GPS-OrtungFacebook-App soll Standort an Freunde melden

Tracking per GPS: Eine neue Facebook-App soll zeigen, wo sich die eigenen Facebook-Freunde gerade aufhalten. Solche Dienste gab es schon, durchgesetzt haben sie sich nie. von 

Facebook-Mitglieder sollen auf einer neuen App künftig sehen können, wo sich ihre Freunde gerade aufhalten. Auf dem Smartphone soll die Anwendung im Hintergrund laufen und Freunde permanent über den eigenen Aufenthaltsort unterrichten. Die Veröffentlichung ist für Mitte März geplant, berichtet Bloomberg und verweist auf zwei Insider. 

Ähnliche Location Based Services oder auch People Discovery Apps gab es bereits einige, Googles Latitude etwa und Highlight. Auch Gowalla und Glancee gehörten dazu. Beide wurden von Facebook aufgekauft, die Mitarbeiter arbeiten laut Bloomberg nun an der neuen App für Facebook.

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Solche Anwendungen sollen Menschen mit ähnlichen Interessen oder Freunde und Bekannte zusammenbringen, indem sie anzeigen, wenn jemand in der Nähe ist. Dazu bestimmt die App den eigenen Standort per GPS. Die Nutzer legen in ihren persönlichen Einstellungen fest, wer auf ihren Aufenthaltsort zugreifen darf.

Sinnvoll ist das erst, wenn genügend Menschen die App installiert haben. Fängt der Anbieter bei Null an, hat er es schwer, eine kritische Masse an Nutzern zu erreichen. Der große Vorteil von Facebook: Die Masse ist schon da.

Schon jetzt sammelt Facebook GPS-Daten

Die Verwendung von GPS-Daten bei Facebook ist an sich nicht neu. In den Datenverwendungsrichtlinien heißt es längst: "Beispielsweise können wir dir mitteilen, wer von deinen Freunden in deiner Nähe ist, wenn wir deinen Standort per GPS bzw. einer anderen Lokalisierungssoftware erhalten", und auch: "Wir können deinen derzeitigen Wohnort mit GPS-Daten und anderen Ortsangaben, die wir über dich haben, zusammenführen, um dich und deine Freunde beispielsweise über Personen oder Veranstaltungen in eurer Nähe zu informieren oder dir Angebote anzubieten, an denen du eventuell interessiert bist." Bislang bekommt Facebook solche GPS-Daten zum Beispiel über hochgeladene Fotos, die diese Daten enthalten.

Sollte sich die App durchsetzen, wäre sie für Facebook eine gute Möglichkeit, ortsbasierte Werbung einzublenden oder Bewegungsprofile zu erstellen, um diese für Werbezwecke zu nutzen. Je mehr die Internetnutzung auf mobilen Geräten stattfindet, desto wichtiger wird es für Facebook – wie auch für Medienunternehmen –, Wege zu finden, diesen Kanal mit geeigneter Werbung zu bespielen.

Leserkommentare
  1. Man kann in den Einstellungen die Ortungsdienste global oder für jede App gesondert ein- und ausschalten (bei meinem iPhone zumindest).

    2 Leserempfehlungen
  2. Facebook entwickelt sich damit allerdings immer weiter zu einer Ersatz-Vorratsdatenspeicherung – mit viel mehr Möglichkeiten als das Original. Das wird eine tolle Spielwiese für unsere Sicherheitsbehörden und die Polizei.

    Hoffentlich wird es eine Opt-In-Funktion, aber bei Facebook habe ich da wenig Hoffnung.

    @3: Was die Abschaltung der Ortungsdienste betrifft: Man wird nur einmal gefragt, danach muss man jedesmal die Einstellungen bemühen, wenn man die Ortungsdienste manchmal nutzen möchte. Ist also sicher nicht die ideale Lösung.

    2 Leserempfehlungen
    • pat
    • 05. Februar 2013 12:25 Uhr
    1. Ab 18

    diese Ortung ist ja ein Horror für alle Eltern, deren Kinder sich auf Facebook anmelden. Ich spreche hier nicht von unter 12 Jährigen, sondern eher von Teenagern, denen es nicht bewusst ist, welche möglichkeiten sich hier bieten. Diese Ortung sollte nur ab 18, und nur durch aktive Zustimmung der Nutzer passieren. Sollte es allen Nutzern einfach angeschaltet werden, gibt es einen Grund mehr, Facebook den rücken zu kehren!

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  3. "Apple hat auch eine selbst entwickelte App namens "Meine Freunde suchen" im Angebot."

    Apple hat auch die App „Mein iPhone suchen“.

    Ebenfalls eine Ortungssoftware, wo man den Benutzerkreis ganz eng halten kann.

    Es gibt schon einige Eltern, die ihre Plagen dazu verdonnern, diese App einzuschalten. So können die Eltern (und nur sie) sehen, wo sich der Nachwuchs rum treibt.

    Bei intelligenten Nachwuchs sehen sie, wo das iphone liegt...

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    • juwoki
    • 05. Februar 2013 14:37 Uhr

    Ist ja putzig: "Ein großer Nachteil der ständigen Standortbestimmung und -übermittlung: Sie belastet den Handyakku stark." Wenn das das einzige Problem ist, dann ist ja alles gut.
    @limdaepl: Der Untergang des Abendlandes wird leider von zu vielen unkritischen "Followern" und "Usern" vorangetrieben. Statt zu folgen und nur zu benutzen sollten wieder ein paar mehr Leute vorangehen und kreieren. Und zwar real und nicht nur virtuell!
    Eine Verfolgungs-App zu entwickeln und als neue Sensation zu verkaufen ist jedenfalls keine Errungenschaft, welche die (noch selbst denkende) Menschheit in irgendeiner Weise befördert.

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  4. "Endlich", seufzt Tobi Konsumdepp, "jetzt bekommt auch Susi Blödliesel mit, wenn ich mir einen leckeren McDonald-Hamburger reinziehe oder mir ein neues, geiles Hemd bei C und A Kaufe."
    Natürlich haben Sie es gemerkt, aufmerksamer Leser, die beiden Mitbürger sind nur erfunden, abartig aber ist die mögliche Situation keineswegs.
    Der Autor bzw. die Autorin von diesem Artikel hat erkannt,
    worum es eigentlich geht, zumindest für Facebook: Ortsbasierte Werbung einzublenden.
    Um auf die Überschrift zu kommen: Gewartet darauf hat nicht die Menschheit, sondern der Geld verdienende Konzern, die Firma Facebook

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  • Schlagworte Google | Apple | App | Bloomberg | GPS | Smartphone
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