Online bezahlenKartellamt will mehr Konkurrenz beim Überweisen

Banken versuchen, Anbieter von Sofortüberweisungen auszuhebeln. Kartellamt, EU-Kommission und Verbraucherschützer aber wollen mehr Konkurrenz bei Zahlungen im Internet.

Suli02 hat ein Problem. "Mir wurde Sofortüberweisung.de für schnelle Zahlungen empfohlen", schreibt der Nutzer eines Ratgeberforums im Internet. "Aber kann ich das wirklich unbedenklich nutzen?"

Eine Frage, die viele umtreibt. Denn wer im Netz Waren bestellt oder Flüge bucht, muss sich entscheiden, wie er bezahlen will. Neben der Kreditkarte, der Lastschrift oder dem Paypal-Verfahren taucht immer häufiger eine vierte Variante auf, die Online-Überweisung. Die hat für Händler und Kunden einen Vorteil: Der Verkäufer erfährt in Sekundenschnelle, ob der Käufer wirklich zahlt und kann seine Ware daher bereits unmittelbar nach der Bestellung abschicken.

Anzeige

Inzwischen ist ein heftiger Kampf unter den verschiedenen Anbietern entbrannt. Denn das offizielle Bezahlsystem der deutschen Kreditwirtschaft, Giropay, hat Konkurrenz bekommen: Sofortüberweisung heißt der Dienst, der der Kreditwirtschaft zunehmend Kunden abjagt. Mit mehr als 26.000 E-Commerce-Unternehmen arbeitet die Sofort AG, die hinter dem Dienst steht, bereits zusammen, darunter Media-Markt, C & A, Siemens und Rossmann. Bei den Online-Direktüberweisungen ist die Sofort AG nach eigenen Angaben inzwischen Marktführer – vor Giropay und dem Bezahldienst der Telekom (Telekom Online Überweisung).

Das mag zum einen an den vergleichsweise günstigen Gebühren liegen, die der Händler zu tragen hat, zum anderen ist die Online-Überweisung auch für Kunden oft die billigste Zahlmethode. Wer etwa Inlandsflüge bei der Lufthansa bucht, kommt so um den Fünf-Euro-Aufschlag herum, der für die Zahlung per Kreditkarte oder Paypal erhoben wird. Und: "Bei vielen Händlern wird das Bestellen der Ware, die mit Sofortüberweisung bezahlt wird, für den Endkunden versandkostenfrei angeboten", sagte Sofort-Chef Gerrit Seidel dem Tagesspiegel.

"Gefahr, dass die PIN genutzt wird, um Wettbewerb auszuschalten"

Dennoch scheuen viele Verbraucher davor zurück, im Internet die Sofortüberweisung als Zahlmethode anzuklicken. Der Grund: Beim Bezahlen muss man wie beim Online-Banking seine PIN- und TAN-Nummern eingeben. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Kreditinstitute verbieten aber den Bankkunden, die Geheimzahlen außerhalb der offiziellen Online-Banking-Seiten zu verwenden. Verstößt ein Kunde dagegen, verletzt er seine Sorgfaltspflicht. "Wenn es später irgendwelche Unregelmäßigkeiten mit dem Konto gibt, bleibt der Kunde auf dem Schaden sitzen", warnt Sascha Straub von der Verbraucherzentrale Bayern. Die Deutsche Kreditwirtschaft rechtfertigt ihre Linie: "Grund ist, dass mit dem Schlüssel (PIN) die sensiblen Kontoführungsdaten eingesehen und mit dem Unterschriftenersatz (TAN) Überweisungen an beliebige Empfängerkonten im In- und Ausland getätigt werden können", teilte Sprecherin Michaela Roth mit.

Die Sofort AG verweist auf ihre hohen Sicherheitsstandards, bei denen PIN und TAN doppelt verschlüsselt würden. Zudem seien die Geheimzahlen zu keinem Zeitpunkt für Händler, Mitarbeiter oder Dritte sichtbar und würden auch nicht gespeichert. "Seit der Einführung von Sofortüberweisung im Jahr 2005 ist es bei mehr als 50 Millionen Transaktionen bislang zu keinem einzigen PIN/TAN-Betrugsfall gegenüber Endverbrauchern, die ihre Online-Banking-Zugangsdaten in die Systeme der Sofort AG eingegeben haben, gekommen", betont Seidel. Trotzdem gibt das Unternehmen den Verbrauchern eine Haftungsgarantie für den Fall des Missbrauchs – in unbegrenzter Höhe.

Das Bundeskartellamt stärkt dem Unternehmen den Rücken. "Die Banken versuchen, Überweisungen im Internet komplett auf ihre Banksysteme zu ziehen", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt dem Tagesspiegel. Das Sicherheitsargument der Banken lässt der Chef der Wettbewerbsbehörde nicht gelten. "Warum soll ein Unternehmen, wenn es die Sicherheit gewährleisten kann, nicht von der PIN Gebrauch machen dürfen?", meint Mundt. "Es besteht die Gefahr, dass die PIN nicht zur Sicherheit genutzt wird, sondern um Wettbewerb auszuschalten", befürchtet der Kartellamtspräsident. "Dieser Fall hat für uns derzeit höchste Priorität", betont Mundt. Auch die EU-Kommission habe ein großes Interesse an diesem Thema.

"Kein Bankenprivileg"

In Brüssel wird derzeit an einer Regulierung von Direktüberweisungsverfahren gearbeitet, dabei soll es auch um den diskriminierungsfreien Marktzugang gehen. Auch Straub würde das begrüßen. "Der Zahlungsverkehr ist kein Bankenprivileg", meint der Verbraucherschützer. Dass es eine einfache und günstige Konkurrenz gebe, sei für den Verbraucher von Vorteil.

Die Deutsche Kreditwirtschaft hat nach eigenen Angaben dem Bundeskartellamt inzwischen einen Vorschlag für die Errichtung eines Zahlungsverfahrens mit "transparenten und in der Praxis bewährten Anforderungen" unterbreitet. Die Behörde will sich dazu nicht äußern. Sofort-Chef Seidel ist skeptisch: Man gehe zwar aufeinander zu, aber: "Eine Einigung mit allen Banken ist unrealistisch, zumal die Bankenbranche eigene kommerzielle Ziele verfolgt."

Erschienen im Tagesspiegel

 
Leser-Kommentare
  1. ...mit PIN ist sicher?
    .
    Hübsches Psydoargument der Banken.
    .
    Meint
    Sikasuu
    (der immer noch viel von Bargeld hält.
    Das geht auch wenn die Banken ienen "Schluckauf" haben
    wie z.B gerade in Zypern)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Natürlich ist nichts absolut sicher. Alles nur eine Frage des Aufwandes.

    Aber im Supermarkt kann die Zahlung nur erfolgen durch die Kombination von zwei Dingen, die sich beide unter Ihrer Kontrolle befinden:

    Ihre PIN (in Ihrem Kopf) und der Chip auf der Karte, der die PIN als korrekt akzeptieren muss (in Ihrem Portemonnaie).

    Das Analog von SÜ in der realen Welt wäre, wenn Sie bei Aldi an der Kasse Ihre Karte und Ihre PIN einer dritten Person in die Hand drücken würden, derjenige die Karte mit in ein Hinterzimmer nimmt, dort dann IRGENDWAS damit macht, dann zurückkommt, und Ihnen die Karte zurückgibt. Und Ihnen ein großes Indianerehrenwort gibt, mit der Karte GANZ EHRLICH nur Ihre Aldi-Einkäufe bezahlt zu haben.

    Schon ein Unterschied oder?

    Natürlich ist nichts absolut sicher. Alles nur eine Frage des Aufwandes.

    Aber im Supermarkt kann die Zahlung nur erfolgen durch die Kombination von zwei Dingen, die sich beide unter Ihrer Kontrolle befinden:

    Ihre PIN (in Ihrem Kopf) und der Chip auf der Karte, der die PIN als korrekt akzeptieren muss (in Ihrem Portemonnaie).

    Das Analog von SÜ in der realen Welt wäre, wenn Sie bei Aldi an der Kasse Ihre Karte und Ihre PIN einer dritten Person in die Hand drücken würden, derjenige die Karte mit in ein Hinterzimmer nimmt, dort dann IRGENDWAS damit macht, dann zurückkommt, und Ihnen die Karte zurückgibt. Und Ihnen ein großes Indianerehrenwort gibt, mit der Karte GANZ EHRLICH nur Ihre Aldi-Einkäufe bezahlt zu haben.

    Schon ein Unterschied oder?

  2. Dieser Artikel liest sich wie Werbung für Sofortüberweisung. Sehr suspekt.

    Was vielen Verbrauchern (und vielleicht auch den Managern der Firmen, die Zahlungen per SÜ akzeptieren?) vermutlich nicht klar ist: Sie geben dieser Firma den VOLLEN Zugriff auf ihr Konto! SÜ loggt sich in ihr Konto ein, und führt dann von dort die Überweisung durch.

    Technisch und Nutzer-psychologisch gesehen funktioniert das wie ein Phishing-Angriff. Ich würde diese Form der Überweisung NIEMALS nutzen. Es ist einfach ein völlig unseriöser Hack. Durch geschicktes Marketing und geschickte PR (wie sie vielleicht auch hinter diesem Artikel steht?) soll dies dem Kunden gegenüber verschleiert werden.

    >Und: "Bei vielen Händlern wird das Bestellen der Ware,
    >die mit Sofortüberweisung bezahlt wird, für den Endkunden
    >versandkostenfrei angeboten", sagte Sofort-Chef Gerrit
    >Seidel dem Tagesspiegel.

    Diese Behauptung des "Sofort-Chefs" wird einfach ungeprüft übernommen. Stimmt definitiv nicht mit meiner Erfahrung beim Onlineshoppen überein. Sehr selten sowas.

    2 Leser-Empfehlungen
  3. >Trotzdem gibt das Unternehmen den Verbrauchern eine
    >Haftungsgarantie für den Fall des Missbrauchs – in
    >unbegrenzter Höhe.

    Sagen die. Sagt Paypal auch. Nur Paypal zahlt nie, und verweist aufs Kleingedruckte. Wer weiß, wie das bei SÜ ist?

    Wenn dieser Schutz so toll ist, dann könnte SÜ das Geld ja auch einfach per Lastschrift einziehen, und es dann an die Händler weiterleiten (mit Garantie, für die die Händler dann zahlen müssen). Das trauen sie sich aber nicht, vermutlich weil der Kunde dann wirklich Herr des Verfahrens wäre und jederzeit zurückbuchen könnte. Das wäre den Herren von SÜ dann vielleicht doch zu viel Schutz für den Kunden?

    >"Warum soll ein Unternehmen, wenn es die Sicherheit
    >gewährleisten kann,

    Und woher wissen wir das? Deutlich seriösere Unternehmen sind bereits gehackt worden.

    >nicht von der PIN Gebrauch machen dürfen?"

    Weil die PIN per Definition ein Geheimnis ist, dass nur der Kontoinhaber selbst kennen darf.

    >In Brüssel wird derzeit an einer Regulierung von
    >Direktüberweisungsverfahren gearbeitet, dabei soll es
    >auch um den diskriminierungsfreien Marktzugang gehen.

    Schön. Die technisch saubere Herangehensweise wäre es, den Banken offene Standards vorzuschreiben. Nicht ihnen vorzuschreiben, es einfach hinzunehmen, wenn jemand ihre Sicherheitssysteme überwindet.

    2 Leser-Empfehlungen
  4. >Sofort-Chef Seidel ist skeptisch [...]
    >zumal die Bankenbranche eigene kommerzielle Ziele verfolgt."

    Wer eine Firma auf derart unseriöser Grundlage errichtet, sollte lieber sein eigenes Verhalten in Frage stellen, anstatt sich Verschwörungstheorien hinzugeben.

    Eine Leser-Empfehlung
  5. Natürlich ist nichts absolut sicher. Alles nur eine Frage des Aufwandes.

    Aber im Supermarkt kann die Zahlung nur erfolgen durch die Kombination von zwei Dingen, die sich beide unter Ihrer Kontrolle befinden:

    Ihre PIN (in Ihrem Kopf) und der Chip auf der Karte, der die PIN als korrekt akzeptieren muss (in Ihrem Portemonnaie).

    Das Analog von SÜ in der realen Welt wäre, wenn Sie bei Aldi an der Kasse Ihre Karte und Ihre PIN einer dritten Person in die Hand drücken würden, derjenige die Karte mit in ein Hinterzimmer nimmt, dort dann IRGENDWAS damit macht, dann zurückkommt, und Ihnen die Karte zurückgibt. Und Ihnen ein großes Indianerehrenwort gibt, mit der Karte GANZ EHRLICH nur Ihre Aldi-Einkäufe bezahlt zu haben.

    Schon ein Unterschied oder?

    2 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • raffix
    • 02.04.2013 um 13:31 Uhr

    Der Vergleich, den Sie anstellen, hinkt aber gewaltig.
    Richtig ist: Wenn Sofortüberweisung die PIN speichern sollte, hätte das Unternehmen Zugriff aufs Konto und könnte die Umsätze mitverfolgen, trotzdem könnte es noch keine Überweisung tätigen.
    Mit dem heute üblichen Verfahren SmartTan (also TAN-Erzeugung über einen Flicker-Code) können die Überweisungsdaten im Kartenleser geprüft werden. Sofortüberweisung kann also nicht ohne das Wissen des Kunden Geld vom eigenen Konto überweisen, sprich: Die Tan für etwas anderes nutzen.

    In der realen Welt reicht allerdings die PIN der EC-Karte für Zahlungen aus, im Online-Banking aber nicht, daher ist es nicht so schlimm, dass Sofortüberweisung die PIN erhält. Aus diesem Grund passt ihr Vergleich auch nicht, dass die EC-Karte mit PIN übergeben wird und jemand ein Indianerehrenwort gibt, weil dieser noch eine TAN braucht. Wenn jetzt Sofortüberweisung sicher stellt, dass die PIN direkt zur Bank durchgereicht wird (für den Login bei der Bank) und die PIN dabei nicht gespeichert wird, ist es erst recht kein Problem.

    Und wer doch per Sofortüberweisung bezahlt haben sollte und jetzt Angst hat, um sein Konto, für den gibt es eine einfache Lösung: PIN nachträglich ändern!

    • raffix
    • 02.04.2013 um 13:31 Uhr

    Der Vergleich, den Sie anstellen, hinkt aber gewaltig.
    Richtig ist: Wenn Sofortüberweisung die PIN speichern sollte, hätte das Unternehmen Zugriff aufs Konto und könnte die Umsätze mitverfolgen, trotzdem könnte es noch keine Überweisung tätigen.
    Mit dem heute üblichen Verfahren SmartTan (also TAN-Erzeugung über einen Flicker-Code) können die Überweisungsdaten im Kartenleser geprüft werden. Sofortüberweisung kann also nicht ohne das Wissen des Kunden Geld vom eigenen Konto überweisen, sprich: Die Tan für etwas anderes nutzen.

    In der realen Welt reicht allerdings die PIN der EC-Karte für Zahlungen aus, im Online-Banking aber nicht, daher ist es nicht so schlimm, dass Sofortüberweisung die PIN erhält. Aus diesem Grund passt ihr Vergleich auch nicht, dass die EC-Karte mit PIN übergeben wird und jemand ein Indianerehrenwort gibt, weil dieser noch eine TAN braucht. Wenn jetzt Sofortüberweisung sicher stellt, dass die PIN direkt zur Bank durchgereicht wird (für den Login bei der Bank) und die PIN dabei nicht gespeichert wird, ist es erst recht kein Problem.

    Und wer doch per Sofortüberweisung bezahlt haben sollte und jetzt Angst hat, um sein Konto, für den gibt es eine einfache Lösung: PIN nachträglich ändern!

    • raffix
    • 02.04.2013 um 13:31 Uhr

    Der Vergleich, den Sie anstellen, hinkt aber gewaltig.
    Richtig ist: Wenn Sofortüberweisung die PIN speichern sollte, hätte das Unternehmen Zugriff aufs Konto und könnte die Umsätze mitverfolgen, trotzdem könnte es noch keine Überweisung tätigen.
    Mit dem heute üblichen Verfahren SmartTan (also TAN-Erzeugung über einen Flicker-Code) können die Überweisungsdaten im Kartenleser geprüft werden. Sofortüberweisung kann also nicht ohne das Wissen des Kunden Geld vom eigenen Konto überweisen, sprich: Die Tan für etwas anderes nutzen.

    In der realen Welt reicht allerdings die PIN der EC-Karte für Zahlungen aus, im Online-Banking aber nicht, daher ist es nicht so schlimm, dass Sofortüberweisung die PIN erhält. Aus diesem Grund passt ihr Vergleich auch nicht, dass die EC-Karte mit PIN übergeben wird und jemand ein Indianerehrenwort gibt, weil dieser noch eine TAN braucht. Wenn jetzt Sofortüberweisung sicher stellt, dass die PIN direkt zur Bank durchgereicht wird (für den Login bei der Bank) und die PIN dabei nicht gespeichert wird, ist es erst recht kein Problem.

    Und wer doch per Sofortüberweisung bezahlt haben sollte und jetzt Angst hat, um sein Konto, für den gibt es eine einfache Lösung: PIN nachträglich ändern!

    Eine Leser-Empfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Text im Artikel
    "Dennoch scheuen viele Verbraucher davor zurück, im Internet die Sofortüberweisung als Zahlmethode anzuklicken. Der Grund: Beim Bezahlen muss man wie beim Online-Banking seine PIN- und TAN-Nummern eingeben."

    Ihr Text
    "In der realen Welt reicht allerdings die PIN der EC-Karte für Zahlungen aus, im Online-Banking aber nicht, daher ist es nicht so schlimm, dass Sofortüberweisung die PIN erhält. Aus diesem Grund passt ihr Vergleich auch nicht, dass die EC-Karte mit PIN übergeben wird und jemand ein Indianerehrenwort gibt, weil dieser noch eine TAN braucht. Wenn jetzt Sofortüberweisung sicher stellt, dass die PIN direkt zur Bank durchgereicht wird (für den Login bei der Bank) und die PIN dabei nicht gespeichert wird, ist es erst recht kein Problem."

    Irgendwie passt das nicht zusammen, oder?

    EC-Karte entspricht Online-PIN.
    EC-PIN entspricht TAN.
    Eine TAN muss man bei SÜ angeben. Wie gesagt, die loggen sich einfach ein. Genau wie bei Phishing.

    Richtig ist, dass SÜ nur eine Überweisung durchführen könnte, während der Dritte im Laden (innerhalb der kurzen Zeit im Hinterzimmer) ein paar Transaktionen durchführen kann. Aber inwiefern soll das ein Schutz sein? Ein Missbrauch reicht...

    SmartTAN ist nicht besonders verbreitet. Ich hatte noch nie ein Konto, das es verwendet. Aktuell habe ich nur ein einziges deutsches Bankkonto, dieses verwendet es auch nicht.

    >und die PIN dabei nicht gespeichert wird, ist es erst recht kein Problem.

    Doch, denn wenn ich Hacker bin, hacke ich SÜ und manipuliere die Transaktionen live. PINs abzugreifen wäre natürlich sinnlos, das ist klar.

    >PIN nachträglich ändern!

    Ja, und dann SÜ nie mehr benutzen.

    Text im Artikel
    "Dennoch scheuen viele Verbraucher davor zurück, im Internet die Sofortüberweisung als Zahlmethode anzuklicken. Der Grund: Beim Bezahlen muss man wie beim Online-Banking seine PIN- und TAN-Nummern eingeben."

    Ihr Text
    "In der realen Welt reicht allerdings die PIN der EC-Karte für Zahlungen aus, im Online-Banking aber nicht, daher ist es nicht so schlimm, dass Sofortüberweisung die PIN erhält. Aus diesem Grund passt ihr Vergleich auch nicht, dass die EC-Karte mit PIN übergeben wird und jemand ein Indianerehrenwort gibt, weil dieser noch eine TAN braucht. Wenn jetzt Sofortüberweisung sicher stellt, dass die PIN direkt zur Bank durchgereicht wird (für den Login bei der Bank) und die PIN dabei nicht gespeichert wird, ist es erst recht kein Problem."

    Irgendwie passt das nicht zusammen, oder?

    EC-Karte entspricht Online-PIN.
    EC-PIN entspricht TAN.
    Eine TAN muss man bei SÜ angeben. Wie gesagt, die loggen sich einfach ein. Genau wie bei Phishing.

    Richtig ist, dass SÜ nur eine Überweisung durchführen könnte, während der Dritte im Laden (innerhalb der kurzen Zeit im Hinterzimmer) ein paar Transaktionen durchführen kann. Aber inwiefern soll das ein Schutz sein? Ein Missbrauch reicht...

    SmartTAN ist nicht besonders verbreitet. Ich hatte noch nie ein Konto, das es verwendet. Aktuell habe ich nur ein einziges deutsches Bankkonto, dieses verwendet es auch nicht.

    >und die PIN dabei nicht gespeichert wird, ist es erst recht kein Problem.

    Doch, denn wenn ich Hacker bin, hacke ich SÜ und manipuliere die Transaktionen live. PINs abzugreifen wäre natürlich sinnlos, das ist klar.

    >PIN nachträglich ändern!

    Ja, und dann SÜ nie mehr benutzen.

  6. Text im Artikel
    "Dennoch scheuen viele Verbraucher davor zurück, im Internet die Sofortüberweisung als Zahlmethode anzuklicken. Der Grund: Beim Bezahlen muss man wie beim Online-Banking seine PIN- und TAN-Nummern eingeben."

    Ihr Text
    "In der realen Welt reicht allerdings die PIN der EC-Karte für Zahlungen aus, im Online-Banking aber nicht, daher ist es nicht so schlimm, dass Sofortüberweisung die PIN erhält. Aus diesem Grund passt ihr Vergleich auch nicht, dass die EC-Karte mit PIN übergeben wird und jemand ein Indianerehrenwort gibt, weil dieser noch eine TAN braucht. Wenn jetzt Sofortüberweisung sicher stellt, dass die PIN direkt zur Bank durchgereicht wird (für den Login bei der Bank) und die PIN dabei nicht gespeichert wird, ist es erst recht kein Problem."

    Irgendwie passt das nicht zusammen, oder?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Eine TAN ist immer nur für eine einzige Transaktion gültig, Sie können diese nach der Nutzung also auch bedenkenlos ans schwarze Brett hängen. Einzige Möglichkeit eine TAN zu misbrauchen wäre also, anstatt der gewünschten Transaktion eine andere zu tätigen. Dieses Problem wurde aber durch das SmartTAN Verfahren behoben, indem Sie auf Ihrem TAN-Generator (auf welchen Sofortüberweisung keinen Zugang hat) sämtliche Daten zur Überweisung angezeigt bekommen. Die TAN ist dann auch an genau diese Transaktion gekoppelt und kann somit nicht misbraucht werden.

    Eine TAN ist immer nur für eine einzige Transaktion gültig, Sie können diese nach der Nutzung also auch bedenkenlos ans schwarze Brett hängen. Einzige Möglichkeit eine TAN zu misbrauchen wäre also, anstatt der gewünschten Transaktion eine andere zu tätigen. Dieses Problem wurde aber durch das SmartTAN Verfahren behoben, indem Sie auf Ihrem TAN-Generator (auf welchen Sofortüberweisung keinen Zugang hat) sämtliche Daten zur Überweisung angezeigt bekommen. Die TAN ist dann auch an genau diese Transaktion gekoppelt und kann somit nicht misbraucht werden.

    • hairy
    • 02.04.2013 um 13:45 Uhr

    dort gibts das "ideal"-System, an dem alle Banken mit Girokonten teilnehmen: fuer den Bezahlvorgang waehle ich im jeweiligen Shop meine Bank, werde dann weitergeleitet an deren Onlineueberweisungsmodul - dieses fordert mich auf zur Pruefung der Shopdaten und Ueberweisungssumme, dort gebe ich dann einen Tan-Code aus meinem Tan-Rechner ein. System meldet: Ueberweiung getaetigt, leitet mich zurueck zum Shop, und der sieht dann die Bestellung als bezahlt an.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Genau so läuft das auch bei Giropay (zumindest bei der Sparkasse, über andere Banken kann ich keine Aussage tätigen). Sämtliche Daten werden auf dem Sparkassen-Bankingportal eingegeben, Giropay bekommt letztlich nur noch mitgeteilt, dass die Überweisung erfolgreich getätigt wurde. Warum das bei Sofortüberweisung nicht so gehandhabt wird, ist mir nicht bekannt, aber ich gehe davon aus, dass der Artikel genau das sagen will: Giropay scheint der einzige Anbieter zu sein, denen die Banken diesen Service anbieten.
    Am einfachsten wäre aber natürlich, wie von Ihnen beschrieben, die direkte Kommunikation zwischen Shop und Bankingportal.

    Genau so läuft das auch bei Giropay (zumindest bei der Sparkasse, über andere Banken kann ich keine Aussage tätigen). Sämtliche Daten werden auf dem Sparkassen-Bankingportal eingegeben, Giropay bekommt letztlich nur noch mitgeteilt, dass die Überweisung erfolgreich getätigt wurde. Warum das bei Sofortüberweisung nicht so gehandhabt wird, ist mir nicht bekannt, aber ich gehe davon aus, dass der Artikel genau das sagen will: Giropay scheint der einzige Anbieter zu sein, denen die Banken diesen Service anbieten.
    Am einfachsten wäre aber natürlich, wie von Ihnen beschrieben, die direkte Kommunikation zwischen Shop und Bankingportal.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle Tagesspiegel
  • Kommentare 16
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Schlagworte Online-Dienst | Onlinebanking | T-Online | PayPal
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service