Leserartikel

Post PrivacyUnwissend in die Totalüberwachung

Wenn unser Leser Benjamin Ißleib etwas Privates übers Internet mitzuteilen hat, nutzt er eine Verschlüsselung. Leider können nicht alle Adressaten damit umgehen. von Benjamin Ißleib

Webdienste sind zum wichtigsten Mittel meiner Kommunikation geworden. Ich schicke unzählige Daten im Klartext um den Globus: schreibe und spreche darüber, wo ich mich aufhalte, was ich denke, was mich bewegt. Ich schreibe es vielen Menschen. Nicht alles davon richte ich an die Öffentlichkeit. Manches geht nur bestimmte Leute etwas an. Doch theoretisch ist alles von jedem lesbar.

Einerseits sichert mir Artikel 12 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu, dass meine Kommunikation frei ist und nicht in sie eingegriffen wird. Andererseits wusste ich vor den Enthüllungen des Prism-Projektes, dass alle meine Kommunikationsmittel von Computern ausgewertet werden können. Je mehr ich mich damit befasse, desto mehr staune ich über Details: wer was warum erfasst und inwiefern mich das betrifft.

Anzeige

Wie weit gehe ich, um meine Kommunikation vor Zugriffen zu schützen? Dafür bin ich selbst verantwortlich. Ich kenne eine Reihe technischer Möglichkeiten. Doch wenn ich sie einsetze, stoße ich oft auf Unverständnis.

Freunde und Bekannte schreiben mir Mails, laden mich zu Skype-Chats ein, schreiben auf ICQ, twittern mich an. Die meisten wissen nicht, dass nicht nur ich ihre Nachricht lesen kann, sondern dass sie lange beim Netzwerkanbieter gespeichert wird.

Wenn ich ihnen etwas verschlüsselt sende, wissen diese Menschen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Bitte ich sie, eine Verschlüsselung zu nutzen, reagieren sie verwirrt.

Warum Leserartikel?

Text- und Bildbeiträge unserer Leser bereichern unsere Inhalte um zusätzliche Sichtweisen, Erfahrungsberichte und Meinungen. Sie sind von Menschen, die wissen, wovon sie sprechen, weil sie es selbst erlebt haben oder unmittelbar betroffen sind. Oder weil sie sich in einem bestimmten Thema sehr gut auskennen. Erzählen Sie unseren Lesern die Geschichten, die wir nicht erzählen können. Und zeigen Sie ihnen die Fotos und Videos, die sie sehen sollten. Zur Artikeleingabe

Leserartikel schreiben

Grundsätzlich ist jedes Thema für einen Leserartikel geeignet, solange Sie aus Ihrer eigenen Erfahrung und einem persönlichen Blickwinkel darüber berichten und keine Rechte Dritter verletzen. In unseren Leserartikel-FAQ finden Sie Hinweise für das Verfassen Ihres Artikels für ZEIT ONLINE. Bitte senden Sie uns Ihren Artikel bzw. Links zu Fotos und Videos über unser Leserartikel-Formular.

Der ZEIT-ONLINE-Wald

© BeneA / photocase.com

Als Dankeschön schenken wir Ihnen für jeden veröffentlichten Leserartikel einen Baum. Seit 2011 haben wir in Zusammenarbeit mit iplantatree.org knapp 1500 Bäume gepflanzt und geben diese nach und nach an unsere Leserartikelautoren ab. So wächst in Berlin Friedrichshagen ein ZEIT ONLINE-Wald heran, genährt von unseren schreibenden Lesern. Aktuell rangiert das "Team ZEIT ONLINE" auf Platz 19 der aktivsten Baumpflanzer des Projektes. Dafür danken wir Ihnen.

Soll ich nun mein Recht auf Privatsphäre aufgeben – oder nicht mehr mit ihnen kommunizieren?

Damit wir uns nicht gegenseitig dazu zwingen, unser Privatleben öffentlich zu leben, brauchen wir mehr Bildung in digitaler Kommunikation. Sonst begeben wir uns unwissend in die Totalüberwachung.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. ....geht uns irgendwann getreu dem Motto in der Türkei:
    "Jeder der verschlüsselt wird behandelt wie ein Terrorist..."

    Brave new world...

    10 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Siehe auch "passive Bewaffnung" beim Frankfurter Kessel.

    Was wir ganz dringend brauchen, sind Geeks, die uns erzählen, dass Überwachung ja gar nicht so schlimm ist, wenn man weiß, wie verschlüsseln geht. Das gab's ja auch damals mit der DDR-Post. Von jedem zweiten Wort der dritte Buchstabe war die Botschaft. Mit der Post-Kontrolle erwischte es nur die Dummen. Au weiha.

  2. Die überwiegende Mehrzahl der Menschen begegnet meinem Wunsch, E-Mails verschlüsselt auszutauschen mit absolutem Unverständnis. Das schließt Banken und Steuerberater ein, auch wenn es um potentiell vertrauliche finanzielle und rechtliche Fragen geht. Dabei gibt es vernünftige Programme, die absolut umsonst sind.

    Ich verstehe es nicht: die Menschen lernen das komplizierteste Zeug, aber bei den relativ einfachen Techniken der Verschlüsselung weigern sie sich einfach. Es muss 1000e Zeit-Leser geben, die sich ebenfalls weigern, Verschlüsselungstechniken zu lernen. Diese frage ich:
    (a) Warum seid Ihr so uninteressiert?
    (b) Was bräuchtet Ihr, um Eure Einstellung zu ändern?

    8 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Warum? Ich kann es nur aus meiner Perspektive sagen: Weil es mich absolut nicht interessiert, ob jemand das Geschwafel, das ich mit anderen austausche, mitliest oder nicht. Wer das machen muss, tut mir Leid. Man stelle sich vor: Abermillionen Mails von Leuten wie mir, voll mit unnützem Privatkram. Das muss ein Scheiszjob sein! - Jaja, vertrauliche Informationen über finanzielle Angelegenheiten usw. ... wenn Big Brother diese Infos will, kriegt er sie, auch wenn ich meine Mails verschlüssele. Überhaupt, was Otto Normalo verschlüsseln kann (mit freien Programmen!), das kriegt die NSA doch allemal entschlüsselt. Sinnlos, seine Zeit und Energie damit zu vergeuden, sich darüber aufzuregen. Das entlockt mir maximal ein Schulterzucken.

    Ich kenne leider keine kostenlose Lösung, die völlig transparente Verschlüsselung anbietet. Es gab mal Ciphire, habe ich damals auch benutzt, leider sind die schon lange pleite.

    Ich kenne derzeit keine wirklich praktische Lösung, lasse mich aber gerne belehren. Wichtig ist mir, dass ich an der eigentlichen Emailsoftware nichts umstellen muss; dass die Emails auf meiner Festplatte *un*verschlüsselt gespeichert werden; dass die Software mit ALLEN Clients funktioniert, also keine Plugins; dass der Schlüsselaustausch vollautomatisch erfolgt; dass ich auch auf meinem Androidhandy die verschlüsselten Nachrichten lesen kann.

    Vorschläge? Danke!

    • Oyamat
    • 16. Juni 2013 23:07 Uhr

    Zitat: "Diese frage ich:
    (a) Warum seid Ihr so uninteressiert?
    (b) Was bräuchtet Ihr, um Eure Einstellung zu ändern?"
    Jeder, der hier mitliest und -schreibt, hat zweifellos das Problem nicht, uninteressiert zu sein. Aber soweit ich es sagen kann, ist die Antwort zu (a), daß die Gefahr nicht klar erkennbar und nicht konkretisierbar ist. Irgendwie findet man das nicht gut, was da passiert... aber "was kann schon passieren"?

    Die Antwort auf (b) ergibt sich daraus: es bräuchte ein klar umrissenes "Schreckensbild", vielleicht ein Buch oder einen Kinofilm oder ein Computerspiel, das zeigt, was sich da zusammenbraut. Und zwar so hinreichend realistisch, daß man es nicht als absurde Ausgeburt von Paranoia abtun kann. Aber das wird gar nicht so leicht werden, weil es um schleichendes Gift geht, nicht um einen großen Knall.
    Und noch dazu tarnt sich dies Gift als Heilmittel, und es gibt Gruppen, die ein Interesse daran haben, daß es sich weiter ausbreiten kann. Vermutlich ist darum, alles, was man derzeit machen kann, kassandra-mässig weiter zu warnen. Damit wenigstens später keiner so leicht behaupten kann, man hätte das alles nicht wissen und nicht vorhersehen können - denn das wird garantiert versucht werden, wenn Menschen wieder einmal vor den Trümmern ihrer Welt stehen...

    MGv Oyamat

    Für die Reaktionen auf meinen Beitrag: Vielen Dank!

  3. Ich denke die fehlende Verschlüsselung ist auf zwei Hauptprobleme zurückzuführen:
    Zum einen gibt es generell eine große Wissenslücke in Bezug auf die technischen Möglichkeiten, die vorhanden sind. Dazu zählt was möglich ist, wie es funktioniert, welchen Zweck es konkret erfüllt und wie es um das Angebot bestellt ist. Als Beispiel einfachste Addons: Ich bin mir sicher, dass viele Nutzer nicht wissen, dass es NoScript und ähnliches gibt und erst recht nicht, welchen Zweck diese Erweiterung bietet. Und das ist im Vergleich zu Verschlüsselungen von Emails noch relativ einfach, weil eine einmalige Installation genügt.
    Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Mehrheit weiß, welche Daten von wem und warum gesammelt werden, ganz zu schweigen von den technischen Werkzeugen, die benutzt werden.
    Zum anderen überwiegt meistens die Faulheit, das heißt der Email-Verkehr ist so einfach, dass jeder Mehraufwand verhindert wird. Und das eine Verschlüsselung ein Mehraufwand ist, ist unbestreitbar.

    All das ist relativ einfach zu beseitigen, indem:
    a) In der Schule so etwas sinnvoll unterrichtet wird.
    b) Es eine Aufklärungskampagne gibt, die durch Prism zur Zeit sicherlich populär wäre.
    c) Möglichkeiten zum Schutz der Privatsphäre deutlicher dem Durchschnittsbürger zugänglich gemacht werden.
    Den wie im Artikel erwähnt ist es ein Menschenrecht und dieses sollte unbestreitbar geschützt werden.

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... in der Schule unterrichtet und die entsprechende Zeit-Serie mit Ubuntu als Grundlage besprochen. Reaktion von 99% der Schüler: Viel zu umständlich, gähn.

    Die Welt geht also nicht wegen dunklen, bösen Mächten im Hintergrund den Bach runter. Wir legen uns dieses Ei selber.

    Hauptprobleme zurückzuführen"

    Vier Hauptprobleme:

    3: Verschlüsselte Texte erregen besondere Aufmerksamkeit.

    4: Passwort-Erzwingungshaft http://www.heise.de/secur...

    • malox
    • 18. Juni 2013 23:10 Uhr

    Eine gute Zusammenstellung!

    Das Hauptproblem ist meiner Meinung nach aber tatsächlich die fehlende Ahnung, was überhaupt mit Daten (welcher Art auch immer) angestellt werden kann.
    Die meisten meiner Bekannten interessiert dies zudem wenig und i.d.R. bin ich dann diejenige, die "total übertreibt".

    Zitate, die ich immer wieder höre:
    "Es ist noch nie was passiert."
    "Mir ist noch nichts aufgefallen."
    "Was ich schreibe, interessiert doch niemanden."
    "Es ist ja sooo praktisch/einfach/problemlos."

    Mit NoScript oder E-Mail-Verschlüsselungen braucht man diesen Leuten gar nicht kommen, da ist es schon schwierig bis unmöglich zu erläutern, warum man facebook oder google gegenüber skeptisch ist.

    Meiner Meinung nach müßte da in der Schule deutlich mehr Aufklärung laufen, ggf. auch mit "praktischen Auswirkungen". Unterrichtet wird in "Informatik" doch meist nur die Benutzung von Word, Excel und Powerpoint - womit man automatisch schon beim nächsten Problem ist...

    • tzim
    • 16. Juni 2013 21:22 Uhr

    Ich sehe relativ wenig Anlass meine private Kommunikation zu verschlüsseln. Staatliche Überwachungsprogramme wie PRISM dienen meiner Ansicht nach primär der Wirtschaftsspionage und ansonsten konsumiere ich so wenig Werbung wie möglich, weswegen ich für die Privatwirtschaft hier ziemlich uninteressant bin.
    Ansonsten, wäre es mir auch egal wenn jetzt ein Mitarbeiter der NSA oder von mir aus auch des BSI so interessiert an mir wäre und nun persönlich alle meine übers Internet versendeten Nachrichten lesen könnte. Er würde damit nur seine Zeit verschwenden.
    Das ist natürlich kein Grund staatliche Überwachung gutzuheißen.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...das große Problem. Auch wenn ich deren herumschnüffeln in keinster weise für in Ordnung heissen will, geht es immerhin um Grundprinzipien der Menschenrechte. Sie haben recht das denen Ihre und meine emails vollkommen wurscht sind, aber wenn die Informationen über uns sammeln, dann machen das auch andere, illegale Organisationen.
    Darüber sollte sich jeder der online unterwegs ist Sorgen machen.
    Wissen Sie wie Firmen bei denen Sie online bestellen, Ihr Arbeitgeber, Behörden oder ihre Bekannten, Verwandten mit Ihren Privatinformationen umgehen? Speichern die Ihre Daten im Cloud ohne über mögliche Konsequenzen eines Datenklaus auch nur nachzudenken weil es billig ist?
    Verschlüsselung ist wirklich recht leicht zu lernen und erspart einem viel Ärger.

  4. Warum? Ich kann es nur aus meiner Perspektive sagen: Weil es mich absolut nicht interessiert, ob jemand das Geschwafel, das ich mit anderen austausche, mitliest oder nicht. Wer das machen muss, tut mir Leid. Man stelle sich vor: Abermillionen Mails von Leuten wie mir, voll mit unnützem Privatkram. Das muss ein Scheiszjob sein! - Jaja, vertrauliche Informationen über finanzielle Angelegenheiten usw. ... wenn Big Brother diese Infos will, kriegt er sie, auch wenn ich meine Mails verschlüssele. Überhaupt, was Otto Normalo verschlüsseln kann (mit freien Programmen!), das kriegt die NSA doch allemal entschlüsselt. Sinnlos, seine Zeit und Energie damit zu vergeuden, sich darüber aufzuregen. Das entlockt mir maximal ein Schulterzucken.

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Geht mir auch so"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Abermillionen Mails von Leuten wie mir, voll mit unnützem Privatkram. Das muss ein Scheiszjob sein"

    Naja ein Computer beschwert sich relativ selten und mehr als eine automatische Auswertung ist es meistens nicht. Und unnütz ist es bestimmt nicht, denn es ist unglaublich, was man mit modernen Algorithmen herausfinden kann.

    "was Otto Normalo verschlüsseln kann (mit freien Programmen!), das kriegt die NSA doch allemal entschlüsselt"

    Nein kriegen sie nicht und wenn sie es wirklich extrem versuchen muss der erwartete Inhalt schon sehr brisant sein. Dann sollte man Standardkommunikation aber generell meiden.

    Es ist ja auch die Frage, wer neben dem Staat die Informationen noch erhält. Und genau wie von mir in Kommentar 3 angesprochen: Die Möglichkeiten sind garnicht bekannt, also weiß man auch nicht, was wirklich möglich ist. Man sollte den Nutzen der Informationen nicht unterschätzen, schließlich macht die NSA das nicht weil sie nichts zu tun haben. Noch ist es vielleicht nicht so extrem, aber die Ansicht zu dem Szenario aus "1984" haben sich seit der Veröffentlichung 1948 extrem geändert. Man spekuliere bei anhaltender Entwicklung über die Zustände in 50 Jahren.

    Sicherlich kann man es übertreiben, aber mir persönlich geht es bei der Debatte zur Zeit vor allem ums Prinzip. Zudem ist es ein wunderbares Beispiel für die Probleme des Verhältnises Durchschnittsbürger - Technik.

    1) Gewisse Behörden sind sehr wohl an Ihrem Geschwafel interessiert. Hilf es doch einzuschätzen, ob Sie "potenziell gefährlich" sind. Ob Sie eventuell eine Revolution anzetteln wollen. Oder mit unserem Wirtschaftssystem nicht einverstanden sind. Haben Sie schon mal über unsere Regierung geschimpft? Sehen Sie!

    2) Es gibt offene Verschlüsselungsstandards, an denen sich auch die NSA die Zähne ausbeißt bzw. die die NSA zur Verhlüsselung der eigenen Kommunikation einsetzt: https://de.wikipedia.org/...
    Sie sollten übrigens IMMER offene Standards wie die im Link gelisteten verwenden, über die unabhängige Kryptofachleute geschaut haben. Nur so kann man sicher sein, dass die Algorithmen keine "flaws" haben.

    Es gibt übrigens auch ein Verschlüsselungsverfahren, dass - sofern man es korrekt anwendet - 100%ig sicher ist und niemals von niemanden geknackt werden kann: https://de.wikipedia.org/...

  5. "Benutzt zeitweilig Verschlüsselungs- und Anonymisierungsdienste. Zur Erhebung weiterer Verdachtsmomente Kommunikationsüberwachung verstärken."

    5 Leserempfehlungen
    • Core1
    • 16. Juni 2013 21:44 Uhr

    Eure Argumente hört man oftmals :)

    Das Ding ist halt das es kein ***job ist das auszuwerten, das machen Computer, da steckt kein Mensch dahinter...ansich schon gruselig. (Ich glaube ihr habt keine Ahnung davon wie weit künstliche Intelligenzen fortgeschitten sind)
    Man sollte generell Open Source-Verschlüsselung einsetzen, diese zu entschlüsseln ist kaum möglich (Kryptografie)

    Wirtschaftsspione, Kriminelle Terroristen etc. können die Überwachung umgehen, durch Verschlüsselung, Proxys etc., die betrifft es also nicht, es betrifft Menschen wie euch. (was in der Folge psychologisch wirkt)

    Es ist ein kompliziertes Feld, aber es als Belanglos abzutun, oder mit Argumenten wie "Ich hab nix zu verbergen" ist zu kurz gedacht

    11 Leserempfehlungen
  6. "Abermillionen Mails von Leuten wie mir, voll mit unnützem Privatkram. Das muss ein Scheiszjob sein"

    Naja ein Computer beschwert sich relativ selten und mehr als eine automatische Auswertung ist es meistens nicht. Und unnütz ist es bestimmt nicht, denn es ist unglaublich, was man mit modernen Algorithmen herausfinden kann.

    "was Otto Normalo verschlüsseln kann (mit freien Programmen!), das kriegt die NSA doch allemal entschlüsselt"

    Nein kriegen sie nicht und wenn sie es wirklich extrem versuchen muss der erwartete Inhalt schon sehr brisant sein. Dann sollte man Standardkommunikation aber generell meiden.

    Es ist ja auch die Frage, wer neben dem Staat die Informationen noch erhält. Und genau wie von mir in Kommentar 3 angesprochen: Die Möglichkeiten sind garnicht bekannt, also weiß man auch nicht, was wirklich möglich ist. Man sollte den Nutzen der Informationen nicht unterschätzen, schließlich macht die NSA das nicht weil sie nichts zu tun haben. Noch ist es vielleicht nicht so extrem, aber die Ansicht zu dem Szenario aus "1984" haben sich seit der Veröffentlichung 1948 extrem geändert. Man spekuliere bei anhaltender Entwicklung über die Zustände in 50 Jahren.

    Sicherlich kann man es übertreiben, aber mir persönlich geht es bei der Debatte zur Zeit vor allem ums Prinzip. Zudem ist es ein wunderbares Beispiel für die Probleme des Verhältnises Durchschnittsbürger - Technik.

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "ganz einfach"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle Leserartikel
  • Schlagworte Recht | Bildung | Computer | ICQ | Kommunikation | Privatsphäre
Service