Europäischer Datenschutztag : Mit Dollars gegen mehr Datenschutz
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Datenschutzaktivisten setzen auf Öffentlichkeit

Das Ziel der Lobbyisten ist natürlich die weitere Abschwächung der Datenschutzverordnung, sei es bei der Einwilligung in die Datenverarbeitung oder bei den Meldepflichten im Falle einer Datenpanne. Nicht nur in Washington, sondern auch in Brüssel stehen die Unternehmensvertreter Schlange, um bei Politikern für eine unternehmensfreundlichere Fassung der Verordnung zu werben.

Datenschutzaktivisten stehen keine Millionenbeträge zur Verfügung. Die Digitale Gesellschaft, La Quadrature du Net oder die Dachorganisation European Digital Rights (EDRi) fürchten deshalb, ins Hintertreffen zu geraten. Sie setzen auf den Druck der Öffentlichkeit, etwas anderes bleibt ihnen auch kaum übrig.

In ihrer Brussels Privacy Declaration fordern sie und bislang einige Hundert EU-Bürger den weitgehenden Schutz ihrer persönlichen Daten. Und sie beklagen: "Wir, die Bürger, sind in Hunderten von Datenbanken verzeichnet, meistens, ohne, dass wir davon wissen, oder uns damit einverstanden erklärt haben. Mehr als 1.200 Unternehmen haben sich darauf spezialisiert, mit unseren persönlichen Daten zu handeln, wiederum ohne dass wir davon wissen oder uns damit einverstanden erklärt haben. Jedes Mal, wenn wir im Internet unterwegs sind, registrieren mehr als 50 Unternehmen jeden Klick."

Ihr schwerster Vorwurf lautet: "Lobbying ersetzt gerade die Stimmen und Befürchtungen der europäischen Bürger." Die Appelle der Firmenvertreter beim Datenschutztag zeigten, dass dieser Vorwurf nicht ganz unbegründet ist.

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