DuckDuckGo"Suchmaschinen-Nutzer erwarten neutrale Ergebnisse"
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DuckDuckGo ist abhängig von offenen Schnittstellen

ZEIT ONLINE : Dann lassen Sie uns über Ihre Suchmaschine DuckDuckGo reden, die keine Personalisierung betreibt: Sie nutzen vor allem die Schnittstellen und Informationen von Yahoo , Wolfram Alpha und Wikipedia. Wie wichtig ist die Weiterentwicklung Ihres eigenen Crawlers?

Weinberg : Soweit ich weiß, sind Google, Bing , Yandex und Baidu die einzigen, die versuchen, das ganze Netz selbst zu indizieren. Das ist sehr teuer. Wir dagegen haben uns früh darauf konzentriert, die ersten drei Suchergebnisse zu kuratieren und direkte Antworten auf Suchanfragen zu liefern, ohne dass der Nutzer noch auf einen Link klicken muss. Langfristig wird es aber wichtiger für uns, den eigenen Crawler weiterzuentwickeln, wenn wir weiter wachsen.

ZEIT ONLINE : Befürchten Sie nicht, dass es mit der Unterstützung irgendwann vorbei sein könnte?

Weinberg : Nein, die Welt hat sich verändert: Viele Anbieter öffnen sich und bieten Schnittstellen an, und wir sind eben so etwas wie der Klebstoff zwischen all diesen APIs, um unseren Nutzern die Informationen zu geben, die sie suchen. Und je größer wir werden, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Yahoo uns den Hahn abdreht. Denn wir zahlen für die Nutzung der Schnittstelle und wir kooperieren bei den Anzeigen. Sie verdienen also an uns.

ZEIT ONLINE : Denken Sie überhaupt an Ihr Geschäftsmodell, solange sie noch Risikokapital zur Verfügung haben? In einem Artikel der Washington Post werden Sie "ambitionslos" genannt.

Weinberg : Das ist wohl etwas übertrieben formuliert. Ich denke natürlich darüber nach, wie wir nachhaltig wirtschaften können. Und dazu müssen wir einen gewissen Profit erzielen. Das Schöne an Suchmaschinen ist, dass Anzeigen in diesem Bereich recht lukrativ sind – selbst, wenn man darauf verzichtet, Nutzerdaten zu sammeln. Deshalb arbeiten wir mit Yahoo und Microsoft zusammen, um uns Einnahmen aus Anzeigen zu teilen, ohne dass wir selbst den ganzen Service betreiben müssten. Ich glaube, das reicht, damit wir uns langfristig halten können. Es wäre aber gut, wenn wir noch wachsen würden und vielleicht fünfmal so groß werden wie heute. Wir sind jetzt groß genug, damit die Leute uns ernst nehmen, aber nicht groß genug, damit andere Suchmaschinen uns als bedeutend wahrnehmen.

ZEIT ONLINE : Könnte Ihre Weigerung, Nutzerdaten zu sammeln, dabei hinderlich sein? Oder kann man mit Datenschutz auch Geld verdienen?

Weinberg : Der Schutz der Privatsphäre unserer Nutzer war immer einer unserer Schwerpunkte, aber er soll nicht der einzige Grund sein, DuckDuckGo zu benutzen. Wir versuchen auch schlicht, eine bessere Suchmaschine zu sein.

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Leserkommentare
    • cargath
    • 15. November 2012 8:33 Uhr

    Die Frage ob ich neutrale Ergebnisse bekomme stelle ich mir langsam auch bei Herr Beuth und DuckDuckGo. So gut man diese Suchmaschine auch finden mag, und so sinnvoll auch eine neutrale Alternative zu den großen Suchmaschinen ist - die unglaubliche Menge an Artikeln darüber von dem immer gleichen Autor der Zeit wirkt etwas merkwürdig...

    Eine Leserempfehlung
  1. Beispiel: Suchaufruf "Kinoprogramm". Durch das Wissen über den Aufenthaltsort und der Sprache des Benutzers, kann die Maschine das liefern, was ich auch gesucht habe: die aktuell laufenden Filme in meiner Nähe. Eine neutrale Suchmaschine muss jedoch die Kinoprogramme der ganzen deutschsprachigen Welt ausgeben; sortiert nach welchen Kriterien auch immer.

    Jeder Suche stehen Trilliarden von potentiellen Antworten in Form von URLs gegenüber. Eine Maschine, die meinen Kontext nicht beachtet, wird mich immer mit einem Überangebot an formell richtigen, aber offensichtlich unpassenden Ergebnissen überschütten.

    Interessant wäre es, wenn Google einen kleinen Schalter (Personalisierung An/Aus) an ihrem Suchfeld anbrächten um den Benutzer selber wählen zu lassen. Ich bin mir sicher, der Grossteil der Anwender würde die Personalisierung aktivieren.

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    • timego
    • 15. November 2012 11:03 Uhr

    "Kinoprogramm Ort Stadtteil" als Suchoptionen?

    • pakZ
    • 15. November 2012 12:36 Uhr

    Wie bereits beantwortet - was spricht dagegen den Ort in die Suche mit einfließen zu lassen?

    Statt dessen geben Sie lieber die Kontrolle aus der Hand?

    Es ist tatsächlich wie im Interview gesagt wurde. In der Anfangszeit von Google konnte man sich (fast) sicher sein, daß die Ergebnisse vollständig und komplett waren; das was angezeigt wurde war halt alles, was verfügbar war.
    Heute mache ich immer wieder die Erfahrung, daß ich an viele Informationen nur sehr schwer rankomme. Insbesondere US-amerikanische Seiten/Ergebnisse sind aus Deutschland schon fast nur noch mit einigen Tricks zu erreichen.

    Davon ab sollte man nicht vergessen, daß schon die SEO die Ergebnisse verfälscht und die Liste nur noch in den seltensten Fällen etwas mit tatsächlicher Relevanz zu tun hat.

    • claubro
    • 15. November 2012 13:04 Uhr

    klar ist es mit einem gewissen "Aufwand" verbunden, bei der Suche nach dem Kinoprogramm auch noch den Ort anzugeben, aber mal ehrlich, wie viel wollen wir uns noch abnehmen lassen? Ich gebe Ihnen Recht, wenn man die Wahl zwischen neutralen und personalisierten Ergebnissen hätte, würden die meisten zweites wählen, aber zu welchem Preis? Irgendwann überlassen wir Google auch gleich das Denken - Google now ist der nächste Schritt in diese Richtung. Viele Menschen sehen das als Erleichterung, aber ist es das wirklich? Warum müssen sich alle möglichen Unternehmen um Datenschutz bemühen und nachweisen können, dass sie nix weitergeben, wenn wir uns von Google so bereitwillig "verfolgen" lassen. Da muss niemand mehr was von Überwachungsstaat und Datenschutz faseln.

    http://www.youtube.com/watch?v=oPMggzUlcDc

    • Zack34
    • 15. November 2012 14:29 Uhr

    <a>
    Aber suchen Sie (weil z.B. Bauer) nach Pflanzenschutzmitteln, und zugleich nach Treibstoff... (so ist der wahnsinnige Norweger urspünglich auch aufgefallen, ja, er wurde <em>erfasst</em>)
    <a>
    Denken Sie darüber nach, jenseits vom Kinoprogramm.

  2. ... ich nütze DDG jetzt schon einige Monate und muss feststellen, dass ich für "wichtige" Suchen trotzdem wieder auf Google zurückgreife, einfach, weil die Treffer besser sind, d.h. stärker dem entsprechen, was ich auch wirklich suche. Bei DDG bekomme ich z.T. zwar auch gute Ergebnisse, aber bei weitem nicht so viele/gute wie bei Google. Auch das Problem mit vielen "Schrottseiten" die - wenn man etwas komerzielles bei Google gesucht hat - hat sich mMn. schon wieder etwas gelegt.

    Man kann es natürlich negativ finden, wenn persönliche Daten gesammelt und dann für Dienste wie Google-Suche etc. verwandt werden, allerdings ist dies eben nicht nur (d.h. ausschließlich) negativ, sondern hat für die Suche tatsächlich einen Nutzen, nämlich das ich deutlich schneller das finde, was ich auch suche.

    Das Problem ist also hierbei nicht unbedingt die Erhebung und Verwendung persönlicher Daten, sondern letztlich der Umgang mit diesen, dass angenommen wird, dass Google diese Daten missbraucht bzw. missbrauchen könnte. Hier liegt mMn. der Hase im Pfeffer und nicht per se in der Nutzbarmachung von Nutzerdaten.

    Meine Eltern wollten bspw. nach kurzer Zeit wieder zu Google als Startseite zurück, weil ihnen die Suchergebnisse nicht gefallen haben - kann ich nachvollziehen, auch wenn es schade für das Projekt DDG ist. Aber das eigentliche Problem liegt mMn. wie gesagt ganz woanders.

    Eine Leserempfehlung
  3. Ich würde sie gerne mal über einen gewissen Zeitraum ausprobieren. Das Problem dabei ist ja nur, dass ich immer nur Ergebnisse in Englisch und für den Amerikanischen Markt bekomme. Gibt es da eine Einstellungsmöglichkeit, die ich übersehen habe?

    Ansonsten ist es für den deutschen Markt ja nicht relevant.

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    • moppelg
    • 15. November 2012 9:41 Uhr

    Kann die Sprache/Land einstellen auf Deutsch/Deutschland

  4. Google-Ergebnisse ohne Personalisierung gibt es bei http://startpage.com !

    Gibt es auch für das Suchfeld oben rechts. Nutze ich schon lange, funktioniert gut. Wer trotzdem ausnahmsweise mal Google nutzen will, trägt die Suchbegriffe (bei Firefox) einfach in die Adresszeile (!) ein und landet wieder bei Google.

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    Interessanterweise habe ich bei Ihrer Empfehlung Startpage, die ich zuvor noch nie besucht hatte, weil sie mir nicht bekannt war, zu meiner Ersten Suchabfrage einen gesponsorten Link erhalten.

    Interessanterweise stand dieser Link in KEINEM Zusammenhang mit der Suchanfrage. Er stand aber im Zusammenhang mit einer anderen Suchanfrage die ich vor Tagen an Google richtete.

    Sehr, sehr seltsam,. Zufall gar? Ich glaube eher nicht. Von daher, lieber bei google bleiben, die Ergebnisse sind besser und man weiss mit wem man es zu tun hat.

    Ich habe es immer wieder überprüft: Die Ergebnisse sind mit Google identisch bis auf kleine Extras, die Google dazwischenschiebt (Anzeigen, Verweis auf Bildergebnisse). Kein Wunder, denn es sind die Google-Ergebnisse, die Sie einfach anders präsentiert bekommen.

    Können Sie bitte den gesponserten Link erklären? Wie soll das gehen? Sowas hatte ich bisher noch nicht, obwohl ich Startpage seit fast 1 Jahr benutze.

    • moppelg
    • 15. November 2012 9:41 Uhr

    Kann die Sprache/Land einstellen auf Deutsch/Deutschland

    • timego
    • 15. November 2012 11:03 Uhr

    "Kinoprogramm Ort Stadtteil" als Suchoptionen?

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    Der Rechner weiss doch wo ich bin, warum also diese Daten nicht verwenden? Immer diese Paranoia.

    es ist nur mühsamer.

    Eine kontextlose Suchmaschine funktioniert immer so, als ob sie einer wildfremden Person ohne Sinneseindrücke, Tages- und Ortsempfinden dafür mit Alzheimer eine Frage stellen. So etwas möchten Sie im wirklichen Leben auch vermeiden. Stattdessen erfahren Sie schnellere und bessere Hilfe bei Menschen, die Ihnen zuhören, die Sie verstehen und die sich auch Dinge merken.

    Das soll kein Plädoyer für Google und Konsorten sein. Am Besten wäre es, solche personalisierenden Suchmaschinen könnte man kaufen und besitzen, so dass die Daten in unseren Händen blieben. Aber darauf müssen wir wohl noch ein paar Jahre warten.

  5. Der Rechner weiss doch wo ich bin, warum also diese Daten nicht verwenden? Immer diese Paranoia.

    Antwort auf "wie wäre es mit"
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    Es ist schade, dass Kritik an Datenkraken immer gleich als Paranoia abgetan wird. Die Konsequenzen, die sich ergeben können, wenn sich Millionen Internetnutzer von google und co. prost....äh, "verwenden" lassen, haben weniger mit Verschwörungstheorien zu tun, sondern schlichtweg mit konsequenter Ausnutzung der "human resources" im kommerziellen Sinne. Wenn Sie mich fragen, ist das deutlich schlimmer als irgendwelche Polizeistaatdystopien. Der Gedankengang à la "ist doch toll, wenn google mir jetzt nur noch Rasierer-Angebote schickt und keine mehr zu Lady-Shavern" wirkt reichlich naiv.

    • GDH
    • 15. November 2012 13:36 Uhr

    "Der Rechner weiss doch wo ich bin, warum also diese Daten nicht verwenden?"

    Eine Suchmaschine weis sowieso nicht, was sie wollen!

    um im Beispiel zu bleiben:
    Wenn Sie das Kinoprogramm aus ihrem Ort suchen, werden Sie wahrscheinlich eher auf der Webseite ihres Lieblingskinos gucken als bei einer Suchmaschine. Fall Sie eine Suchmaschine verwenden, können Sie durch weitere Suchbegriffe (z.B. Ortsname) darauf hinweisen.

    Einer Suchmaschine zusätzliche Stichwörter zu geben, ist einfach. Einer Suchmaschine beizubringen, wonach sie NICHT filtern wollen (z.B. weil sie auf Dienstreise sind und zwar in's Kino wollen aber nicht dort, wo sie gerade sind) ist derzeit schwieriger.

    Personalisierte Suchergebnisse sind ein Versuch, dem Nutzer den Aufwand abzunehmen, dass er sich überlegen muss, was er eigentlich sucht. Das führt vielleicht zu faulerem Suchverhalten und dieses Suchverhalten mag dann dazu führen, dass man meint, Personalisierung zu brauchen. Ich glaube jedoch nicht, dass dadurch insgesamt besser gesucht wird.

    Warum etwas tun, nur weil es möglich ist?

    Eine philosophische Frage, die Sie da stellen. Auf jeden Fall gebiert diese Frage nicht automatisch die Ihnen genehme Antwort, wie Sie anscheinend meinen. Vielmehr müsste man darüber mal ein wenig nachdenken und nicht gleich alle Andersdenkenden als Paranoiker bezeichnen! Mit Verlaub.

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