OnlinewerbungFacebook testet neue Tracking-Methode

Facebook bietet Werbekunden eine neue Möglichkeit zum Tracking an: Nutzer werden anhand ihrer Facebook-ID identifiziert, besser als es mit Tracking-Cookies möglich ist. von Jens Ihlenfeld

Facebook-CEO Mark Zuckerberg

Facebook-CEO Mark Zuckerberg  |  © Josh Edelson/AFP/Getty Image

Tracking-Cookies ermöglichen es Werbenetzwerken, Nutzer im Web über Webseiten hinweg zu verfolgen und so Profile zu erstellen. Das funktioniert aber nicht, wenn ein Nutzer den Browser oder das Endgerät wechselt, regelmäßig seine Cookies löscht oder Tracking-Cookies mit entsprechenden Erweiterungen blockiert.

Genau da setzt Facebook an und will Werbekunden helfen, Nutzer eindeutig zu identifizieren, auch über mehrere Browser und Endgeräte hinweg. Auf diesem Weg sollen sich Werbekampagnen auf Facebook besser optimieren und die Kosten für die Kundengewinnung um durchschnittlich 40 Prozent senken lassen, verspricht das Unternehmen in einem Blogeintrag.

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Facebook vertraut dabei auf die Bequemlichkeit der Nutzer: Diese loggen sich in aller Regel nicht bei Facebook aus, und so kann Facebook ihr Verhalten im Web auch auf anderen Seiten erfassen. Das setzt allerdings voraus, dass diese Seiten einen Code von Facebook einbetten. Werbekunden bietet Facebook nun die Möglichkeit, einen solchen Codeschnipsel in ihre Webseiten einzubauen. So kann Facebook sogenannte Conversions messen, also feststellen, ob ein Nutzer die vom Werbekunden gewünschte Aktion durchgeführt hat, beispielsweise eine Registrierung oder einen Kauf.

Facebook erkennt angemeldete Nutzer dabei auf allen Endgeräten und in allen Browsern anhand ihrer Facebook-ID wieder, vorausgesetzt, ein Nutzer ist bei Facebook angemeldet. Facebook errechnet so einen "Optimized CPM" (OCPM), also einen optimierten Tausenderkontaktpreis. Selbst wenn ein Nutzer nicht auf eine Werbung klickt, die er am Desktop sieht, sondern später auf dem Smartphone die entsprechende Seite aufruft und sich anmeldet, kann Facebook dies in die Erfolgsmessung einer Kampagne einbeziehen.

Bislang nur ein Test

Darüber hinaus nutzt Facebook die Daten aber auch, um die Werbekampagnen seiner Kunden weiter zu optimieren. So würden Anzeigen vermehrt bei Nutzern angezeigt, bei denen die vom Kunden gewünschte Aktion am ehesten zu erwarten ist, erläutert David Baser, Produktmanager bei Facebook, in einem Interview mit Adexchanger.

Bislang ist dieses erweiterte Tracking nur für Werbekunden verfügbar, die Facebook Ads und Sponsored Stories einsetzen. Facebook denkt aber laut Baser auch darüber nach, die Messung künftig auf Inhalte zu erweitern, die Werbekunden auf ihren Facebook-Seiten anbieten.

Bislang hat Facebook das neue Tracking nur mit ausgewählten Kunden getestet, seit wenigen Tagen steht es nun allen zur Verfügung. Facebook hofft, dass möglichst viele Werbekunden den notwendigen Tracking-Code auf ihren Webseiten einbinden. So könnte Facebook die Aussteuerung von Werbekampagnen und deren Erfolgsmessung verbessern. Das wäre auch eine gute Grundlage für ein Werbenetzwerk in Konkurrenz zu Google Adsense, über dessen Start immer wieder spekuliert wird.

Erschienen bei golem.de

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Leserkommentare
  1. Man tausche in diesem Artikel das Wort Facebook durch das Wort Staat. Die Empörung wäre gewaltig, wenn ein Staat sich solcherlei Verfolgung und Weitergabe von Daten leisten würde.

    Macht es ein modernes Unternehmen, scheint dies völlig okay zu sein. Es gibt uns als Gegenleistung ja erst ein digitales Ich(Abbild) eine Welt, in die wir inzwischen schon so vernetzt sind, dass es schwer fällt sich aus dieser zu befreien, da man dann außen vor ist.

    Es schaudert mir.

    Beste Grüße
    FSonntag

    3 Leserempfehlungen
    • fyluno
    • 25. Januar 2013 15:23 Uhr

    Ich bin ebenfalls besorgt über die Entwicklung die Facebook verursacht (sozial, internetnutzung, -sturktur, wirtschaftlich).
    Erstmal bin ich kein Fan von vielen sozialen Natzwerken, da Nutzer dazu gebracht werden sich zu profilieren und ähnliches, jeder kennt die Argumente. Sozial und psychisch werden Generationen von Menschen stark beeinflusst im Leben und kaum jemand setzt sich mit Folgen davon auseinander.
    Facebook speziell fing zwar als gute idee an hat sich aber angepasst (moralisch oder sonstwas) und versucht momentan hauptsächlich Profit zu machen (und ja das ist verwerflich, "jeder muss sein geld verdienen" ist kein argument...). Ich will auch nicht alle Kritikpunkte an Facebook wiederholen da auch die jeder kennt... nur einer der nicht oft genug genannt wird ist die Anonymität des Internets, die vollkommen fehlt. Als ich dem Internet begegnet bin war eine der interessanteren Sachen sich hin und wieder Pseudonyme auszudenken sich Orte zu suchen im Internet, ein paar Dinge aufzubauen, andere Dinge suchen. Facebook verbietet Pseudonyme und versucht mit Rücksichtslosigkeit und Größenwahn (und jetzt komme ich zum Thema des Artikels) dem Internet eine fragwürdige Struktur aufzuzwingen. Andere Internetseiten sind dabei eingeschlossen und passen sich durch Facebook Icons und Tracking wie im Artikel beschrieben an.
    Es ist schwierig all das in einen kurzen Artikel zu formulieren, und ich habe auch grad keine Zeit und keine Wörter mehr. Skeptisch weil User kein Einfluss hat...

    Eine Leserempfehlung

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