Überwachung : Aktivisten verlangen Transparenz von Skype
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Nachlässige Verschlüsselung kann schnell zur realen Bedrohung werden

Der offene Brief an Skype verteidigt ein wichtiges Gut: die freie und geheime Kommunikation. Denn abseits von intimen Dingen, die über Skype geteilt werden, nutzen auch Aktivisten und Journalisten, zuletzt während des arabischen Frühlings, Skype für Gespräche und Austausch von Dateien. Der nachlässige Umgang mit den Nutzerdaten durch das Unternehmen könnte schnell zu einer konkreten Bedrohung für Menschen werden.

An der Sicherheit der Software bestehen aber noch weitere Zweifel. Denn unter Sicherheitsexperten besteht Einigkeit darüber, dass ein geschlossenes Programm wie Skype eine vollständige Sicherheit nicht garantieren kann. Niemand außer Skype selbst kann den Quellcode der Software überwachen.

Bei quelloffener Software, also Open-Source-Software, wie der Skype-Alternative Jitsi kann jeder, der etwas vom Programmieren versteht, den Quellcode auf Sicherheitslücken überprüfen. Das verhindert zum Beispiel die Möglichkeit sogenannter Backdoors. Das sind Hintertüren im Quellcode eines Programms, durch die etwa Ermittler auf Protokolle oder Daten von Nutzern zugreifen könnten.

Chinesische Skype-Version wird gefiltert

Dass das kein Horrorszenario mehr ist, zeigt der Auftritt von Skype in China. Wer hier eine Version des Programms herunterladen will, wird auf eine chinesische Variante mit Namen Tom geleitet. Tom ist ein chinesisches Unternehmen, dass Skype in China anbieten darf. Eine Forschergruppe der Universität Toronto deckte 2008 auf, dass Tom in China die Chat-Protokolle seiner Nutzer nach politischen Begriffen, wie Kommunistische Partei oder Taiwans Unabhängigkeit, filtert und mitschneidet.

Tom hatte daraufhin mitgeteilt, dass es als chinesisches Unternehmen die Gesetze vor Ort befolge. Das Unternehmen darf noch immer die chinesische Skype-Variante anbieten. Welche Beziehungen zwischen Tom und Skype bestehen, wollen die Unterzeichner des offenen Briefs ebenfalls herausfinden. Skype hat sich bislang nicht zu den Forderungen geäußert.

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