Onlinenetzwerk : Hacker spähen Nutzerkonten von Twitter aus

Zahlreiche Twitter-User sind von Hackern ausspioniert worden. Die Eindringlinge haben sich vermutlich Zugriff auf Passwörter und Daten von 250.000 Nutzern verschafft.

Hacker haben sich zu zahlreichen Nutzerkonten des Onlinedienstes Twitter Zugang verschafft. Wie der Sicherheitsdirektor von Twitter, Bob Lord, in seinem Blog schrieb, könnten von der Attacke rund 250.000 Twitter-Nutzer betroffen sein. Die Angreifer hätten sich Nutzernamen, E-Mail-Adressen, Passwörter und andere Daten verschaffen können.

Twitter vermutet Profis hinter der Tat. "Der Angriff war nicht das Werk von Amateuren", schreibt Lord. Die Hacker hätten eine "extrem ausgefeilte" Technik eingesetzt. Twitter habe in dieser Woche Anzeichen für einen Hackerangriff entdeckt und daraufhin eine Überprüfung durchgeführt. Nach Einschätzung des Unternehmens handelt es sich bei dem Angriff nicht um einen Einzelfall: Andere Unternehmen und Organisationen seien in letzter Zeit vermutlich auf ähnliche Weise ausspioniert worden, schreibt Lord. Zur Herkunft der Angreifer äußerte er sich nicht.

Erst kürzlich waren die New York Times und das Wall Street Journal von Hackern ausspioniert worden. Beide Zeitungen gehen von einer Cyber-Attacke aus China aus.

Twitter hat die Zugangsdaten der betroffenen Nutzer ungültig gemacht und sie per Mail aufgefordert, neue Passwörter anzulegen. Mit weltweit rund 200 Millionen Nutzern ist Twitter neben Facebook das beliebteste soziale Online-Netzwerk.

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Kommentare

15 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

trusted computing

... der Begriff wurdenzwar in einem andere Kontext gebraucht, doch er drückt sehr gut aus as es künftig braucht: Vertrauenswürdigkeit.

Niemand kann der Technik mehr vertrauen. Dieser Trend wird sich noch verstärken. Und das wird es auch für Experten immer schwerer machen, als Vertrauenswürdig 'rüberzukommen. Man sollte es vielleicht gar nicht erst versuchen. Außer natürlich man verdient sein Geld als Sicherheitsberater. ;-)

Gute Ideen

Ist ihnen aber auch klar, dass damit gleichzeitig die perfekte Überwachung ermöglicht wird?
Dann ist es aus mit Facebook und Twitter bei Revolutionen.
Sicherheit ist ein zweischneidiges Schwert.
Nach ihrem Konzept kommt zwar keiner mehr unerlaubt rein, aber man kann umgekehrt genau so leicht dafür sorgen, dass keiner mehr unerlaubt raus kommt.
Die beste Möglichkeit um einen Überwachungsstaat zu verhindern ist, den Aufbau der dafür nötigen Strukturen zu verweigern.
Warum sollten wir Technik anbieten, die dann von repressiven Systemen gegen ihre Bürger eingesetzt wird.
Das ist jetzt keine Lösung, aber Sie sagten ja Brainstorming.

Man braucht nicht viel

Cyberangriffe können von einer kleinen Gruppe aus allen möglichen Gründen durchgeführt werden.
Außerdem traue ich den Leuten, deren Sicherheitssystem überwunden wurde nicht bei der Identifizierung der Täter.
Die haben ja bereits beweisen, dass sie schlauer sind.

Wirklich kriminell ist die Einstellung der USA nun auch Cyberangriffe als Kriegsgrund anzusehen.
Da empfinde ich die alten Zeiten, in denen man Krieg einfach, nur aus sportlichen Ehrgeiz und weil man es konnte, vom Zaun gebrochen hat, als ehrlicher.

Kriminelle Einstellung ?

So viel ich weiß wird ein Angriff auf tatsächliche Infrastruktur als berechtigter Kriegsgrund, nun auch auch über weltweit vernetzte Telekommunikationssysteme, nun auch gesondert erwähnt.
Das ist in etwa vergleichbar mit der Erfindung von Flugzeugen und der Möglichkeit Infrastruktur, aus der bis dahin nicht als "Transportweg" zur Verfügung stehenden Luft aus anzugreifen, und dieses dann gesondert zu erwähnen.