NutzerinformationenEU-Datenschützer nehmen sich Google vor

Der US-Konzern verknüpft Nutzerdaten seiner verschiedenen Dienste. Das stört die Datenschutzbeauftragten in sechs EU-Ländern. Sie drohen mit Sanktionen.

Google-Chef Eric Schmidt

Google-Chef Eric Schmidt

Datenschützer in sechs europäischen Ländern gehen gegen den Internetkonzern Google wegen seines Umgangs mit Nutzerinformationen vor. Die zuständigen Stellen in Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden leiteten Untersuchungen zu den Unternehmenspraktiken ein, teilte die federführende französische Datenschutzbehörde CNIL mit.

Die Behörden stören sich vor allem an den seit einem Jahr geltenden Datenschutzbestimmungen des Konzerns, wonach Google Nutzerdaten aus unterschiedlichen Diensten wie dem Videoportal YouTube und dem Maildienst GMail gesammelt auswerten darf. Vor diesem Hintergrund hatten die Datenschutzbeauftragten zuvor bereits repressive Maßnahmen angedroht. Die Rede war nun zunächst von weiteren Untersuchungen nach dem jeweiligen nationalen Recht.

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Nach Angaben der CNIL in Paris reagieren die nationalen Datenschützer damit auf ausbleibende Änderungen bei Google. Sollten sich ihre Bedenken bestätigen, könnten die einzelnen Staaten Sanktionen aussprechen, sagte der Hamburger Beauftragte für den Datenschutz, Johannes Caspar. In Deutschland wäre das beispielsweise ein Bußgeld. Caspar ist in der Bundesrepublik für das Verfahren zuständig.

Die Datenschützer halten es nicht für akzeptabel, dass ein übergreifendes Profil der Nutzer ohne deren Einwilligung oder Widerspruchsrecht erstellt wird. Für den Nutzer sei nicht klar, wozu die Daten verarbeitet würden, sagte Caspar. Auch Art und Dauer der Speicherung von Daten stehen in der Kritik.

Google teilte dagegen mit, die Verknüpfungen erlaubten dem Unternehmen, neue Dienste für seine Kunden zu entwickeln. "Wir haben uns diesbezüglich mit allen involvierten Datenschutzbeauftragten kooperativ gezeigt und werden das auch in Zukunft tun", sagte eine Sprecherin.

Google hatte laut CNIL eine viermonatige Frist ohne wesentliche Änderungen verstreichen lassen. Auch nach einem Treffen von Google-Vertretern mit Datenschützern der sechs Länder vor zwei Wochen seien keine Veränderungen bemerkt worden.

 
Leser-Kommentare
  1. Der US-Konzern verknüpft Nutzerdaten seiner verschiedenen Dienste. Das stört die Datenschutzbeauftragten in sechs EU-Ländern.

    Oh...Skandal! Ernsthaft...was haben die gedacht wie Google seine Milliardenumsätze macht? Allein mit Adwords? Ein Google Profil mit den ganzen Anwendung ist ja praktisch. Mails, Tabellenkalkulation oder Kalender. Alles mit drin.

    Aber bitte ein Alter-Ego nutzen. Klarnamen haben bei Google nichts verloren.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Klär mich doch mal auf, womit macht Google denn sonst Geld wenn nicht AdWords? (und bitte keine unbelegten Verschwörungstheorien).

    Klär mich doch mal auf, womit macht Google denn sonst Geld wenn nicht AdWords? (und bitte keine unbelegten Verschwörungstheorien).

  2. 2. Titel

    Aber ich werde doch bei z.B. youtube gefragt, ob ich meinen richtigen Namen verwenden will oder nicht. Dachte, damit wäre ich "sicher" (sodass andere meinen Namen nicht sehen, was Google damit macht - na ja...).

    Aber mal im Ernst, in der EU/Deutschland wird sich über Datenschutz aufgeregt? Wer im Glashaus sitzt... Hier ist doch auch keine Information sicher. Wie war das doch gleich mit dem Plan bei den Meldeämtern?

    @Grobkorn (Post 1)
    Alter-Ego ist ja schön und gut, wenn man seinen Account nicht schon seit x-Jahren hätte, wo es diese ganzen Verknüpfungen noch gar nicht gab...

  3. Klär mich doch mal auf, womit macht Google denn sonst Geld wenn nicht AdWords? (und bitte keine unbelegten Verschwörungstheorien).

    Antwort auf "Skandal!"
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    Natürlich mit dem Verkaufen von Nutzerdaten. So wie fast jedes Unternehmen, das kostenlose Services anbietet. Zielgruppenspezifische Werbung, Trendanalysen, Auswertung von Nutzerverhalten...

    Google verkauft also Nutzerdaten. Google verkauft also sein wichtigstes Asset.

    "Aber bitte ein Alter-Ego nutzen. Klarnamen haben bei Google nichts verloren."

    Damit haben Sie sich schon so was disqualiziert, aber dass Google "Nutzerdaten verkauft" ist dann komplett lachhaft.
    Nutzerdaten verkaufen: Das machen Totholz-Verlage aber sicher nicht Google.

    Natürlich mit dem Verkaufen von Nutzerdaten. So wie fast jedes Unternehmen, das kostenlose Services anbietet. Zielgruppenspezifische Werbung, Trendanalysen, Auswertung von Nutzerverhalten...

    Google verkauft also Nutzerdaten. Google verkauft also sein wichtigstes Asset.

    "Aber bitte ein Alter-Ego nutzen. Klarnamen haben bei Google nichts verloren."

    Damit haben Sie sich schon so was disqualiziert, aber dass Google "Nutzerdaten verkauft" ist dann komplett lachhaft.
    Nutzerdaten verkaufen: Das machen Totholz-Verlage aber sicher nicht Google.

    • Ron777
    • 02.04.2013 um 18:14 Uhr

    Die Produkte des Google-Konzerns sind teilweise toll. Doch das Unternehmen bildet ein Monopol im Bereich Suchmaschinen. Über diese werden jetzt nach und nach andere Google-eigene Firmen beworben - nicht ohne Konkurrenten im Suchmaschinenranking das Leben schwer zu machen. Markplätze und für Firmen kostenpflichtige Produktsuchanwendungen verdrängen besonders kleinere Anbieter vom Markt. Das können wir nicht akzeptieren, denn am Ende beherrt Google mit Amazon den gesamten Onlinehandel wie Walmart den realen Handel in den USA. Anzumerken auch, dass die Datenschutzbestimmungen der Firma der reine Hohn sind. Das UNternehmen macht sozusagen täglich bei uns allen eine digitale Hausdurchsuchung.

    2 Leser-Empfehlungen
  4. Natürlich mit dem Verkaufen von Nutzerdaten. So wie fast jedes Unternehmen, das kostenlose Services anbietet. Zielgruppenspezifische Werbung, Trendanalysen, Auswertung von Nutzerverhalten...

    Antwort auf "RE: Skandal!"
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    Allerdings hab ich das, die Frage ist ob du das auch getan hast?
    Google verkauft keine Nutzerdaten, Google bietet Werbenden eine Platform die es erlaubt auf bestimmte Schlagworte Werbung zu platzieren. Das ist etwas völlig anderes als Information zu verkaufen ala "UserXY mag gerne Autos, Pornos und Sahnetorten"! Dies scheint mir ein sehr verbreiteter Irrglaube zu sein, aber alles andere ist ja auch viel reißerischer und erzeugt mehr Aufregung, nicht wahr?
    Zeig doch mal ein paar Belege, die deine These des "Verkaufens von Nutzerprofilen" bestätigen.

    Allerdings hab ich das, die Frage ist ob du das auch getan hast?
    Google verkauft keine Nutzerdaten, Google bietet Werbenden eine Platform die es erlaubt auf bestimmte Schlagworte Werbung zu platzieren. Das ist etwas völlig anderes als Information zu verkaufen ala "UserXY mag gerne Autos, Pornos und Sahnetorten"! Dies scheint mir ein sehr verbreiteter Irrglaube zu sein, aber alles andere ist ja auch viel reißerischer und erzeugt mehr Aufregung, nicht wahr?
    Zeig doch mal ein paar Belege, die deine These des "Verkaufens von Nutzerprofilen" bestätigen.

  5. Allerdings hab ich das, die Frage ist ob du das auch getan hast?
    Google verkauft keine Nutzerdaten, Google bietet Werbenden eine Platform die es erlaubt auf bestimmte Schlagworte Werbung zu platzieren. Das ist etwas völlig anderes als Information zu verkaufen ala "UserXY mag gerne Autos, Pornos und Sahnetorten"! Dies scheint mir ein sehr verbreiteter Irrglaube zu sein, aber alles andere ist ja auch viel reißerischer und erzeugt mehr Aufregung, nicht wahr?
    Zeig doch mal ein paar Belege, die deine These des "Verkaufens von Nutzerprofilen" bestätigen.

    Antwort auf "Artikel gelesen?"
  6. Die Datenschutzbeauftragte sollten vorerst in ihrem eigenen Land sog. Marketing und Kommunikationsunternehmen unter die Lupe nehmen! Bei jedem Einkauf bei Amazon, Otto, Quelle usw usw. wird bsp. eine Informationseinheit des Käufers (Buch Rubrik, Film Art usw.) ganz legal nach deutschem Recht an die Schober weitergeleitet. Bei jedem Einkauf!
    Von den 50 Millionen Privatadressen in ihrem Bestand, lassen sich 10 Milliarden Zusatzinformationen ableiten. Laut eigener Aussage. Die Post hat ja auch einen ganz beachtlichen Deal mit ihnen gemacht. Adresshandel und so. Wer kauft bei Schober ein? Natürlich auch Springer, Spiegel, Zeit usw. Klar also, dass wir in unseren Medien davon nichts kritisches hören werden. Da kommt Google und Facebook gerade recht.

    2 Leser-Empfehlungen
    • xyks
    • 02.04.2013 um 19:06 Uhr

    Haha, Bußgelder sind gut. Bei den Umsätzen die Google macht lachen die doch über die Peanuts die sie da als Bußgelder zahlen müssten, die kratzen sicherlich nicht groß am Profit...

    Mal ganz neben bei ist doch jedem Google Nutzer bewusst dass die Daten verknüpft werden. Verstehe die Aufregung nicht..

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