Rede der Facebook-Managerin Sheryl Sandberg in New York © Mike Segar/Reuters

Das US-Unternehmen Facebook beantwortet in Deutschland nur gut jede dritte Behördenanfrage nach Nutzerdaten. Von 1.886 solcher Anfragen zu 2.068 Profilen seien im ersten Halbjahr 2013 lediglich in 37 Prozent der Fälle Informationen ausgehändigt worden, meldet das Unternehmen in einem erstmals veröffentlichten Transparenzbericht. In den USA liegt der Anteil der beantworteten Anfragen mit 79 Prozent deutlich höher als in den meisten anderen Ländern.

Im Facebook-Heimatmarkt USA forderten die Behörden so oft wie nirgendwo sonst Informationen zu Nutzern des weltgrößten Online-Netzwerks an. Es gab etwa 12.000 Anfragen, die etwa 21.000 Profile betrafen. Die Internet-Unternehmen müssen die Zahlen in einer solchen Spanne nennen, seit sie auch bisher geheime Anfragen nach dem Auslandsspionagegesetz Fisa in die Rechnung aufnehmen dürfen. Es seien weltweit sowohl Polizei- als auch Geheimdienst-Anfragen gezählt worden, erklärte Facebook.

Behörden stellen solche Anfragen etwa in Ermittlungsverfahren, um an Namen, Benutzerdaten und befreundete Profile zu gelangen. In den USA ist dazu teilweise ein richterlicher Durchsuchungsbefehl notwendig. "Der Bericht beinhaltet die Anzahl aller Anfragen, die wir von den jeweiligen Regierungen bezüglich Straftaten sowie der nationalen Sicherheit erhalten haben", erklärt Facebook.

Auch Google und Twitter veröffentlichen Anfragen

Das Unternehmen verwies darauf, dass es einen strikten Umgang mit Regierungsanfragen pflege. "Wir sind davon überzeugt, dass dieser Prozess dem Schutz der Daten unserer Nutzer dient", heißt es in dem Bericht. Facebook verlange von den staatlichen Behörden, dass die Rechtsvorschriften bei jeder einzelnen Anfrage über Nutzerinformationen eingehalten werden.

"Wir fechten viele dieser Anfragen an und weisen sie ab, wenn wir rechtliche Bedenken haben", schreibt das Unternehmen weiter. Dies gelte auch für Anfragen, die zu weit gefasst oder zu vage seien. Wenn dennoch einer Anfrage aus rechtlichen Gründen nachgekommen werden müsse, würden oft nur allgemeine Informationen über die Nutzer weitergegeben, wie etwa der Name.

Andere Internet-Konzerne veröffentlichen bereits seit einiger Zeit, welche Regierungsanfragen sie erhalten. Google hat mit einem Transparenz-Bericht vorgelegt, später zog Twitter mit einer ähnlichen Statistik nach.