Archivbild von Dave Morin, Mitgründer von "Path", bei einer Konferenz 2011 in New York © Joe Corrigan/Getty Images for AOL

ZEIT ONLINE: Dave Morin, Sie waren über Jahre einer der wichtigsten Entwickler von Facebook

Dave Morin: …ich habe auch die erste Facebook-Zentrale mit entworfen.

ZEIT ONLINE: …und dann haben Sie sich mit Ihrem eigenen Sozialen Netzwerk Path selbstständig gemacht. Warum?

Morin: Ich benutze gerne folgendes Bild: Facebook ist wie eine Stadt. Wir wollen wie eine Wohnung in dieser Stadt sein.

ZEIT ONLINE: Also privat?

Morin: Es geht darum, die wichtigsten Momente mit meinen engsten Freunden und mit der Familie zu teilen. Mit niemandem sonst. Deshalb nennen wir Path auch ein "Persönliches Netzwerk", nicht ein Soziales Netzwerk. Bei uns dreht sich alles zu hundert Prozent um Privatsphäre. Deshalb erlauben wir jedem Nutzer nur maximal 150 Kontakte. Weil wissenschaftliche Studien sagen, dass ein Mensch nur mit so vielen Menschen eine echte Beziehung pflegen kann. Die meisten Nutzer haben sogar nur zwischen 10 und 20 Menschen in ihrem Path-Netzwerk.

ZEIT ONLINE: Was ist ihre Strategie?

Morin: Wir setzen alles daran, ein absolut vertrauensvolles Umfeld zu schaffen.

ZEIT ONLINE: Auf Facebook ist es schwer, private und öffentliche Kommunikation zu trennen ...

Morin: Das ging mir genauso. Ich habe viele Jahre daran gearbeitet, Facebook mit aufzubauen, und irgendwann stellte ich fest, dass ich über Facebook nie mit meiner damaligen Freundin und auch nicht mit meiner Mutter kommunizierte. Das ist bei Path jetzt genau umgekehrt. Dort tausche ich mich nur mit meiner Frau, meiner Mutter und meinen engsten Freunden aus.

ZEIT ONLINE: Man kann und soll sich mit seinen bestehenden Accounts bei Path anmelden, also auch mit seinem Facebook-Account und dann Daten von dort zu Path übertragen. Teilt man die Nachrichten, die man auf Path schreibt, auch automatisch mit Facebook?

Morin: Bei uns teilt man gar nichts automatisch.