Chaos Computer ClubAufruf zum Widerstand gegen den Überwachungsstaat
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Hacker sollen Software für mehr Freiheit schreiben

Das Motto des 29C3 lautet Not my department – dafür bin ich nicht zuständig. Es ist natürlich genau andersherum gemeint. Appelbaum sagt, der weltweite Trend zur Überwachung gehe alle etwas an: Die Hacker müssten sich entscheiden, wie sie mit dem Verkauf von Spähsoftware an Diktatoren umgehen, mit der Vorratsdatenspeicherung, mit Geheimdiensten, die unkontrolliert arbeiten , mit der Folter von mutmaßlichen Whistleblowern wie Bradley Manning .

Zerstören ist leichter als aufbauen

Seine Botschaft an die Hacker in Hamburg und überall sonst: Entwickelt Lösungen und Werkzeuge gegen den staatlichen Überwachungswahn. "Hacktivismus in allen Ehren", aber es sei leichter etwas zu zerstören, als etwas aufzubauen. "Es ist möglich, Open-Source-Software und Hardware für mehr Freiheit zu entwickeln und davon zu leben anstatt proprietäre Software für die Polizei zu schreiben."

Die Hacker im Saal hätten "hoffentlich die Entscheidung getroffen, an Systemen zu arbeiten, die andere Leute zu einem Leben in Freiheit befähigen – nicht an solchen, die ihr Leben kontrollieren." Denn dieses Rechenzentrum in Utah, "das ist für euch alle".

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Leserkommentare
  1. jedoch die Wünsche auf einen Wunschzettel zu schreiben und zu verlesen wird die Realität auf Grund der Warnung eher noch transparenter für die Nutzer des Internets, leider.

  2. aber auch gegen den global bevormundede, reglementierende, sich einmischende, vorschreibende und sanktionierende Staat.

    "I believe that all government is evil, and that trying to improve it is largely a waste of time"
    H.L. Mencken

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    • 2b
    • 27. Dezember 2012 17:08 Uhr

    der aus Mißtrauen seine Bürger&Innen überwachte, spürte den Widerstand gar nicht. Die emanzipierten Bürger&Innen sichern die Umstände so, daß der Staat nicht weiter schuldig werden kann (an humanistischen Errungenschaften bspw.)???
    Die Akkumulation der Daten(nutzung) ist nur eine Analyse unseres Entwicklungsfortschrittes, dahinzielend nützen Wir die Synergien der Datenbereitstellung (und AI) ...

    ??? "smarter planet" (ibm) ???

    mFG
    Ihre Evolution

  3. Da ich selber zu der mutmaßlichen Mehrheit von relativ unbedarften Nutzern von Internet und Smartphone gehöre (besonders letzteres in all seinen Möglichkeiten nur bruchteilhaft), bin ich froh darüber, daß sich eine community wie der CCC des Themas Datenschutz und Privatsphäre annimmt.
    Deren Warnungen vor und erschreckende Erfahrungen mit Überwachung und Gängelung sind u.a. für mich Anlaß, grundsätzlich vorsichtig in der Nutzung dieser Medien und Preisgabe persönlicher Daten zu sein.
    Es drohen ja nicht nur totalitäre Überwachungsphantasien von Regierungen, sondern auch Datenakkumulation bei Firmen und Mißbrauch wie Identitätsklau.

    Noch mal danke, der/die Normalnutzer/in ist auf Euch angewiesen!

    15 Leserempfehlungen
    • dehe25
    • 27. Dezember 2012 16:11 Uhr
    4. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

    • 2b
    • 27. Dezember 2012 17:08 Uhr

    der aus Mißtrauen seine Bürger&Innen überwachte, spürte den Widerstand gar nicht. Die emanzipierten Bürger&Innen sichern die Umstände so, daß der Staat nicht weiter schuldig werden kann (an humanistischen Errungenschaften bspw.)???
    Die Akkumulation der Daten(nutzung) ist nur eine Analyse unseres Entwicklungsfortschrittes, dahinzielend nützen Wir die Synergien der Datenbereitstellung (und AI) ...

    ??? "smarter planet" (ibm) ???

    mFG
    Ihre Evolution

  4. Im Artikel wird gesagt, der Anonymisierungsdienst "Tor" werde bis heute vom Militär finanziert. Auf Wikipedia findet man die Information, "Tor" werde seit Ende 2005 durch private Spenden finanziert. Wer hat recht?

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    Redaktion

    Im Text steht, das Projekt wird noch heute von der US-Regierung (nicht dem Militär) mitfinanziert.

    Beleg finden Sie im Jahresbericht des Projekts: https://www.torproject.or...

    • rainerW
    • 27. Dezember 2012 17:14 Uhr

    "Vielleicht ist sie verrückt und die Geschichte stimmt nicht", räumt Appelbaum ein. Aber er hält es für möglich. "!?!?
    Die Hacker sind also die Guten und die demokratisch legitimierten Institutionen sind die Bösen. Die Hacker brüsten sich damit (und tun es auch), dass sie in nahezu jedes System eindringen können, Daten lesen können, Daten vernichten können, Daten veröffentlichen können, usw. - und dieses kriminelle Verhalten ist also in den Augen der sogenannten Netzgemeinde vorbildlich und schützt mich/uns vor dem bösen Staat. Sorry Leute, ich lebe gern in meiner Demokratie und muss mich nicht von selbsternannten Netzaktivisten schützen lassen, von denen ich nicht weiß, von wem sie bezahlt werden oder welche Interessen wirklich hinter ihren Aktivitäten stecken.

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    • Hesslon
    • 27. Dezember 2012 19:28 Uhr

    nicht darum wer der moralisch oder sonstwie legitimiertere ist, sonder darum das der "Staat" ein Interesse daran hat das "Volk" unter Kontrolle zu halten.
    Projekte wie TOR oder auch I2P, welche Quelloffen sind, können helfen eine Chancengleichheit zwischen Überwachten und Überwachern herzustellen.
    Ein schönes Zitat von Applebaum ist (frei von mir übersetzt) "Es ist leicht von sich zu behaupten nichts verbergen zu müssen wenn man ein weißer heterosexueller Mann in einem westlichen Land ist."
    Das trifft aber bekanntermassen auf nicht ganz so viele Menschen zu.
    Um zu Ihrer Aussage zurückzukommen, ich bin sicher kein Verschwörungstheoretiker aber "lustige" Zusammenhänge wie zB das Leistungsschutzrecht, die Hotelierssteuer oder das sträuben der meisten Parlamentarier ihre Nebenverdienste offen zu legen lässt mich daran zweifeln wer hier wen regiert und wer von wem finanziert wird.

    Und Hacker (was sie meinen sind wird üblicherweise Cracker genannt) sind so heterogen wie der Rest der Gesellschaft, mit alle Fazetten an Idiotie und Idiologie. Also bitte die Schublade wieder zu machen.

    Genauso wie 'die Menschen toeten'

    und nun erklaeren sie mir wie eine Regierung, so demokratisch sie auch gewaehlt sein mag und wieviel Vertrauen sie auch in ihre Absichten haben moegen, wie diese Regierung die Aktivitaeten von Geheimdiensten kontrolliert.

    Offenbar ist Ihnen die „Hackerethik“ kein Begriff. Aufs essentielle reduziert lautet diese „Private Daten schützen, öffentliche Daten nützen“.

    Die Hacker, wie sie sich im CCC oder auf diesem Kongress versammeln, vertreten die Position, dass es ihre Pflicht ist, die – in jedem technischen System – vorhandenen Lücken der Sicherheit zu erkunden und aufzudecken, zu warnen und aufzuklären.

    Die eigenen Fähigkeiten zu missbrauchen, Sicherheitslücken geheim zu halten um sie zu missbrauchen oder womöglich sogar auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen steht im Widerspruch mit dieser Ethik.

    Leider bezeichnen die Medien Angehöriger beider Gruppen als „Hacker“, die hier gemeinten wollen mit kriminellem Verhalten im Allgemeinen nichts zu tun haben!

    Auf besagtem Schwarzmarkt für Sicherheitslücken jedoch tummeln sich zunehmend Geheimdienste und staatliche Einrichtungen, die somit gegen das (IT-)Sicherheitsinteresse der Allgemeinheit agieren.

    Unter dieser Voraussetzung halte ich diese Hacker für deutlich vertrauenswürdiger als die allermeisten staatlichen Einrichtungen.

    Ich empfehle dir, die Rede einmal anzuhören - steht schon auf Youtube. Was Appelbaum und Andere an den "demokratisch legitimierten Institutionen" kritisieren ist, dass viele Behörden und Geheimdienste überhaupt keiner demokratischen oder judikativen Kontrolle unterworfen sind, sondern willkürlich agieren können. Solche Institutionen zu entlarven und zu bekämpfen, ist die Aufgabe von Whistleblowern, Aktivisten und Hackern und unglaublich wichtig.

    Hacker = Gut und NSA = Böse ist doch wohl genauso platt wie NSA = Gut und Hacker = Böse.

    Misstrauen sollte man in erster Linie Institutionen/Personen, die intransparent arbeiten.

    das alles ist "nicht Ihre Abteilung", oder? Der Slogan des CCC hätte nicht besser gewählt werden können.

    • y5rx
    • 24. Januar 2013 17:56 Uhr

    eines Ahnungslosen. Hätten Sie auch nur den Funken eines Einblicks in die Möglichkeiten der Geheimdienste in Sachen Überwachung und Kontrolle der Kommunikation der "freien" Bürger und etwas weniger Angst um Ihre vermeintliche Sicherheit, dann würden Sie so etwas hier nicht schreiben.
    Sorry, aber Menschen mit Ihrem einfachen Weltbild, tun mir nur noch leid!

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Jacob Appelbaum | Folter | Geheimdienst | Hacker | Hardware | IP-Adresse
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