DatenschutzFacebook-Nutzer verlieren Mitbestimmungsrecht

Facebook kann künftig allein über Nutzungsbedingungen entscheiden. Bei einer Abstimmung über das Mitspracherecht der Nutzer nahmen nur 0,07 Prozent der Mitglieder teil. von dpa

Die derzeitige Form der Mitbestimmung von Facebook-Nutzern steht vor dem Aus. An einem Votum über eine Änderung der Nutzungsregeln und das künftige Mitspracherecht nahm bis zum Fristende am Montag nur ein verschwindend geringer Anteil der mehr als eine Milliarde Mitglieder teil. Facebook wird nun den bisherigen Modus der Beteiligung von Nutzern wieder abschaffen.

Binnen einer Woche beteiligten sich bis Montagabend 668.872 Mitglieder an der Abstimmung. Das entsprach einem Anteil von weniger als 0,07 Prozent der Facebook-Nutzer. Damit das Ergebnis einer Abstimmung für das Netzwerk bindend ist, wäre eine Beteiligung von mindestens 30 Prozent erforderlich. Das wären aktuell rund 300 Millionen Mitglieder.

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Mehr als 589.000 Teilnehmer, fast 90 Prozent, sprachen sich gegen die vorgeschlagenen Regel-Änderungen aus. Das ist jetzt jedoch bedeutungslos. Facebook kann die neuen Regeln einfach in Kraft setzen.

Datenschützer kritisieren 30-Prozent-Hürde

Bereits im Sommer hatte Facebook über seine Nutzungsregeln abstimmen lassen . Beteiligt hatten sich 180.000 Nutzer von damals insgesamt 900 Millionen Mitgliedern. Dabei hatte sich Facebook weitgehende Rechte zur Verwertung von Statusmeldungen, Links, Fotos und privaten Nachrichten seiner Nutzer einräumen lassen. Bei dem Votum im Sommer ging es auch um personalisierte Werbung auf Facebook und externen Internetseiten.

Das Online-Netzwerk, das oft von Datenschützern kritisiert wird, hatte die Abstimmungen immer wieder als einzigartiges Beispiel für Demokratie im Verhältnis zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden hervorgehoben. Das Verfahren war 2009 eingeführt worden, als Facebook noch rund 200 Millionen Nutzer hatte. Kritiker hielten Facebook vor, die Abstimmungen seien angesichts der unrealistisch hohen 30-Prozent-Hürde eine Farce gewesen. Facebook hatte diesmal jeden Nutzer per E-Mail auf die Möglichkeit zur Meinungsäußerung hingewiesen.

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Leserkommentare
    • km201
    • 11. Dezember 2012 14:48 Uhr

    Bei mir war der weitergeleitete Link original auf "öffentlich" gestellt - ich selbst konnte vor Publizieren dies jedoch noch ändern (da ich generell nichts für alle anzeigen lasse).

    Eventuell haben Sie bei einem früheren Post (kann auch schon länger her sein) einmal das Publikum geändert? Dann bleibt diese individuelle Einstellung oft als Voreinstellung. Zumindest ist dies bei mir der Fall, wenn ich das Publikum für einen Beitrag begrenzt habe.

    Antwort auf "Verschleierung"
  1. also sind sie dann kommerziell im engeren Sinne.

  2. "Natürlich, der Vergleich hinkt - Tomaten und Kartoffeln melden sich nicht freiwillig beim Supermarkt an."

    Das ist ja auch durchaus schlau von den Tomaten und den Kartoffeln, denn schließlich werden sie im Supermarkt verhökert, um anschließende vom Käufer verzehrt zu werden.
    Müssen wir jetzt davon ausgehen, dass Tomaten und Kartoffeln intelligenter sind als der Facebook-Nutzer? :)

    Antwort auf "Japp."
    • Laoyafo
    • 11. Dezember 2012 16:40 Uhr

    erklären Sie uns doch mal, um welche Veränderungen es ging und wo sie nachgelesen werden konnten.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    weil ich dort nicht angemeldet bin.

    Aber wenn Sie sonst nicht glauben, dass man merken konnte dass da was war und wenn Sie vielleicht mal selbst lesen wollen:
    https://www.facebook.com/...

    Und jetzt erklären Sie mir doch mal, warum Sie 9 Monate nach dieser Veröffentlichung, auf die am 22.03. auch auf Zeit Online hingewiesen wurde, recht forsch um Erklärung bitten.
    Mir wär sowas ja echt peinlich.

  3. 45. [...]

    noch mal die quellen das cia bei fratzebuch mit drin hängt.
    http://www.guardian.co.uk...
    ach ja.. und hier
    http://www.nzherald.co.nz...
    ich hoffe die quellen sind valide genug für die zeit-o.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jz

    Antwort auf "oh leude"
  4. weil ich dort nicht angemeldet bin.

    Aber wenn Sie sonst nicht glauben, dass man merken konnte dass da was war und wenn Sie vielleicht mal selbst lesen wollen:
    https://www.facebook.com/...

    Und jetzt erklären Sie mir doch mal, warum Sie 9 Monate nach dieser Veröffentlichung, auf die am 22.03. auch auf Zeit Online hingewiesen wurde, recht forsch um Erklärung bitten.
    Mir wär sowas ja echt peinlich.

    Antwort auf "Na, dann"
  5. Den allermeistren FB-Nutzern ist Mitbestimmung weniger wert als 15 Minuten "Mühe"...

    "They trust me, dumbf***s!"

    Antwort auf "Unsinn"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Facebook | Mitbestimmung | Sommer | Werbung | Demokratie | Unternehmen
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