Gegen die Klarnamenpflicht von Facebook hat das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein gerade erst eine Verfügung erlassen . Falls Facebook seinen Mitgliedern aus Schleswig-Holstein nicht binnen zwei Wochen das Recht einräume, den Dienst auch unter einem Pseudonym zu nutzen, drohe ein Zwangsgeld in Höhe von 20.000 Euro.

Und auch Facebook hat bereits versucht, seine Nutzer auf diese Art zu enteignen. Im April 2009 wollte das Unternehmen via AGB festlegen, dass es jeden hochgeladenen Inhalt beliebig verbreiten und nutzen darf. Weltweit protestierten die Nutzer dagegen. Facebook zog die Änderung letztlich zurück und versicherte, alle Inhalte würden den Nutzern gehören. Das behauptet auch Instagram in seinem Firmenblog : "Nothing has changed about your photos’ ownership." Das stimmt, der Fotograf bleibt Urheber, aber er hätte damit trotzdem keinen Einfluss auf die Verwendung der Bilder, wenn Instagram die Nutzungslizenz dazu verkauft.

Bleibt nur ein Ausweg: Wer die neuen Nutzungsbedingungen von Instagram nicht akzeptieren will, muss sein Konto löschen . Einen anderen Weg gibt es nicht, es ist keine Möglichkeit vorgesehen, der Nutzung zu widersprechen. Wired.com empfiehlt , die eigenen Bilder zuvor mit einem Tool wie Instaport herunterzuladen. Wer sich nach dem 16. Januar weiterhin bei Instagram einloggt, erklärt sich mit den neuen Richtlinien automatisch einverstanden.

Und wer nach dem 16. Januar noch neue Fotos hochlädt und sein Konto erst danach löscht, muss trotzdem damit rechnen, dass die zuletzt eingestellten Bilder noch von Instagram oder Facebook verkauft werden. Zumindest würden die neuen Richtlinien das nach Ansicht der Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation nicht ausschließen.

Bislang haben weder Instagram noch Facebook auf die Kritik an den neuen Nutzungsbedingungen reagiert.