Mein digitaler SchutzschildTrueCrypt – der Tresor auf der Festplatte

TrueCrypt schützt sensible Daten auf der Festplatte. Aber wer die Stärken der Software ausnutzen will, muss viele Details beachten - und braucht sehr gute Passwörter. von 

Es gibt mehrere Gründe, die eigene Festplatte oder zumindest bestimmte Dateien darauf zu verschlüsseln. Das Flughafen-Szenario, in dem der Zoll den Rechner ohne Aufsicht in Augenschein nimmt, fällt mir als erstes ein. Es ist nicht auszuschließen, allerdings auch nicht sehr wahrscheinlich. Oder wenn mehrere Menschen mit dem Computer arbeiten, zum Beispiel im Büro: dann kann man mit der Verschlüsselung bestimmter Dateien seine Privatsphäre und anderweitig vertrauliche Informationen schützen. Muss der Rechner mal zur Reparatur, empfiehlt sich die Verschlüsselung ebenfalls. Und sollte er gestohlen werden, kann der Dieb zumindest nicht auf die wichtigsten persönlichen Dateien zugreifen.

Anstatt gleich die gesamte Festplatte beim Einrichten von Ubuntu zu verschlüsseln, will ich das nur mit bestimmten Dateien tun. Denn die vollständige Verschlüsselung hätte zur Folge, dass ich bei jedem Systemstart ein langes Passwort eingeben müsste. Und sollte jemand dann Zugriff auf mein ThinkPad haben, wäre die Verschlüsselung bereits ausgehebelt. Allein deshalb halte ich es für schlauer, "unverdächtige" Dateien zu lassen, wie sie sind, und nur ausgewählte Dateien mit einem praktisch nicht zu knackenden Passwort zu schützen.

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Die bekannteste kostenlose Software dafür heißt TrueCrypt. Wie sie installiert und verwendet wird, erklärt das CryptoParty Handbook (derzeit in der Version 1.1) sehr ausführlich.

Die Installation

TrueCrypt wird offiziell nicht als Open-Source-Software gewertet. In Ubuntu ist sie auch deshalb nicht über das Software-Center zu finden, stattdessen muss ich die Installationsdatei auf truecrypt.org herunterladen. Ich wähle für mein ThinkPad die Standard-32-Bit-Version für Linux. "Standard" heißt, ich bekomme eine grafische Benutzeroberfläche, "32 Bit" bezieht sich auf die sogenannte Prozessorarchitektur meines Rechners. Ob man 32 oder 64 Bit wählen muss, erfährt man durch die Eingabe der Zeile uname –a ins Terminal. Nachdem man die Enter-Taste betätigt, erscheint entweder eine Zeile, die "x86_64" oder "i686" enthält. Im ersten Fall wählt man die 64-Bit-Version, im zweiten Fall die 32-Bit-Version.

Mein digitaler Schutzschild

Wie schwierig ist es, sich anonym im Internet zu bewegen, E-Mails zu verschlüsseln, die eigene Privatsphäre zu schützen und Daten sicher zu speichern? Wie alltags- und laientauglich sind die entsprechenden Programme?

In der Serie "Mein digitaler Schutzschild" beantwortet ZEIT ONLINE diese Fragen. Digital-Redakteur Patrick Beuth hat ein Notebook mit der nötigen Software ausgerüstet und seine Erfahrungen dokumentiert. Er hat dazu Handbücher gelesen, Wikis und Anleitungen, und er hat Hacker und andere Experten um Rat gebeten.

Das Ergebnis ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für diejenigen, die noch keine Erfahrung mit Linux, Anonymisierungssoftware oder Verschlüsselung haben – und das ändern möchten.

Inhalte der Serie

Teil 1: Ubuntu (Linux) als Betriebssystem

Teil 2: Anonymes Surfen mit Tor

Teil 3: Anonymes Surfen mit VPN

Teil 4: Ein anonymes E-Mail-Konto Einrichten mit Hushmail und Tor

Teil 5: E-Mails verschlüsseln mit Enigmail / OpenPGP

Teil 6: Daten auf der Festplatte mit TrueCrypt verschlüsseln

ALS E-BOOK

Die Serie Mein digitales Schutzschild gibt es auch als E-Book. Erfahren Sie in dieser für eReader hochwertig aufbereiteten Fassung, wie Sie Ihre Daten auf dem PC und im Internet besser schützen können.

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Die Installation beginnt mit einem Rechtsklick auf die verpackte Datei (die mit der Endung tar.gz) und dann einem Klick auf Hier entpacken. Dann folgt ein Rechtsklick auf die neue, entpackte Datei und ein Klick auf Open. Dann wähle ich Run und im nächsten Fenster abschließend noch Install TrueCrypt und bekomme anschließend ein etwas kryptisch aussehendes, schwarzes Fenster mit der Überschrift TrueCrypt Setup angezeigt. Das kann ich getrost schließen.

Nun suche ich das fertig installierte Programm über die Suchfunktion im Dashboard und ziehe es auf meinen Desktop. (Wie die Installation in Windows und OS X funktioniert, steht im CryptoParty Handbook ab Seite 284.)

Mit TrueCrypt kann ich einen sogenannten Container anlegen, in den ich beliebige Dateien und Ordner stecken kann. Der Container wird dann verschlüsselt und mit einem Passwort geschützt. Ist das Passwort gut genug, ist der Container praktisch nicht aufzubrechen. Eine hübsche Geschichte – zugegebenermaßen schon etwas älter – veranschaulicht das: Die brasilianische Polizei hat einmal fünf Monate lang versucht, die Festplatten eines Verdächtigen zu entschlüsseln und dann Experten vom FBI zur Hilfe geholt, die sich weitere zwölf Monate lang die Zähne an der Verschlüsselung ausbissen.

Das Programm hat aber noch eine Besonderheit. In manchen Ländern, zum Beispiel in Großbritannien, kann ich unter Umständen gezwungen werden, das Passwort für meinen Container preiszugeben. Deshalb gibt es in TrueCrypt eine zweite Ebene, die sogenannten Hidden Volumes. Das sind gesondert verschlüsselte Unterordner eines Containers mit einem eigenen Passwort. Gebe ich also nach und rücke das Passwort für den Container heraus, öffnet sich dieser. Hier sollten dann Dateien zu finden sein, die nahelegen, dass ich sie lieber nicht preisgegeben hätte. Beispiele wären vermeintlich sensible Informationen zu Krankheiten, Pornovideos, die auf ungewöhnliche sexuelle Vorlieben schließen lassen, oder Ratgeber für finanzielle Notlagen. Entscheidend ist, dass diese Dateien hinreichend peinlich oder zumindest privat sind, dass man mir abnimmt, dass ich nur diese schützen wollte.

Die wirklich wichtigen Dateien aber lege ich im Hidden Volume ab, das sich nur öffnet, wenn ich das zweite Passwort eingebe. Nun ist die Existenz solcher Hidden Volumes an sich kein Geheimnis. Aber es ist schwer (wenn auch theoretisch nicht unmöglich), mir nachzuweisen, dass ich eines angelegt habe. Schließlich habe ich ja bereits – vermeintlich – sensible Dateien im ersten Container abgelegt.

Aber zuerst richte ich den Standard-Container ein. Nach dem Start von TrueCrypt klicke ich dazu auf Create Volume und wähle im nächsten sich öffnenden Fenster Create an encrypted file container. Dann entscheide ich mich für Standard TrueCrypt volume.

© Screenshot ZEIT ONLINE

Nun suche ich mir aus, wo der Container liegen soll. Ich wähle einen Bereich meiner Datenpartition, nämlich den Ordner Musik, in dem sich bereits einige Ordner befinden, und nenne den Container der Einfachheit halber "Unsichtbar". Dieser ist aber nur zu Demonstrationszwecken gedacht. Einem Container, den ich wirklich benutzen will, würde ich einen unauffälligen Namen geben. Dazu später mehr. Nur so viel muss man jetzt schon wissen: Ein Container wird wie ein Ordner beziehungsweise ein Verzeichnis genutzt, es ist aber eine Datei. Eine, der ich einen beliebigen Namen und eine beliebige Datei-Endung verpassen kann, so dass sie zwischen anderen Dateien nicht auffällt.

Und noch ein Hinweis: Es reicht nicht, in diesem ersten Schritt eine bereits auf der Festplatte abgelegte Datei auszuwählen, um sie zu verschlüsseln. TrueCrypt verschlüsselt keine bereits vorhandenen Dateien, sondern kreiert zunächst nur einen Container in Form einer Datei, in den dann später die sensiblen Dateien verschoben werden. Wen man eine bereits bestehende Datei auswählt, löscht TrueCrypt diese und ersetzt sie durch einen Container mit gleichem Namen.

Anfänger wie ich bleiben im nächsten Schritt bei den Voreinstellungen zum Verschlüsselungs- und dem sogenannten Hash-Algorithmus.

© Screenshot ZEIT ONLINE

Als nächstes gebe ich an, wie groß der Container sein soll. Das ist natürlich abhängig davon, was hinein soll. Möchte ich ganze Filmdateien darin ablegen, muss der Container groß sein. In meinem Fall soll er groß genug sein, um einige vermeintlich sensible Dateien aufnehmen zu können – sowie das Hidden Volume mit den Inhalten, die ich wirklich schützen will.

Dann überlege ich mir ein langes, starkes Passwort. Um zu verdeutlichen, was ein starkes Passwort ist, hier ein kleiner Exkurs: Der jugendliche Held in Cory Doctorows neuem Roman Pirate Cinema erstellt eines, indem er die Anfangsbuchstaben aller Wörter eines Zitats seines Lieblingsschauspielers als Basis nimmt. Jeden Buchstaben ersetzt er durch den jeweils im Alphabet folgenden. Anschließend tauscht er einige Buchstaben gegen Zahlen aus, die dem Buchstaben ähnlich sehen. Aus einem Z wird zum Beispiel eine 2. Das fertige Passwort lautet 2uuz7,kd2xcu7qn?Bunju24xcuccb.2mt.2dbn,bf2dpun,Jdu7cJk2k. Sich das zu merken, ist allerdings etwas ganz anderes. Dennoch geht dieser Ansatz in die richtige Richtung: Das TrueCrypt-Passwort sollte mindestens 20 Zeichen haben und nicht aus normalen Worten bestehen. Man muss es jedes Mal eingeben, wenn man die Daten im verschlüsselten Container benötigt oder neue hinzufügen möchte. Sicherheit ist also unbequem, weshalb sie häufig vernachlässigt wird.

Dann muss ich festlegen, ob ich einzelne Dateien in den Container legen will, die größer sind als vier Gigabyte – was zum Beispiel bei Spielfilmen der Fall wäre. Danach lege ich das Format des Dateisystems im Container fest. Ich entscheide mich für ext4, das Format meiner Datenpartition.

Danach muss ich angeben, ob ich auch von einem anderen Betriebssystem aus den Container zugreifen möchte. Das kann für diejenigen gelten, die neben Linux auch Windows auf dem Rechner installiert haben, für mich aber nicht.

Anschließend werde ich aufgefordert, den Cursor innerhalb des TrueCrypt-Fensters so zufällig wie möglich zu bewegen, während die Software den Container verschlüsselt. Das erhöht die kryptographische Stärke der Schlüssel. Ich tue das für etwa 30 Sekunden und klicke dann auf Format.

Nun dauert es ein paar Minuten, bis TrueCrypt fertig ist. Ich werde abschließend noch nach dem Passwort meines Ubuntu-Nutzerkontos (nicht dem Container-Passwort) gefragt und bekomme dann eine Bestätigung, dass der Container eingerichtet wurde.

© Screenshot ZEIT ONLINE

In den fertigen Container lege ich nun zunächst einen Ordner mit durchaus privaten Dateien – nämlich mit meinen Steuerunterlagen. Dazu muss ich den Container zugänglich machen, bei TrueCrypt heißt das mounten. Ich öffne TrueCrypt, markiere einen beliebigen Slot und klicke auf Select File.

© Screenshot ZEIT ONLINE

Dann wähle ich im neuen Fenster den soeben erstellten Container aus und klicke anschließend im TrueCrypt-Fenster unten links auf Mount. Nun werde ich nach meinem TrueCrypt-Passwort gefragt – und aus irgendeinem Grund anschließend noch nach meinem Ubuntu-Nutzerpasswort.

Jetzt ist der Container "gemounted". Er erscheint in meinem Dateisystem, sieht aber nicht wie ein klassischer Ordner aus. Alles, was nun dort hinein verschiebe, wird dabei verschlüsselt. In diesem Fall ist das der Ordner mit meinen Steuerunterlagen.

Anschließend ist es wichtig, den Container im TrueCrypt-Fenster wieder zu dismounten. Wenn man den Computer ausschaltet, passiert das aber auch automatisch.

Leserkommentare
    • hladik
    • 01. Februar 2013 10:55 Uhr

    Mit demselben Argument koennte man argumentieren, dass eine Bank nicht nur den Tresorraum, sondern alle Raeume wie einen Tresor mit Stahlwaenden ausbausen sollte - schliesslich gibt es Geld und andere Wertgegenstaende auch ausserhalb des Tresors.

    Wenn man die verschluesselten Daten nicht bei jedem Systemstart braucht, sondern nur bei Bedarf den Container oeffnet (z.B. die Bank-Daten zweimal im Monat), dann muss man das Passwort eben nur zweimal im Monat und nicht jeden Tag eingeben.

    Ausserdem kann die Sicherheit durch die Verwendung von Containern statt Vollverschluesselung sogar erhoeht werden: Wenn man den Container wie beschrieben nur bei Bedarf oeffnet und anschliessend wieder schliesst, dann sind die Daten eben auch nur zweimal im Monat fuer eine halbe Stunde lesbar. Die schoenste Vollverschluesslung nuetzt nichts, wenn der Rechner bei einer Hausdurchsuchung (oder einem Einbruch) laeuft und somit alle Daten lesbar sind.

    Im Bank-Beispiel wuerde dann waehrend der Geschaeftszeiten eben die "Tresortuer" am Haupteingang zu den Geschaeftszeiten staendig offen stehen, so dass es fuer die Gegenstaende im Tresorraum keine Sicherheit gegenueber boeswilligen Kunden gibt.

    Da stimme ich dem Autor zu: Lieber einmal ueberlegen, welche Daten sensibel sind, und die in den Container packen, der dann nicht permanent offen steht.

    Auch von mir vielen Dank fuer die Serie - hoffentlich bringt sie eine nennenswerte Anzahl von Einsteigern dazu, ihre Sicherheit zu erhoehen!

    • Bodman
    • 01. Februar 2013 11:10 Uhr

    Mag sein, dass die Seite veraltet und nicht mehr auf dem neusten Stand ist. Sie macht aber dem Laien deutlich, in welche Richtung die Reise geht.

    Da nicht jeder Leser sich gleich zum Thema eine Zeitschrift kaufen wird, hier noch eine Anmerkung zum Thema Merkfähigkeit:

    Fast jeder kennt den Anfang eines Gedichtes oder Kinderliedes auswendig. Nimmt man von diesen die ersten 15 - 20 Buchstaben und garniert diese mit einigen Zahlen und Satzzeichen, so ist der Merkfähigkeit Genüge getan und der Sicherheit ebenso: mit handelsüblichen Rechnern ist dieses Passwort nicht zu knacken.

  1. Ich hoffe, ihnen ist klar, dass die Methode in dem Comic wirklich nur ein Scherz ist. Dass ein Passwort nicht im Wörterbuch vorkommen soll, wurde ja schon erwähnt. Ob nun 1 oder 4 Wörter verlängert die Zeit zum Knacken eben um den Faktor 24 und das ist alles andere als sicher.

    Antwort auf "Passworte heute"
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    • dth
    • 01. Februar 2013 14:34 Uhr

    Nein, die Methode ist kein Scherz.
    Das Deutsche hat mehrere 100000 Wörter.
    Wenn man mehrere davon kombiniert, multipliziert sich die Anzahl der Wörter.

    Es sind also für 4 Wörter irgend etwas um 100000^4 Möglichkeiten, das ist gar nicht schlecht. Wenn man mehrere Sprachen kombiniert, wird das noch krasser. Man muss allerdings schon aus einem großen Wortschatz auswählen, wenn man nur die 10 häufigsten Wörter verwendet, ist es natürlich schlecht.

  2. Ich besitze ungefähr 10 Tc Container auf meiner Festplatte allesamt mit mindestens 20 stelligem Passwort, die wichtigen jedenfalls, mein Tipp immer 2 Verschlüsselungen gleichzeitig anwenden also AES+Twofish am besten 3 was die Erstellung eines Volumens allerdings extrem verlangsamt, und das volume hinterher einfach hochzeit.mpeg oder geburstag.avi nennen so erkennt der Computer bei normalem öffnen der Datei diese als Video Datei und versucht sie abzuspielen gibt da aber eine Fehlermeldung das die Datei beschädigt ist, da Videos durch HD auch teilweise enorm groß sein können stimmt auch die Größe bei großen Volumens über 1 Gb und true cript als portable Version von Usb stick starten so wird niemand auch nur auf die Idee kommen das sich auf dem PC verschlüsselte Daten befinden.

    Als Nachtrag möchte ich noch auf cryptocat hinweisen,
    ein hervorragendes Browser Addon um verschlüsselt mit anderen Menschen zu chatten hinweisen.

    https://crypto.cat/

    Eine Leserempfehlung
  3. Die "glaubhafte Abstreitbarkeit" kann auch zum Problem werden.
    Es gibt Länder in denen die Angelegenheit an die jeweilige "Abteilung für gründliche Nachfragen" übergeben wird wenn TrueCrypt gefunden wird, die gehen nämlich erst einmal davon aus das es hidden volumes gibt...und was passieren muss bis die Spezialisten für "in depth interrogation" einem glauben das es wirklich keine gibt, das will ich ehrlich gesagt gar nicht wissen.

    Eine Leserempfehlung
    • David_
    • 01. Februar 2013 13:32 Uhr

    Ich habe mir für Kryptische Passwörter einen YubiKey (http://www.yubico.com/) besorgt. In dem Teil steckt ein schön langes sehr kryptisches Passwort das ich mir nicht merken muss. Damit man den Schlüssel aber nicht alleine verwenden kann habe ich pro Account noch ein einfaches im Kopf.

    So kann man auch Rechner, Server, TrueCrypt Zugänge simple absichern.

  4. Es sollte an dieser Stelle noch auf die möglichen Angriffsvektoren hingewiesen werden, mit denen sich TrueCrypt-geschützte Daten doch noch kompromittieren lassen. Zum einen muss während der Zeit in der das volume gemountet ist, der Masterschlüssel im Speicher gehalten werden, d.h. es ist nicht auszuschließen dass ein Angreifer zur Laufzeit per Malware in der Lage ist daran zu gelangen (nicht das volume-passwort, sondern den richtigen Master-key zur Entschlüsselung der eigentlichen Daten wohlgemerkt). Wenn ein Angreifer es allerdings bis dahin geschafft hat, ist es aber ohnehin egal, da er das volume dann ja auch direkt untersuchen könnte da es gemountet ist.
    Wichtiger ist, dass der Speicher sich auch nach dem Herunterfahren des gesamten Laptops nicht sofort "entlädt", sondern den Inhalt noch einige Zeit behält. Durch ein sofortiges Herunterkühlen lässt sich dieser Prozess noch weiter verlangsamen um dann im Labor einen kompletten Memorydump anfertigen zu können, worin sich dann mit Glück noch der Truecrypt-Masterschlüssel befindet. Hierbei bräuchte ein Angreifer dann allerdings Zugang zum Laptop im laufenden Zustand (wobei er aber keinen Zugriff auf den Workspace des Nutzers haben muss) sowie eine gehörige Motivation, sich den ganzen Aufwand überhaupt zuzumuten.

    Eine Leserempfehlung
  5. Letztlich sind aber auch evil-maid-Attacken gegen vollverschlüsselte Systempartitionen möglich, falls man seinen Laptop im ausgeschalteten Zustand hin und wieder unbeaufsichtigt lässt.
    http://theinvisiblethings...
    Hierbei wird der Bootloader von Truecrypt quasi um einen Keylogger ergänzt, der ändert aber dessen sonstige Funktionalität nicht. Wenn der Nutzer also das nächste Mal sein Passwort zum Mounten eingibt, wird einerseits wie immer das Volume gemountet und sein System gestartet, andererseits aber eine plaintext-Kopie seines Passwortes angefertigt, welches der Angreifer dann beim nächsten physischen Zugriff auf das Gerät auslesen kann (einige Geschäftsreisende wissen aus chinesischen Hotels in der Hinsicht so einiges zu berichten). Eine mögliche Gegenmaßnahme wäre, den Bootloader anstatt auf dem gleichen Laufwerk auf einer CD oder einem USB-Stick aufzubewahren und den Laptop dann damit zu booten. Andererseits hat ein Angreifer mit wiederholtem physischen Zugang zum Gerät auch andere Möglichkeiten, Tasten mit zu loggen.

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