Die Datenschutzbestimmungen von Apple sind nach einem Urteil des Landgerichts Berlin in Teilen rechtswidrig. So darf der Technologiekonzern nicht die Adresslisten seiner Kunden verwerten. Das heißt, die Namen, Adressen, Email-Adressen und Telefonnummern der Kontakte der Apple-Kunden dürfen von Apple nicht ohne Einwilligung der Betroffenen verwendet werden (Az: 15 O 92/12).

Das Gericht erklärte insgesamt acht Punkte aus der Datenschutzerklärung des Konzerns für rechtswidrig. Dabei geht es unter anderem um den Austausch personenbezogener Informationen mit "verbundenen Unternehmen" sowie "strategischen Partnern" und die Verarbeitung von Standortdaten. Damit wären alle 15 von deutschen Verbraucherschützern beanstandeten Klauseln kassiert: Für sieben weitere Punkte hatte Apple bereits vorab Unterlassungserklärungen abgegeben, teilte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit

Das Gericht kippte auch die vertraglichen Nutzungsbedingungen von Apple, nach denen die Kunden dem Unternehmen global gestatten, deren Daten zu nutzen. Dies sei nur zulässig, wenn die Kunden genau wüssten, wozu ihre Daten verwendet würden. Zudem untersagten die Richter die Weitergabe der Kundendaten an andere Unternehmen. "Das Urteil zeigt den hohen Stellenwert des Datenschutzes für die Verbraucher in der digitalen Welt", sagte der Vorstand der Verbraucherzentralen, Gerd Billen.

Kritik an mangelnder Transparenz

Dem Urteil zufolge störte sich das Gericht vor allem daran, dass die Apple-Informationen zur Verwendung der Daten nicht konkret genug seien. So stelle die Klausel zur Weitergabe von Daten an verbundene Unternehmen "eine globale Einwilligung in Datenverarbeitungsprozesse dar, ohne dass der Umfang der Einwilligung dem Verbraucher hinreichend transparent gemacht wird".

Apple hatte die Kritik unter anderem damit zurückgewiesen, dass das deutsche Recht nicht greife, weil keine personenbezogenen Daten durch eine Niederlassung in Deutschland erhoben würden. Es handele sich nur um eine Information für die Kunden. Das Gericht sah das anders: Hinsichtlich deutscher Verbraucher sei deutsches Recht anzuwenden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, aber vorläufig vollstreckbar.