Google Transparency ReportStaatliche Überwachung im Netz nimmt weltweit zu
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Microsoft verlangt die meisten Löschungen von URLs aus Googles Index

In der monatlich aktualisierten Liste der Unternehmen und Organisationen, die von Google wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen die Löschung bestimmter Seiten aus dem Suchindex verlangen, liegt wie schon in der Vergangenheit Microsoft an erster Stellen. Rund 33.000 Domains und mehr als fünf Millionen spezifische URLs wollte Microsoft in den vergangenen zwölf Monaten aus der Google-Suche entfernen lassen.

Auf den weiteren Plätzen folgen unter anderem die US-und die britische Musikindustrie, NBC Universal, Fox , Sony Music sowie weitere Musik-und Filmrechteverwerter. Nicht enthalten in den Zahlen von Google sind allerdings die Löschanträge für YouTube-Videos.

Neben Google veröffentlichen mittlerweile auch Twitter , Dropbox und LinkedIn einen eigenen Transparency Report. Facebook dagegen veröffentlicht weiterhin keine Zahlen zu Anträgen auf Löschungen und Datenherausgabe.

Auch Petraeus nutzte Gmail

Ob im nächsten Transparency Report von Google auch der Fall Petraeus auftauchen wird, als einer von vielen Tausend neuen Fällen staatlicher Überwachung, ist unklar. Zwar nutzten General Petraeus und seine Geliebte teilweise den selben Gmail-Account , der seit dem Spätsommer vom FBI überwacht wurde.

Doch in dem Bericht von Google fehlen staatliche Anfragen, die der Geheimhaltung unterliegen. Die US-Regierung kann die Herausgabe von Nutzerdaten zum Beispiel nach dem Antiterrorgesetz Patriot Act verlangen. Dies geschieht häufig in Kombination mit einem Verbot für das betroffene Unternehmen, irgendjemanden über den Antrag zu informieren. Das könnte auch bei Petraeus der Fall sein.

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Leserkommentare
    • Mollemo
    • 14. November 2012 14:23 Uhr

    Wenn unter den Überwachten auch nur ein einziger richtiger Terrorist dabei war dann fress ich n Besen.

    • GDH
    • 14. November 2012 14:30 Uhr

    Es ist löblich, dass Google diese Zahlen veröffentlicht.

    Die eigentliche Katastrophe besteht allerdings darin, dass viele Staaten das nicht tun und offenbar sogar Unternehmen daran hindern, vollständige Statistiken zu veröffentlichen.

    Solange es rechtliche Möglichkeiten gibt, das Opfer einer Überwachung NIEMALS (oder erst nachdem Verbrechen gegen die Privatsphäre verjährt sind) zu informieren, kann man von Gerichten keine fairen Verfahren erwarten (wenn denn überhaupt eine richterliche Anordnung für die jeweilige Maßnahme erforderlich ist).
    Schließlich wägt der Richter ab zwischen dem Willen eines Staatsanwalts (oder einer anderen Behörde), mit dem er konkret zu tun hat, und auf der anderen Seite den Interessen eines Überwachungsopfers, das er höchstens sehen wird, wenn die Überwachung tatsächlich eine Straftat zu Tage fördert (sonst kommt es ja zu keinem Verfahren).

    Daher sollte es im Rechtsstaat eine Selbstverständlichkeit sein, dass ausnahmslos alle Opfer von Überwachungsmaßnahmen zumindest nachträglich informiert werden. Die Frist dafür muss so angelegt sein, dass man die Verantwortlichen für unrechtmäßige Überwachung auch tatsächlich noch zur Rechenschaft ziehen kann.

    Nur Gesetze, die sich zumindest im Prinzip durchsetzen lassen, können die Bürger wirklich schützen!

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    • 2b
    • 14. November 2012 23:49 Uhr

    zumindest bei der Telefonüberwachung sind die Tendenzen (bei Gefahr in Verzug) bekannt:
    http://www.wsws.org/de/ar...

    ob da jeder Bürger im Nachhinein auch informiert wird?
    (in den USA meine ich ist das eigentlich ebenso verpflichtend?)

    der Addresshandel der Einwohnermeldeämter ist dann wohl als der nächste Übergriff des Staates zu sehen ...

    • deDude
    • 14. November 2012 14:44 Uhr

    "Die US-Regierung kann die Herausgabe von Nutzerdaten zum Beispiel nach dem Antiterrorgesetz Patriot Act verlangen. Dies geschieht häufig in Kombination mit einem Verbot für das betroffene Unternehmen, irgendjemanden über den Antrag zu informieren."

    Wir brauchen in Deutschland auch dringend einen "Patriot Act" damit wir die 81 Mio. Terroristen in Deutschland anständig überwachen können. Ein Netz aus Überwachung hat sich in Deutschland ja schonmal bewährt und die alten Akten könnten auch mal ein Update brauchen...

  1. "Google Transparency Report" - man muss wirklich immer wieder den Hut ziehen vor Googles PR-Abteilung. Aus der hier bewiesenen Tatsache, dass staatliche Stellen nirgendwo so leicht an brauchbare Überwachungsdaten kommen wie bei Google (was ja im Grunde zu der Erkenntnis führen müsste, den Dienst tunlichst zu meiden), bastelt Google noch einen "Transparency Report"... und kommt damit als Held in die Medien.

    Dieser Trick funktioniert erstaunlicherweise immer wieder, ich erinnere nur an den mit viel Tamtam verkündeten "Rückzug" aus China (wo es nämlich eh nicht gut lief gegen den lokalen Konkurrenten) - und die Rückkehr dorthin einige Monate später, von der man so gut wie nichts mehr las... Perfekte PR.

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    • GDH
    • 14. November 2012 15:55 Uhr

    Natürlich macht google das zur Steigerung des eigenen Ansehens. Was sonst sollte man von einem Unternehmen erwarten?

    Hinsichtlich der Überwachung durch die jeweils eigene Regierung dürften übrigens alle kommerziellen Provider ungefähr gleich schlecht sein.
    Was für deutsche Nutzer bei Google halt noch hinzukommt, ist der Umstand, dass Nutzerdaten z.T. auf Servern in den USA gespeichert werden. Wer deren Dienste nutzt, setzt sich damit quasi dem gleichen Risiko der Überwachung durch deutsche Behörden aus, wie bei Nutzung eines inländischen Dienster und die Zugriffmöglichkeiten in den USA kommen noch dazu.

    Eine Nebenwirkung dieser Google-PR ist, dass solche Veröffentlichungen ein Schlaglich darauf werfen, dass viele Staaten (die viel eher in der Pflicht wären als diese Firma) nicht willens oder in der Lage sind, Transparenz über die durchgeführten Überwachungen herzustellen.

    • Pinto
    • 14. November 2012 15:50 Uhr

    Google scheint keine Suchmaschine zu sein.
    Wohl eher eine Waffe der Wirtschaft, einer bestimmten Wirtschaft.
    Unter anderen der Wirtschaft gegen Veröffentlichungen bestimmter Untaten. Die überdimensionale Zensur sollte jedem bekannt sein.

    Das ein Petraeus Gmail nutzt, zeigt das er sich wohl eher mit Bomben und Drohnen, als mit dem Internet auskennt.

    "..die meisten von indischen Behörden (rund 2.300), es folgten Brasilien, Frankreich und dann Deutschland,"
    Sind die indischen Bemühungen für jedermann einen preiswerten Volkscomputer gelungen oder sind die Inhalte doch eher der Natur:
    "Inder empört über amerikanische Yoga-Patente"
    http://www.spiegel.de/wir...

    Der "Patriot Act" der ein Freibrief für neogermanische Kriegsführung ist, siehe Politologin Sabine Jaberg, ist in SAP eingepflegt und wird in Deutschland/Europa rechtswidrig benutzt.
    Die meisten DAX geführten Unternehmen sind nicht in europäischer Hand.
    Muss jeder Internetnutzer die Vertragsbedingungen die dem Provider, auch die eines Emailanbieters, aufgelegt werden, akzeptieren?
    Scheinbar ja.
    Wie sagte der Bushkrieger noch "Der Weltraum gehört uns" und alle Diplomaten überhörten die Inhalte.
    Halt Monolateral.

    • GDH
    • 14. November 2012 15:55 Uhr

    Natürlich macht google das zur Steigerung des eigenen Ansehens. Was sonst sollte man von einem Unternehmen erwarten?

    Hinsichtlich der Überwachung durch die jeweils eigene Regierung dürften übrigens alle kommerziellen Provider ungefähr gleich schlecht sein.
    Was für deutsche Nutzer bei Google halt noch hinzukommt, ist der Umstand, dass Nutzerdaten z.T. auf Servern in den USA gespeichert werden. Wer deren Dienste nutzt, setzt sich damit quasi dem gleichen Risiko der Überwachung durch deutsche Behörden aus, wie bei Nutzung eines inländischen Dienster und die Zugriffmöglichkeiten in den USA kommen noch dazu.

    Eine Nebenwirkung dieser Google-PR ist, dass solche Veröffentlichungen ein Schlaglich darauf werfen, dass viele Staaten (die viel eher in der Pflicht wären als diese Firma) nicht willens oder in der Lage sind, Transparenz über die durchgeführten Überwachungen herzustellen.

    Antwort auf "Der Lacher"
  2. Und was sollen wir Bürger aus dem Artikel lernen? Dass Geheimdienste und Wirtschaftsunternehmen wie Google das selbe sind? Dass die digitale Ketten den Bürgern geheim immer weiter angelegt werden? Politische Zensur? Dass man im Netz bald keiner individuellen digitalen Info mehr trauen kann, weil sie eh manipulierbar ist? Printmedien werden aus diesem Grund auch immer nachgefragt werden. Dass man Medien bald besser meidet? Oder dass Irrsinn sich selbst erschöpft? Oder wie oder was?

  3. "Der Anteil der Fälle, in denen Google einem Gesuch nachgibt, .."

    Das sind Anforderungen durch staatliche Behörden, aber keine Gesuche. Staaten stellen keine Gesuche an private Firmen, die in ihnen ansässig sind. Und die Fa. Google wird sich hüten, irgend etwas zu verweigern, was ihren Interessen schaden könnte.

    Ich meine ein wenig aus dem Artikel die Ansicht herauszuhören, dass Google gegenüber den Behörden als Anwalt der Nutzerinteressen auftritt, und ich glaube, dass das ein Legende ist, über deren Existenz das Unternehmen vermutlich nicht unglücklich ist.

    Zu denken gibt mir auch die Mitteilung am Ende, dass Anfragen, die der Geheimhaltung unterliegen, nicht enthalten sind. Diese dürften ein Vielfaches ausmachen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte David Petraeus | Google | Microsoft | Überwachung | FBI | Fox
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