US-ÜberwachungsskandalFacebook veröffentlicht Zahlen zu NSA-Anfragen

Das Unternehmen hat Details zu den vom US-Geheimdienst angeforderten Daten genannt: Bis zu 19.000 Mitglieder-Profile waren im zweiten Halbjahr 2012 betroffen.

Ein Mitarbeiter im Facebook-Datenzentrum in Forest City in North Carolina

Ein Mitarbeiter im Facebook-Datenzentrum in Forest City in North Carolina   |  ©Rainier Ehrhardt/Getty Images

Der Internetkonzern Facebook hat in dem Skandal um US-Spionage im Internet erstmals Details genannt. Im zweiten Halbjahr 2012 seien 9.000 bis 10.000 Anfragen der US-Behörden eingegangen, teilte das Unternehmen mit. Bei den Anfragen, die rund 18.000 bis 19.000 Konten auf dem sozialen Netzwerk betrafen, sei es sowohl um Fälle vermisster Kinder und gewöhnliche Kriminalfälle als auch um Terrordrohungen gegangen. Facebook gab nicht bekannt, wie oft es den Anfragen entsprach.

Facebook schütze "aggressiv" die Daten seiner Nutzer, versicherte der Firmenanwalt Ted Ullyot. Oft lehne der Konzern die Anfragen ab, fordere die Regierung auf, ihre Anforderungen herunterzuschrauben, oder gebe einfach weniger Daten als gefordert heraus. In jedem Fall gebe Facebook nur so viel heraus, wie es das Gesetz verlange.

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Facebook sieht sich scharfer Kritik ausgesetzt, seitdem bekannt wurde, dass der Konzern ebenso wie acht weitere Internetunternehmen Daten an den US-Geheimdienst NSA weitergab.

Der Computerexperte Edward Snowden hatte vergangene Woche dem Guardian und der Washington Post Dokumente zu dem geheimen Überwachungsprogramm Prism übermittelt, mit dem sich die NSA Zugang zu den Daten großer Internetkonzerne wie Facebook, Google, Microsoft, Apple, Yahoo und AOL verschafft. Die NSA kann so den Angaben zufolge das Kommunikationsverhalten von Internetnutzern weltweit auswerten. Die betroffenen Unternehmen bestreiten aber, dass der Geheimdienst direkten Zugriff auf ihre Server hat.

Der Guardian veröffentlichte außerdem einen geheimen Gerichtsbeschluss, der es der NSA erlaubt, im Anti-Terror-Kampf wahllos Daten über die Handyverbindungen von Millionen Menschen in den USA zu sammeln. Nach Angaben der NSA wurden durch das Programm "Dutzende Terroranschläge" verhindert, Details dazu nannte der Geheimdienst aber noch nicht. Facebook war nach eigenen Angaben der erste Konzern, der Informationen zu den Anfragen bekannt geben durfte, allerdings auf Drängen der Regierung nur in pauschaler Form.

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Leserkommentare
    • L.J.
    • 15. Juni 2013 10:37 Uhr

    ist ob die Zahlen überhaupt stimmen, wieso sollte man jene nun glauben?

    Hat Facebook nicht vorher Datenweitergabe an Geheimdienste abgestritten, wer einmal lügt usw...

    16 Leserempfehlungen
  1. BM Aigner wie üblich (Quelle: stern.de) mit kurzfristigem Aktionismus:
    Sie fordert "Aufklärung" von Facebook & Co.
    Mangelnder Datenschutz und staatliche Schnüffler: Wen überrascht das noch, ausser Frau Aigner?

    Wetten, dass das wie üblich auch im Sande verläuft?

    Pferdefleich - > Tierschutz -> Bankberatung.
    Aigner: Ministerin für Aktionismus.

    5 Leserempfehlungen
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    Evtl. sollte die Ministerin als ersten Schritt ihr Facebook-Profil löschen, wenn Sie ein Problem mit dem Datenschutz dieser Firma (Facebook) hat.

    • Vibert
    • 15. Juni 2013 11:10 Uhr

    wird selig :-)

    6 Leserempfehlungen
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    Die Aussagen von Facebook haben den gleichen Wahrheitsgehalt wie unter Folter erzwungene Geständnisse.

    Im Mittelalter hat die Inquisition auch tausende Hexen und Zauberer überführt.

  2. Ds ist lächerlich.

    Facebook hielt es nicht einmal für nötig einen Vertreter zum Treffen im Berliner Wirtschaftsministerium zu schicken.

    NSA Experte Bamford attestiert NSA-Direktor General Alexander "Nonsens", US-Geheimdienstkoordinator Clapper sagte die Unwahrheit, die betroffenen Internetfirmen halten sich bedeckt oder geben mehrdeutige Stellungnahmen ab,der Whistleblower Snowdon wird verfolgt und ein republikanischer Politiker fordert gar die Strafverfolgung von Guardian Journalist Greenwalt.

    http://www.freitag.de/aut...

    Glaubt irgendwer ernsthaft Merkel könne im Gespräch mit Obama für Aufklärung sorgen ?

    5 Leserempfehlungen
  3. Herr Obama sollte sich mal die gehaltene Rede von J.F.Kennedy durchlesen, die aber auch gar nichts von ihrer Gültigkeit verloren hat. Hier die Anfangsrede:
    "Geheimhaltung ist abstoßend in einer freien und offenen Gesellschaft. Als Volk haben wir eine natürliche und historische Abneigung gegen Geheimhaltungsgesellschaften und Geheimbünde"..........usw.

    Obama wird dann feststellen, dass sein Regierungsstil ungenügend ist.

    Unten Rede von J.F. Kennedy

    http://www.youtube.com/wa...

    9 Leserempfehlungen
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    • Vibert
    • 15. Juni 2013 11:20 Uhr

    Die haben wir leider längst aufgegeben.

    • Vibert
    • 15. Juni 2013 11:20 Uhr

    Die haben wir leider längst aufgegeben.

    4 Leserempfehlungen
  4. "Facebook schütze "aggressiv" die Daten seiner Nutzer, versicherte der Firmenanwalt Ted Ullyot."

    Das Geschäftsmodell von Facebook basiert darauf die Daten der Nutzer aggressiv zu vermarkten und das gegen geltendes Recht.

    Also würde ich dem Anwalt der Firma die Ihren europäischen Sitz nach Irland verlegt hat um vor Strafverfolgung sicher zu sein, nicht alles glauben.

    6 Leserempfehlungen
  5. Ich werde seit meiner Kindheit ausgespäht. Fliege seit 2001 nicht mehr in die USA, England, nutze gmail....wenn die so viel Geld ausgeben um meine Telefonate mit Schreibmaschine vom Tonband abzutippen, alle meine emails lesen, büdde sehr. Das ist doch das gleiche wie die scambaiter, die mit sinnlosen Aktionen die Westafrikaner beschäftigen, die gerade wieder ne Erbschaft von 50 mio. zu verschenken haben. Dumm nur, dass der Flüchtling in HongKong glaubt, er könne etwas verändern.

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, afp, mm
  • Schlagworte Google | Microsoft | AOL | Apple | Edward Snowden | Yahoo
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