NutzerdatenInstagram bleibt bei seinen alten AGB – aber nur teilweise

Die Facebook-Tochter wird die Verwendung von Nutzerdaten und -Fotos zu Werbezwecken vorerst nicht neu regeln. An anderen Veränderungen hält Instagram aber fest. von 

Instagram

Instagram ändert seine Nutzungsbedingungen nur teilweise.  |  © LIONEL BONAVENTURE/AFP/Getty Images

Instagram verändert seine veränderten Nutzungsbedingungen. Eigentlich wollte sich das Facebook-Tochterunternehmen ab dem 16. Januar weitgehende Rechte zur Verwendung von Nutzerdaten und ihren Fotos für Werbezwecke einräumen. Der entsprechende, heftig umstrittene Absatz soll nun aber doch nicht eingeführt werden, teilte Firmenmitbegründer Kevin Systrom am Donnerstag mit .

Im Firmenblog entschuldigt sich Systrom dafür, die Absichten von Instagram nicht klar genug kommuniziert zu haben. Die Rückmeldungen der Nutzer hätten ihn dazu bewogen, die geplanten Neuformulierungen über die Verwendung von Nutzerdaten zu Werbezwecken zu streichen und bei der bisherigen Version zu bleiben – vorerst.

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Der Reihe nach: Bislang heißt es in den Nutzungsbedingungen von Instagram zum Thema Werbung: "Some of the Instagram Services are supported by advertising revenue and may display advertisements and promotions, and you hereby agree that Instagram may place such advertising and promotions on the Instagram Services or on, about, or in conjunction with your Content." (Etwa: "... Sie sind damit einverstanden, dass Instagram Werbung in seinen Diensten oder in Verbindung mit Ihren Inhalten platziert.") Schon jetzt erlaubt sich Instagram also, Werbung im Umfeld der Nutzerinhalte einzublenden – wo auch sonst? An dieser Formulierung haben sich die Nutzer bislang jedenfalls nicht gestört.

Patrick Beuth
Patrick Beuth

Patrick Beuth ist Redakteur im Ressort Digital bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

In den neuen AGB sollte es dann heißen: "You agree that a business or other entity may pay us to display your username, likeness, photos (along with any associated metadata), and/or actions you take, in connection with paid or sponsored content or promotions, without any compensation to you." (Etwa: "Sie sind damit einverstanden, dass ein Unternehmen oder eine Einrichtung uns bezahlt, damit wir Ihren Benutzernamen, Ihre Fotos inklusive deren Metadaten und / oder Ihrer Aktionen bei Instagram in Verbindung mit bezahltem oder gesponsertem Inhalt anzeigen, ohne jede Bezahlung für Sie.") Das klingt zunächst nach einer Übernahme des Prinzips der "gesponserten Meldungen" auf Facebook : Wer auf einer teilnehmenden Firmenseite auf "Gefällt mir" klickt, generiert damit – möglicherweise ohne es zu merken – eine Facebook-Anzeige für seine Freunde, die seinen Namen und sein Foto im Zusammenhang mit der Firma zeigt. Manche haben die Formulierung von Instagram aber auch als Freifahrtschein für das Unternehmen interpretiert , die von Nutzern hochgeladenen Fotos ungefragt und ohne Bezahlung an Dritte zu verkaufen.

Um klarzumachen, dass dies ausgeschlossen ist, soll nun weiterhin die alte Version dieses Abschnitts gelten. Jedenfalls so lange, bis Instagram sich genau überlegt hat, wie Werbung auf der Foto-Plattform funktionieren soll. Dann werde man erneut auf die Nutzer zugehen und es ihnen erklären, schreibt Systrom.

Was er nicht explizit schreibt: Nicht alle neuen Formulierungen werden rückgängig gemacht. So steht in den künftigen AGB, die ab dem 19. Januar gelten, weiterhin der Satz, dass Werbung innerhalb des Dienstes nicht immer als solche kenntlich gemacht wird.

Leserkommentare
  1. per AGB für jeden Zweck gebraucht werden dürfen, sei es zu Werbezwecken oder zum Prüfen, wo sich Nutzer sonst noch so im Netz herumtreiben. Technisch geht da so einiges, und wenn man die Menschen besser kontrollieren kann, sollte man das tun.

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