man schnell genug von dem Aufwand. Überhaupt kämpft der Konzern derzeit vehement gegen mehr Datenschutz .

Im Juni dann wollte Facebook genau wie jetzt auch seine Datenschutzbestimmungen ändern . Schrems startete die Website our-policy.org , damit möglichst viele Leute dem schnell widersprechen können. Die 7.000 nötigen Kommentare waren bald erreicht. Techcrunch zitiert Chief Privacy Officer Egan nun indirekt mit den Worten, die Kampagnen von Schrems seien einer der Gründe für den Umbau. Sie hätten dazu geführt, dass viele Nutzer den vorbereiteten Kommentar abgeben, ohne die zugrunde liegenden Änderungen der Nutzungsbedingungen gelesen zu haben.

Um einen zugegebenermaßen hinkenden Vergleich zu ziehen: Es wäre so, als würde eine Regierung die Wahlen abschaffen, weil die Wähler einfach nur ein Kreuz machen müssen, ohne zuvor alle Wahlprogramme gelesen zu haben.

Schrems reagierte denn auch auf seine Weise. Er schreibt in einer E-Mail: "Wir haben 'our-policy.org' einfach mal 'schnell, schnell' reaktiviert um Nutzern eine Möglichkeit zu geben, gültig ein Zeichen zu setzen. Die 7.000 Kommentare-Regel gilt nämlich jetzt noch, und FB muss eine Abstimmung machen, wenn es 7.000 gleiche Kommentare sind. Daher ist die Lösung mit einer Seite und einem Link ideal, um nachzuweisen, dass alle gleich sind."

Nutzerdaten von Instagram einverleibt

Im Übrigen sei es kein Wunder, dass die für eine Ablehnung nötigen 30 Prozent der Nutzer nie erreicht würden. "Die 30 Prozent schafft keiner, wenn Facebook die Abstimmung so versteckt wie das letzte Mal", schreibt Schrems. Wenn alle Nutzer einen Hinweis auf die Abstimmung bekommen würden, wäre es hingegen durchaus zu schaffen.

Apropos versteckt: In den Dokumenten versteckt sich noch eine Veränderung , die viele interessieren dürfte. Der neu eingefügte Satz steht unter dem Punkt "Verbundene Unternehmen". Er lautet: "Wir können die Informationen, die wir erhalten, mit Unternehmen teilen, die rechtlich derselben Unternehmensgruppe angehören wie Facebook bzw. Teil dieser Gruppe werden (häufig werden diese Unternehmen als verbundene Unternehmen bezeichnet). Ebenso können unsere verbundenen Unternehmen Informationen mit uns teilen. Wir und unsere verbundenen Unternehmen können geteilte Informationen verwenden, um uns bzw. sie dabei zu unterstützen, unsere bzw. ihre eigenen Dienstleistungen anzubieten, zu verstehen und zu verbessern."

Gemeint sind damit Unternehmen wie beispielsweise Instagram. Facebook hatte die Fotoplattform gekauft und in seinen Dienst integriert . Zusammen mit den Nutzerdaten. Es wird niemand daran gezweifelt haben, dass Facebook so etwas vorhat, aber der Satz belegt nun, dass sich der Konzern auch die von Instagram gesammelten Daten einverleibt und mit den eigenen verknüpft. Für eben diese Praxis der Verknüpfung von Daten über mehrere Dienste hinweg kritisieren Datenschützer auch Google .

Abgeschafft wird außerdem eine Kontrollfunktion, die Nutzer bislang hatten. Wer von bestimmten Mitgliedern keine Mails bekommen wollte und nicht wollte, dass sie ihn kontaktieren, konnte das über die Seite "How You Connect" einstellen und verhindern. Das gibt es nun nicht mehr. In den neuen Regeln heißt es: "Deine Facebook-E-Mail-Adresse enthält deinen öffentlichen Nutzernamen entsprechend des folgenden Beispiels: Nutzername@facebook.com . Jeder in einem Nachrichten-Thread kann an sie antworten."

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Kommentare

38 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Ein fast eine Milliarde Menschen....

... umfassender Infopool für Werbende, das, nicht mehr und nicht weniger, ist Facebook. Das die Menschen immer noch glauben ein profitorientiertes, börsennotiertes Unternehmen werden schon vernünftig mit ihren Daten umgehen und die Datensammelung würde "nur so aus reinem Interesse an den Nutzern" und nicht etwa aus monetären Gründen betrieben dem kann man wohl nicht helfen...

Aber "wir haben ja nichts zu verbergen"...

Gruppenzwang?

Gruppenzwang ist dann Gruppenzwang, wenn reale Freunde jmd dazu zwingen sich dort oder sonstwo anzumelden. Inwiefern das aber dann noch Freunde sind, das ist eher die interessantere Frage. Wenn eine Nicht-Beteiligung bei einer gruppendynamischen Handlung netagive Konsequenzen mit sich zieht (man ist nicht mehr überall eingeladen, weil man nicht mehr benachrichtigt wird bzw weil man übersehen/vergessen wird), so gilt es zu hinterfragen, was hier eigentlich das wahre Problem ist. Sicherlich nicht Facebook.

Davon abgesehen ist Gruppenzang mitnichten verführerisch, sonst wäre es kein Zwang.

Reiner Erfahrungswert

Die Unterstellung, dass der Großteil der basher älter ist, rührt aus der persönlichen Erfahrung - der letzte Satz galt übrigens allgemein dem Anti-FB Publikum. Selbst ich habe Freunde und Bekannte im Umkreis, die nicht bei FB angemeldet sind, jedoch unterstellen die niemandem Naivität oder Dummheit (diesen faden Beigeschmack haben leider viele Kommentare, direkt oder indirekt) oder schreien in die Welt hinaus wie sinnfrei das ganze ist, einzig und allein weil sie für sich selbst den Nutzen nicht erkennen. Lasst uns alle in die Welt hinausschreien, dass wir keine Mikrowelle benötigen und alle die eine nutzen sind doch nur zu faul und unfähig einen Topf zu benutzen!!
Nutzer "Muhme" spricht einem aus der Seele.

Digitaler Narzissmus

Wieso habe ich kaum Alternativen? Ich kann Mails verschicken mit Tonnen von Anhängen...

Warum bedarf es da eines kommerziellen Unternehmens, das zwar durch mich verdienen, aber bestimmt keine zusätzliche Arbeit haben will, denn die schmälert nur den Gewinn.

Ich betreibe kein FB-Bashing, soll doch jeder machen was er will. Aber warum sich viele diese User öffentlich derartig bloßstellen, werde ich nie verstehen. Muß wohl am Zeitgeist liegen - oder an einer Art extroveriertem Voyeurismus oder Narzissmus oder weiß der Kuckuck...

Wir älteren verstehen dich schon :-)

Als Mittzwanziger war ich, wie grob 99,9% meiner Altersgenossen auch, den damals Älteren ebenfalls in allem Belangen meilenweit überlegen, so wie du heute. Sei es an Kraft, körperlicher und geistiger Beweglichkeit, Weitsicht, Umsicht, Klugheit, Weltgewandtheit, Lebenserfahrung, Weisheit, Intelligenz, nur um ein paar Sachen zu nennen. Aber keine Angst, das legt sich wieder;-) dauert aber ein paar Jahre bis mensch dann zur späten Einsicht gelangt.

Facebücher und Mikrowellen

Hm, interessant, dass Sie Mikrowellen ansprechen. Ist Ihnen mal aufgefallen, dass in der Mikrowelle aufgewärmtes Essen anders schmeckt, als aus einer Pfanne bzw. einem Topf? Es ist an der Oberfläche heißer, im Inneren aber kälter; teilweise verändert sich dabei auch der Geschmack, manche Lebensmittel trocknen aus. Insgesamt ein deutlich anderes - und weniger befriedigendes - Geschmackserlebnis. Oh ja, ich nutze Mikrowellen mindestens genauso häufig wie Facebook, weil das eine wie das andere so praktisch ist. Aber so richtig begeistert bin ich von beidem nicht allzu sehr - und mit der Zeit immer weniger.

Keine Alternativen?

Ich fasse mal deine Pro-Facebook-Argumente zusammen: Informationsaustausch und Kontakte halten, weltweit, jederzeit. Das ist eine feine Sache und auch ich nutze gerne soziale Online-Netzwerke dafür. Nur braucht es dafür kein Facebook, denn die meisten anderen Netzwerke können das auch, siehe z. B. http://diasporaproject.org/

Klar, Facebook nutzen derzeit am meisten. Aber das ist auch nur wieder das »Fresst Scheiße!«-Argumente (Abermillionen Fliegen können nicht irren!). Und andere Portale sind auch schon in Bedeutungslosigkeit versunken. Es sind kritische Leute, die den ersten Schritt machen und Vorbildwirkung haben.

Danke für ihren Kommentar shensky, ich sehe das ähnlich.

E-Mail ist nicht wirklich eine Alternative, denn natürlich werden die E-Mails zumindestens von Freemailern elektronisch ausgewertet und genauso für Werbung etc. genutzt.

Und bei Facebook kann man sich ja entscheiden wie man es nutzt, ich nutze es wie eine E-Mail-Adresse, mit meinem E-Mail-Client kann ich auch wunderbar Facebook nutzen, und es gibt keinen wirklichen Unterschied zwischen den meisten Freemailern und Facebook (von der Größe abgesehen). Ich benutze es aber nicht auf dem Handy, und wirklich im Browser ca. ein Mal die Woche, wobei ich einen extra Browser für Facebook verwende. Und generell überlege ich genau mir, welche Informationen ich auf Facebook freigebe, und habe auch keine 200 Menschen in meiner Freundesliste.

Immer wieder das gleiche

Schön, dass es hier noch Menschen gibt, die Facebook nicht brauchen oder erkannt haben, wie sinnfrei das alles ist. Trotzdem interessiert mich das nicht dei Bohne. Und da fehlt wohl der Facebook-Ausgleich. Anstatt sich dort einen Account einzurichten und inhaltsleere Kommentare auf die User loszulassen, hat man es sich wohl zum Hauptziel erklärt, alternativ die Kommentarfunktion unter diversen Artikeln zu nutzen, um JEDES MAL immer wieder zu erzählen, wie toll es doch ohne Facebook ist. Die "Kritiker" und "Erleuchteten" sind keinen Deut besser als die FB-User. Also bitte: verschont die Leser mit eurem Ohrenschmalz, wie schön es für euch doch ohne Facebook ist. Ich glaubs euch, aber ich will es nicht mehr lesen müssen!

Selbstdarstellung, wie bei FB?

Sie sprechen mir aus der Seele. Ich glaube jeder, der hier öfter mal die Kommentare unter den Artikeln liest, ist ausreichend darüber informiert, dass es Menschen ohne facebook-Konto gibt, die "trotzdem" glücklich sind.
Der Diskussion über den Umgang und die Praktiken des Netztwerks, das nun mal 1 Mrd Menschen "Naivlinge" nutzen, helfen diese Beiträge, die übrigens ähnlich interessant sind, wie das täglich auf Facebook gepostete Rauschen von selbstdarstellerischen Nichtigkeiten, das natürlich neben den interessanten Inhalten stattfindet (die man zu Bestimmen selbst die Möglichkeit hat), nicht weiter.