Denkbar sind im Übrigen auch andere Zusammenhänge. Ein Web-Klassiker sind Seiten, auf denen Scherzbolde die Fotos von fantasievoll dekorierten Betrunkenen veröffentlichen, die im Tiefschlaf nicht mitbekommen, was andere mit ihnen anstellen.

Eine Suche mithilfe von Gesichtserkennung macht es jedenfalls leicht, Prominente, Bekannte, potenzielle oder Ex-Partner, Bewerber oder Rivalen auf solche Jugendsünden zu überprüfen. Vorausgesetzt, die Technik funktioniert irgendwann gut genug. Google zum Beispiel hat bereits eine solche Rückwärtssuche , die zum Teil brauchbare Ergebnisse liefert.

Noch einmal: Nicht jedem ist es unangenehm, wenn irgendwelche Fotos von ihm oder ihr im Netz kursieren. Die Vorstellungen von Privatsphäre und davon, was moralisch oder unmoralisch ist, ändern sich nun einmal im Laufe der Zeit. Wichtig ist aber zu wissen, wozu Gesichtserkennung führen kann und wer sie einsetzt.

Bei Naughty America ist das Ganze aber vielleicht nur ein billiger Trick, ein Schwindel. Wer ein Bild hochlädt, muss nämlich eine E-Mail-Adresse angeben, an die ein Link zum Ergebnis geschickt wird – angeblich wegen des derzeit hohen Suchaufkommens. Möglicherweise will Naughty America auf diesem Wege einfach nur E-Mail-Adressen sammeln, um diese für Werbung zu verwenden.