Facebook wird die Funktionen verändern, mit denen Nutzer einstellen können, wer was über sie sehen und weitergeben kann. Mal wieder. Alle naselang wird an diesen sogenannten Privatsphäre-Einstellungen gebastelt, immer mit dem Versprechen, mehr Kontrolle und mehr Transparenz zu bieten.

Unter Umständen wird nun tatsächlich einiges besser. Allerdings rufen die ständigen Änderungen allein bereits heftige Verwirrung hervor. Außerdem wäre Facebook nicht Facebook, wenn Verbesserungen nicht auch Verschlechterungen mit sich bringen würden. So ist es auch dieses Mal. Künftig gibt es keine Möglichkeit mehr, sich der internen Suche zu entziehen.

Bislang lässt sich per angeklicktem Häkchen festlegen, dass andere Facebook-Nutzer das eigene Profil nicht via Namenssuche finden können – beziehungsweise dass entweder nur "Freunde", "Freunde von Freunden" oder aber "alle" das Profil finden können. Das wird mit der Änderung abgeschafft, für die interne Suche ist dann jeder sichtbar. Oder, wie die New York Times in Anlehnung an die englischsprachige Bibel schreibt: "When Facebook giveth, Facebook taketh away."

Facebook gibt, Facebook nimmt

Diese Änderung wird derzeit schon umgesetzt. Wie es in der offiziellen Ankündigung dazu heißt , wurde die Einstellung bereits bei all jenen entfernt, "die sie nicht verwendet haben". In den kommenden Wochen werde sie bei den wenigen Nutzern entfernt, "die sie noch haben". (Der Autor gehört dazu und kann sie daher noch sehen.)

Offensichtlich will Facebook besser durchsuchbar werden, und das ist ein Schritt in diese Richtung. Die Begründung des Unternehmens für die Abschaffung der Versteckmöglichkeit klingt allerdings etwas anders. Die New York Times zitiert Produktchef Sam Lessin mit den Worten, die Funktion werde in Rente geschickt. Verwendet habe sie schließlich nur "ein einstelliger Prozentsatz an Nutzern".

Angesichts der Milliarde Facebook-Nutzer sind das immer noch diverse Millionen. Offenbar aber nicht genug, dass Facebook nennenswerten Widerstand befürchtet. Die Entwicklung einer eigenen Suchmaschine ist da wichtiger. Die Suche ist bei Facebook bislang legendär schlecht. Gründer Mark Zuckerberg hat vor einiger Zeit schon gesagt , das Thema Suche sei wichtig für das Unternehmen, man wolle in diesem Bereich besser werden. Wer sich Facebook als weltweites Telefonbuch denkt, erkennt sofort die Macht einer guten internen Suchmaschine.

Fotos besser kontrollierbar

Zurück zu den Änderungen. Bislang sind die Privatsphäre-Einstellungen über das Dreieck am rechten Rand der oberen Bedienungsleiste zu finden. Auch künftig soll an dieser Stelle ein Menü ausklappen, doch wird es einfacher aussehen. Drei Punkte enthält noch: "Wer kann meine Sachen sehen?", "Wer kann mich kontaktieren?" und "Wie verhindere ich, dass mich jemand belästigt?"

Die neuen Einstellungen zur Privatsphäre finden sich in der Leiste am oberen Rand. © Facebook

Tatsächlich sind das wohl die wesentlichen Funktionen, die zum Schutz der Privatsphäre bei Facebook notwendig sind. Außerdem sind sie endlich so formuliert, dass jeder versteht, worum es geht. Eine klare Verbesserung also.

Ebenso positiv ist, dass es etwas leichter wird, unliebsame Fotos zu verbannen. Im Aktivitätenprotokoll, das sich auf der Profilseite oben rechts findet, lassen sich künftig auch Fotos bearbeiten. Wird ein Nutzer auf Fotos markiert, ohne das zu wollen, kann er über das Aktivitätenprotokoll jene kontaktieren, die die Fotos hochgeladen haben. Wirksam wird das alles "Ende 2012", genauer gab der Konzern den Zeitpunkt nicht an.

Im Zweifel kann er diese Nutzer aber nur bitten, die Markierung zu entfernen, halten müssen sie sich nicht daran. Deshalb merkt Facebook an: "Vergiss dabei Folgendes nicht: Obwohl diese Fotos nicht mehr in deiner Chronik angezeigt werden, können sie auch weiterhin an anderen Stellen auf Facebook erscheinen, wie zum Beispiel in den Neuigkeiten, der Suche und den Chroniken deiner Freunde."

Trotz der Vereinfachungen gilt also, dass Nutzer wie immer selbst aktiv werden müssen, wenn sie halbwegs die Kontrolle über ihre Daten behalten wollen.