Der US-Geheimdienst NSA wird als Konsequenz aus den Enthüllungen seines ehemaligen IT-Analysten Edward Snowden die Überwachung seiner Mitarbeiter verstärken. Künftig solle beim Zugang zu geheimen Informationen das Vieraugenprinzip gelten, sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Ashton Carter auf einem Sicherheitsforum in Aspen.

Künftig solle der Zugang zu Informationen begrenzt werden. Immer, wenn Systemadministratoren jemandem Rechte zum Zugriff auf geheime Informationen eingeräumt hätten, solle eine "Zwei-Mann-Regel" gelten, wenn er diese abrufe, so Carter. Angestrebt werde eine bessere Überwachung der NSA-Mitarbeiter mit besonderen Zugriffsbefugnissen auf geheime Daten. Denkbar sei, solche Geheimdienstler wie die Mitarbeiter von Atomeinrichtungen zu überwachen.

Carter bezeichnete es als Versagen bei der Verteidigung "unserer eigenen Netzwerke", dass Snowden unbemerkt Informationen nach draußen habe bringen können. Es sei zudem falsch gewesen, dass in dem Bemühen, in der "Geheimdienst-Gemeinde" Informationen miteinander teilen zu können, eine enorme Menge von Daten an einem einzigen Ort zu speichern. "Das ist ein Fehler", sagte Carter. "Alles auf einen Server zu laden führt zu einem Risiko."

Der stellvertretende Verteidigungsminister sagte weiter, sein Haus habe eine 4.000 Mitarbeiter zählende "Cyber-Mannschaft" sowohl für offensive als auch defensive Aufgaben fast startklar.

Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Snowden hatte mit seinen Enthüllungen ein bislang unbekanntes Ausmaß amerikanischer Spähprogramme öffentlich gemacht. Der US-Bürger wird von der US-Justiz wegen Datendiebstahls und Geheimnisverrats gesucht.