HackerangriffeTwitter führt SMS-Verifizierung ein

Wie beim Onlinebanking können Twitter-Nutzer sich für jede Anmeldung einen Code per SMS zuschicken lassen. In Deutschland ist der Service noch nicht verfügbar.

Twitter hat nach wiederholten Hackerangriffen auf Accounts seiner Nutzer zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für die Anmeldung eingeführt. Ähnlich wie beim Onlinebanking können Nutzer zusätzlich zum Passwort nun eine Verifizierung per SMS-Code verlangen. Dann wird bei jeder Anmeldung ein sechsstelliger Code auf ein vorher angegebenes Handy verschickt.

Allerdings ist der Service in Deutschland noch nicht verfügbar. Zwar können deutsche Nutzer in den Einstellungen ihres Kontos die Registrierung einer mobilen Telefonnummer bereits sehen. Die Anmeldung ist aber noch nicht möglich. Es bestehe noch keine Verbindung zum Betreiber, teilte Twitter mit. Das Unternehmen arbeite aber an der Einführung.

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Diese sogenannte Zwei-Wege-Authentifizierung bieten andere wie Facebook, Dropbox oder Google schon länger an. Bei Twitter haben Nutzer das seit Jahren gefordert.

In den vergangenen Wochen waren unter anderem die Accounts von der BBC, der Nachrichtenagentur Associated Press und der Financial Times Ziel von Hacker-Angriffen geworden. Über Phishing-Mails wurden Passwörter ausspioniert und Twitter-Accounts gekapert.

Zu den Attacken bekannte sich eine Gruppe, die sich Syrian Electronic Army nennt und die westlichen Medien vorwirft, falsch über den Bürgerkrieg in Syrien zu informieren.

Der Angriff auf Associated Press war besonders schwerwiegend, weil die Hacker über das offizielle Twitter-Profil der Nachrichtenagentur Falschinformationen über Explosionen im Weißen Haus und eine Verletzung von Präsident Barack Obama verbreitet hatten. Der US-Aktienmarkt war daraufhin kurzzeitig eingebrochen.

Kim Dotcom beansprucht Erfindung

Das neue Verfahren wird solche Vorfälle nicht verhindern, aber doch zumindest erschweren können. Es bedeutet allerdings nicht, dass Nutzer nun auf ein komplexes Passwort verzichten sollten. Das braucht es noch immer, da Passwörter wie "12345" keine Sicherheit bieten.

Kritik an der Zwei-Wege-Authentifizierung hat lediglich einer: Kim Schmitz, der sich jetzt Kim Dotcom nennt. Er hält nach eigenen Angaben ein Patent auf dieses Verfahren. Zumindest postete er am Donnerstag den Link zu einer Patentschrift aus dem Jahr 2000.

Er könne alle Unternehmen verklagen, die das Verfahren nutzen, twitterte er. Doch dürften sie es gern frei verwenden, wenn sie ihn bei seinem Verfahren unterstützen. Dotcom lebt in Neuseeland. Die USA haben seine Auslieferung beantragt, da sie ihn wegen seines Dienstes Megaupload anklagen wollen.

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Leserkommentare
  1. ...wirklich was nützt frage ich mich. Bzw. ob das so viele Leute in Anspruch nehmen. Das Passwort eingeben ist doch wesentlich einfacher als jedes Mal noch das Handy mit einzubeziehen.

  2. 2. Zwang?

    Ich habe gelesen, dass man sich in Zukunft ausschließlich mit dieser SMS-Verifizierung bei Twitter einloggen kann. Hier steht es nun nicht so. Wie ist denn jetzt?

  3. Bei der größe war Twitter eines der unsichersten Netzwerke und es gab bislang kaum Möglickeiten den Account wirksam zu schützen. Hoffentlich kommt das bald nach Deutschland.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, tis
  • Schlagworte Google | Associated Press | Facebook | Hacker | Kim Schmitz | Onlinebanking
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