Biometrie : Facebook hat alle Daten aus Gesichtserkennung gelöscht

Facebook hat seine Gesichtserkennung deaktiviert und die Daten nachweislich gelöscht. Hamburgs Datenschützer Johannes Caspar stellt sein Verwaltungsverfahren deshalb ein.

Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar hat seine Verwaltungsanordnung gegen Facebook aufgehoben. Seine Behörde habe kontrollieren können, dass Facebook die umstrittene Gesichtserkennung deaktiviert und alle bisher erfassten biometrischen Daten gelöscht habe, sagte Caspar.

Die Gesichtserkennung hatte Facebook im Dezember 2010 eingeführt. Sie war für alle Mitglieder automatisch aktiviert, sie konnten sie nur nachträglich ausschalten. Facebook wollte seinen Nutzern einen bequemen Weg bieten, Freunde in hochgeladenen Bildern zu markieren, also Fotos mit Namen zu versehen.

Datenschützer hielten es jedoch für bedenklich, dass für die Erkennung biometrische Profile erstellt und gespeichert werden müssen. Zudem fehlte ihnen eine "bewusste und informierte Einwilligung" der Nutzer. Caspar befand, dass es ein immenses Missbrauchspotenzial für die biometrischen Daten gebe. Nach erfolglosen Gesprächen mit dem Unternehmen hatte er eine Verwaltungsanordnung erlassen. Darin wurde Facebook aufgefordert, die Funktion "rückwirkend datenschutzkonform zu gestalten".

Facebook hatte sich dann sogar dazu entschieden, die Gesichtserkennung für alle europäischen Mitglieder zu deaktivieren. Mittlerweile wurden auch alle zuvor erhobenen biometrischen Daten gelöscht.

"Facebook hat auf unseren Druck reagiert und die rechtswidrige Erhebung personenbezogener Daten eingestellt", sagte Caspar. Zudem habe der Konzern zugesagt, künftig datenschutzrechtliche Vorgaben zu erfüllen.

Bisher ist unklar, ob und in welcher Form die Funktion wiederkommen könnte. Caspar warnte, dass "umgehend ein neues Verfahren eingeleitet werden würde, wenn die Gesichtserkennung ohne Berücksichtigung der deutschen und europäischen Datenschutzvorgaben erneut eingeführt werden sollte".

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